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KHL-Präsident erteilt Torpedo Leipzig eine Absage - "Wunsch allein reicht nicht"

KHL-Präsident erteilt Torpedo Leipzig eine Absage - "Wunsch allein reicht nicht"

Die Pläne klangen vielversprechend. Jetzt steht ein Leipziger Großprojekt im Sport vor dem Aus, bevor es überhaupt begonnen hat. Der Grund: Die Hauptentscheider für russisches Profieishockey in der Messestadt senkten ihre Daumen nach unten.

Leipzig. „Es gibt einige Standorte, die in die KHL wollen. Aber es reicht nicht, den Wunsch zu haben“, sagte Alexander Medwedew, Präsident der russischen Profiliga KHL, am Montag bei einer Pressekonferenz am Rand der Eishockey-WM in Bratislava.

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Leipzig. Die Pläne klangen vielversprechend. Jetzt steht ein Leipziger Großprojekt im Sport vor dem Aus, bevor es überhaupt begonnen hat. Der Grund: Die Hauptentscheider für russisches Profieishockey in der Messestadt senkten ihre Daumen nach unten. „Es gibt einige Standorte, die in die KHL wollen. Aber es reicht nicht, den Wunsch zu haben“, sagte Alexander Medwedew, Präsident der russischen Profiliga KHL.

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Für eine Teilnahme an der KHL müsse man drei Voraussetzungen erfüllen: erstens die Infrastruktur, zweitens das Budget und die Finanzierung und drittens ein wettbewerbsfähiges Team. Leipzig erfülle nicht einmal eine dieser Bedingungen, zitiert das Fachportal eishockeynews.de den KHL-Chef.

Zuvor hatte sich bereits der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), Uwe Harnos, gegenüber der Leipziger Volkszeitung skeptisch zu dem großspurig angelegten Vorhaben in der Messestadt geäußert. Es liege weder ein tragfähiges Konzept der Torpedo Leipzig GmbH vor, noch habe die russische Seite überhaupt Interesse an einem derartigen Projekt.

Harnos erhielt zuletzt zahllose Anfragen zu diesem Thema und mehrfach "gegenläufige Informationen". Deshalb erkundigte er sich am Rande der Eishockey-WM in der Slowakei persönlich nach dem Stand der Dinge, sprach unter vier Augen mit Medwedew und dem russischen Verbands-Präsidenten, Torwart-Legende Wladislav Tretjak.

Medwedew habe zwar bestätigt, Stefan Lindner von der Firma Tri Holding, der das Vorhaben angeschoben und in die Öffentlichkeit gebracht hatte, zu kennen. Doch Lindner handle nicht im Auftrag der KHL, genieße nicht deren Unterstützung. Es gebe zudem keine finanziellen Zusagen seitens der KHL, auch nicht vom Energieversorger Gazprom, dessen Vizepräsident Medwedew ist.

Richtig sei nur, dass die KHL erwägt, ihren Spielbetrieb auf andere Länder auszuweiten. Dabei stünden aber Deutschland und der Standort Leipzig nicht im Fokus. Der russische Verband, der wie der deutsche ein Leipziger Team in der KHL genehmigen müsste, winkte ebenfalls ab. "Originalton Tretjak: Ich weiß von nichts", berichtete Harnos.

Der DEB-Chef hatte sich vor geraumer Zeit mit Lindner getroffen, ließ sich dessen Pläne erläutern: Start in der KHL noch 2011, Investitionen von 35 Millionen Euro, Umbau der Leipziger Messehalle 15 in eine moderne Eishockey-Arena für 10.000 Zuschauer, ein Internat, eine Trainingshalle. Verhandlungen mit der Stadt würden laufen. Lindner habe auch große Geldsummen für die Nachwuchsförderung des DEB und des Sächsischen Verbandes versprochen.

"Unter der Voraussetzung, dass wir noch für diesen Herbst eine Genehmigung erteilen", so Harnos: "Ich habe ihm gesagt, dass dies so schnell nicht möglich sein wird, und dass wir uns nur dann ernsthaft mit dem Projekt befassen können, wenn wichtige Bedingungen erfüllt sind."

Wie Klarheit bei der Finanzierung, Sponsorenverträge, die Bürgschaft einer Großbank. "Herr Lindner hat mit Millionen jongliert, ohne das untersetzen zu können", sagte Harnos. Vor allem aber müssten die Russen Leipzig wollen. Lindner habe daraufhin angekündigt, offizielle KHL- und Verbandspapiere nachzureichen. Passiert sei nichts.

In der Folge habe der DEB auf russischer Seite vorgefühlt. Als Sportdirektor Franz Reindl negative Signale erhielt und diese kommunizierte, sei der DEB öffentlich bezichtigt worden, die Unwahrheit zu verbreiten. Harnos ärgerte sich. "Aber es gab Stimmen in unserem Verband, dass wir den Leipzigern so eine Chance nicht verbauen dürfen, wenn es sie denn gibt." Und so beschloss er, selbst bei Medwedew und Tretjak vorzusprechen.

Wolfram Werner, Geschäftsführer von Torpedo Leipzig, erklärte auf Anfrage: "Wir verfolgen das Projekt weiter, haben noch keine Antwort des DEB auf unseren Antrag. Herr Harnos sollte statt mit der Presse mit uns reden."

Medwedew hat derweil ein anderes Projekt in trockene Tücher gelegt. Vor Journalisten verkündete er die Aufnahme des slowakischen Klubs HC Lev Poprad in die KHL von Herbst 2011 an. Außerdem kündigte der Präsident eine weitere Pressekonferenz für kommende Woche an. Das Thema: Einstieg von Mailand in die KHL von der Saison 2012/13 an.

Steffen Enigk/Matthias Roth

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