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Junge Sprinter ausgebremst

Leichtathletik Junge Sprinter ausgebremst

Die Talente-Aktion „Schüler sprinten zu Olympia“ war traditionell ein Hit in der Leipziger Arena. Stets zu großen Leichtathletik-Veranstaltungen lief auch der Nachwuchs sein Finale vor großer Kulisse. Doch am Wochenende findet der Endlauf nicht statt, der DLV hatte abgesagt.

Der Nachwuchs sprintete stets vor großer Arena-Kulisse – zur DM am Wochenende jedoch nicht.
 

Quelle: Foto: LVZ

Leipzig.  Es lief wie am Schnürchen: Traditionell fanden die Finals des Aktion „Schüler sprinten zu Olympia“ während internationalem Meeting oder deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in der Arena statt. Gänsehaut-Feeling vor ausverkauftem Haus für die schnellsten acht Mädchen und Jungen aus Leipziger Grundschulen. Insgesamt fast 2000 Sprint-Sternchen hatten im Vorfeld für den Auftritt im Rampenlicht gekämpft. Am Wochenende sollte es wieder so weit sein. Doch der beliebte Endlauf wurde vom Deutschen Leichtathletik-Verband gestoppt.

„Ja, es gab eine definitive Absage“, bestätigte DM-Organisations-Chef Hermann Härtwig vom Landesverband Sachsen. Der 64-Jährige hatte seit der DLV-Mitteilung Mitte Januar gemeinsam mit dem SC DHfK für den Nachwuchs gekämpft, um doch noch ein „Ja“ zu erhalten. Vergeblich. Vergangene Woche kam die Ausladung. Am Montag wurden die Eltern der jungen Finalteilnehmer von DHfK-Nachwuchskoordinator Thomas Bellmann schriftlich informiert.

An der Basis kein Verständnis

Die Entscheidung gegen die Talente brachte nicht nur Jana Tucholke-Sack (34) auf die Palme. Die ehemalige Diskuswerferin, die national und international Medaillen erkämpfte, arbeitet als Lehrerin an der Wilhelm-Hauff-Grundschule Wahren. „Ich freue ich mich über jedes Kind, das über eine schulische Sportveranstaltung den Weg zur Leichtathletik in einen Verein findet. Dass nun der Finallauf für die Kids in der Arena gestrichen wurde, ist ein herber Rückschlag für die Nachwuchsarbeit. Dafür habe ich kein Verständnis und die Enttäuschung ist groß. Die Kleinen sollen bei den Großen staunen dürfen – wie könnte man Kinder besser für den Sport begeistern als so?“

Auf LVZ-Nachfrage beim DLV erklärte Marco Buxmann, Direktor Veranstaltungsmanagement: „Uns fiel die Absage auch schwer. Natürlich ist unsererseits das Interesse groß, den Kindern und Jugendlichen eine Plattform zu bieten. Doch in diesem Fall entspricht die Aktion nicht der Neuausrichtung der Kinder-Leichtathletik im Verband. Wenn wir Regularien aufstellen, müssen wir uns auch daran halten.“ Die Anfrage sei zudem relativ kurzfristig eingegangen und bei einem durchgetakteten Zeitplan so nicht umzusetzen gewesen.

Das läuft schief. In der Arena standen bisher immer 60-m-Sprints der Talente auf dem Programm. Laut DLV-Kinderprogramm zehn Meter zu lang und daher gegen die Regeln. Hiesige Nachwuchs-Trainer können da nur mit dem Kopf schütteln. Sie halten dagegen: In einigen Bundesländern, darunter Sachsen, findet in der Freiluftsaison ein Fünfkampf der Altersklasse U12 statt. Dazu gehören die Disziplinen 50 m, Ballwerfen, 60 m Hürden, Weitsprung und 800 m. Alles passiert innerhalb von vier bis fünf Stunden, manchmal an einem heißen Sommertag.

DLV will 2017 neuen Versuch starten

Thomas Bellmann als Initiator der Sichtungsaktion konnte seine Enttäuschung über die Absage kaum in Worte fassen. Nur ein Satz war ihm zu entlocken: „Es entscheiden halt nicht die Personen, die sich tagtäglich mit der leistungssportlichen Entwicklung der Sportart Leichtathletik beschäftigen, sondern andere Leute dürfen solche leichtathletikfeindlichen und basisfernen Entscheidungen treffen. Äußerst bedauerlich ….. Übrigens ging die schriftliche Anfrage bereits im November an die Veranstalter und im Januar haben wir noch das Angebot unterbreitet die Strecke auf 50m zu verkürzen, technisch wäre es möglich gewesen.“ Die Ankündigung seitens des DLV, im nächsten Jahr einen neuen Versuch zu starten, ist für die aktuell betroffenen Kinder, deren Eltern und die engagierten Mitstreiter kein Trost.

PS: Den Endlauf im Rahmen einer Stunde mit Leipziger Top-Athleten wie Vizeweltmeisterin Cindy Roleder durchzuführen, war so kurzfristig nicht mehr zu organisieren. Am Sonntag, nach der letzten Siegerehrung, wird die Arena zur bekannten Veranstaltungshalle zurückgebaut. Für die Leichtathletik steht immer nur ein begrenztes Zeitfenster im Februar zur Verfügung.

Von Kerstin Förster

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