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Kanuslalom: Nichts für Frostbeulen

Kanuslalom: Nichts für Frostbeulen

Angenehme Überraschung am Markkleeberger See: Die Pumpen wühlten das Wasser in den vergangenen Tagen offenbar so stark auf, dass die Temperatur des kühlen Nass' von ein auf drei Grad anstieg.

Frühlingsgefühle werden bei den dreitägigen Frühjahrsrennen der Slalom-Asse um Weltranglistenpunkte sowie 5000 Euro Preisgeld beim Sprintcup dennoch nicht aufkommen. Zwei spannende Fragen stellen sich allemal: Wie sind die deutschen Asse aus der Winterpause gekommen? Und erreichen die Newcomer aus Indien ohne Schwimm-Einlage das Ziel?

In ihrer Heimat herrschen derzeit Temperaturen um 33 Grad. Kein Wunder, dass die erstmals zu einem Kanuslalom-Weltranglistenrennen nach Europa gereisten Inder gestern froren wie die Schneider, zumal sie beim Training im anspruchsvollen Wildwasser erwartungsgemäß Mühe hatten, ohne Kenterung das zweite Tor zu erreichen. In gewisser Weise sind die Asiaten aber auch Leidensgenossen der deutschen Natio­nalmannschaft. Denn deren Paddler mussten nach ihrer Rückkehr vom Trainingscamp in Sydney sogar einen Temperatursturz von rund 40 Grad ver­kraften.

Kanuslalom im Frühjahr 2013 ist kein Sport für Frostbeulen. Das Rennen wird durchgezogen. Natürlich hoffen die abgehärteten Sportlerinnen und Sportler, dass der Osterspaziergang die Sportfans in den kommenden Tagen an den Kanupark führt, wo Slalomartisten aus 15 Nationen am Start sind und wo die deutsche Elite in vier Wochen um die Auswahl-Tickets bei EM und WM streiten wird.

Neu motiviert nach der knapp ver­passten Olympiateilnahme zeigte sich am Donnerstag Lokalmatador Jan Benzien den lokalen Medienvertretern. Der 30-Jährige vermarktet sich seit vier Jahren selbst und präsentierte mit Sachsenobst bereits seinen neunten Sponsor und Förderer. Am Pressefrühstück durfte auch sein Zweierpartner teilnehmen. Letztes Jahr waren Franz Anton und Jan Benzien die Quereinsteiger der C2-Szene, nun gehören sie nach der verletzungs- und krankheitsbedingten Absage der LKC-Klubkollegen Schröder/Henze sowie der Schkopauer Behling/Becker plötzlich zu den Favoriten.

Starten werden Anton und Benzien auch weiter im Einer, wo am Wochenende der erste Vorgeschmack auf den Vierkampf mit Sideris Tasiadis aus Augsburg und Nico Bettge aus Magdeburg erwartet wird. Die beiden Leipziger sind guter Dinge, wobei Franz Anton zugibt, dass er im Training schneller friert und wohl auch im Wettkampf mit Handschuhen paddeln wird. "Aber", so gibt der angehende Polizist zu, "wenn das Training Spaß macht und ich Lust aufs Paddeln habe, geht es mit der Kälte". Jan Benzien zeigt sich dagegen besonders hartgesotten: "Ich werde versuchen, ohne Handschuhe zu starten." Der Vorteil: Er kann dann noch enger an den Torstangen vorbei fahren, muss weniger Berührungen und Strafsekunden befürchten.

Beim Sparkassen-Sprintcup am Montag wird diese Regel außer Kraft gesetzt. Dann besteht der Kurs nur aus etwa zehn Toren, dürfen die Stangen wie im alpinen Skisport berührt und sogar weggeschlagen werden. Das Problem: Im Gegensatz zum mit Schienbein-Schutz fahrenden Felix Neureuther können sich die Paddler schneller blaue Flecken holen. Denn die dann tiefer hängenden Stangen sind schwer, zumal sie auf der windanfälligen Strecke zusätzlich mit Sand gefüllt sind. Da gehört dann besonders viel Mut dazu, mit gefühlt doppelter Geschwindigkeit durch die Tore zu jagen. Für besondere Spannung wird das neue Format in jedem Fall sorgen.

 

 

iZeitplan des Weltranglistenrennens, Sonnabend (freier Eintritt), 9 bis 14 Uhr und 15 bis 17.30 Uhr: Qualifikation, Ostersonntag (5 Euro, freier Eintritt für Kinder unter 14 Jahren), 10 bis 13 Uhr: Halbfinale. 14 bis 16 Uhr: Finale. Zeitplan des Sparkassen-Sprintcups am Oster­montag (5 Euro, freier Eintritt für Kinder unter 14 Jahren), 10 bis 13 Uhr: Qualifikation, 14 bis 15.30 Uhr: Finale.

www.slalomevents.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.03.2013

Frank Schober

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