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Kanu-Olympiasieger Gille und Wylenzek: Meister ihres Faches

Kanu-Olympiasieger Gille und Wylenzek: Meister ihres Faches

Die Vorgabe ist so gut wie in Stein gemeißelt: Ein Mann soll ein Haus bauen, einen Baum pflanzen und einen Sohn zeugen - eine Zugabe in Form von Olympia-Gold lässt das ganze Projekt noch glänzender erscheinen.

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Christian Gille und Tomasz Wylenzek am Sonnabend bei einem gemütlichen Schlauchboot-Ausflug in Richtung Cospudener See.

Quelle: Christian Nitsche

Canadier-Champion Tomasz Wylenzek hat dafür sein Bestes getan. Der 30-Jährige machte aus einer Bauruine in Essen ein gemütliches Heim, sorgte für viel Grün und wurde vor vier Wochen stolzer Vater von Julian. Heute trägt "Tomek" die Fahne der Internationalen Kanu-Föderation zur Eröffnung der Kanu-Weltmeisterschaften im Sportpark Duisburg.

"Gänsehaut-Feeling" wird den Lokalmatadoren wie schon zur Heim-WM 2007 erwarten. "Das war die schönste WM von allen, eine Stimmung wie im Fußball-Stadion. Das Publikum hat uns super unterstützt", schwärmt Tomasz Wylenzek noch immer von den grandiosen Tagen, die ihm mit seinem Partner Christian Gille (37) aus Leipzig einen kompletten Medaillensatz bescherten. Ein Jahr darauf erkämpfte das Duo Gille/Wylenzek bei den Sommerspielen in Peking spektakulär Silber (nach dem dramatischen 1000-Meter-Finale musste Wylenzek wegen eines Kollapses im Krankenwagen versorgt werden) und auf der halben Distanz Bronze.

Die sportliche Zusammenarbeit endete im Frühjahr 2009, als der DHfK-Athlet seinen Rücktritt vom aktiven Leistungssport bekannt gab. Doch nach wie vor pflegt dieser engen Kontakt zu seinem Partner aus dem Ruhrgebiet.

Das letzte Treffen ist noch brandheiß. Am Wochenende war Tomasz Wylenzek auf Leipzig-Besuch. Die Star-Kanuten erkundeten mit ihren Partnerinnen Olivia und Jaqueline per Schlauchboot die städtischen Wasserstraßen bis zum Cospudener See. "Auf den Kanälen haben wir ja genug zusammen trainiert. Jetzt gönnen wir uns bei den Freizeit-Touren auch ein Bierchen", plaudert Hobby-Kapitän Gille über den Kurs privater Natur. Dabei lässt ihn das Geschehen um die deutsche Kanu-Flotte nicht los. Im Vorjahr war der Bambi-Preisträger als Eurosport-Kommentator für London auf Sendung. "Schade, das hätte ich für die WM auch gern wieder gemacht. Aber ich habe Dienst", bedauert Brandmeister Gille, um gleichzeitig "Feuer und Flamme" für seine neue Berufung mit Adrenalin-Kick zu sein. "Ich bin heiß auf diesen Job. Ich bereue keinen Tag, in meinem Alter diesen großen Schritt gewagt zu haben", betont der gelernte Kfz-Mechaniker.

Um ihre Nachfolger sorgen sich die legendären "Altmeister" nicht. Bekanntlich überraschten in London die Potsdamer Youngster Peter Kretschmer (21) und Kurt Kuschela (24) im C2 über 1000 m mit Gold. Auch wenn sie nach dem Feier-Marathon nicht ganz frisch in die Saison kamen und das WM-Ticket auf ihrer Lieblingsstrecke verpassten, haben sie großes Potenzial. "Die Pause nach Olympia hatten sie sich verdient. Ich bin mir sicher, dass von diesem Boot noch einiges zu hören sein wird", glaubt Tomasz Wylenzek, dessen WM-Titel-Partner von 2011, der Leipziger DHfK-Kanute Stefan Holtz (32), in Duisburg mit Vereinskollegen Robert Nuck (30) auf Medaillenjagd geht. Gespannt warten die Experten auf das neue 1000-m-Duo Ronald Verch (27/Potsdam) und Sebastian Hennig (21/Leipzig). "Die haben was drauf. Es wäre toll, wenn sie was reißen", drückt Gille den Daumen. Nach dem Pech zur EM Mitte Juni in Portugal sind die Schützlinge vom Leipziger Bundestrainer Kay Vesely (37) hoch motiviert für den WM-Auftritt.

Noch einmal im Rampenlicht wird Tomasz Wylenzek stehen - bei seiner offiziellen Verabschiedung. Der Jung-Papa und Polizeimeister (am Flughafen Düsseldorf) hat sich seine sportlichen Träume erfüllt, aber er geht nicht wirklich. Denn es gab bereits eine Anfrage, ob er im Kanusportverein Duisburg eine Canadier-Gruppe aufbauen würde. Frauen an Bord! "Wenn es die Dienstpläne zulassen, gern."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.08.2013

Kerstin Förster

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