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Kanuslalom: Schmerzschrei zum EM-Ticket

Kanuslalom: Schmerzschrei zum EM-Ticket

Die EM-Neulinge Eric Mendel und Alexander Funk stießen im C2 in die Lücke, die sich nach dem Rücktritt der Hallenser Becker/Henze und dem verletzungsbedingten Ausfall des LKC-Olympiabootes Schröder/Henze auftat.

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Die für Bad Kreuznach paddelnden Leipziger Eric Mendel (l.) und Alexander Funk hoffen, dass die EM trotz des Hochwassers in Polen stattfindet.

Quelle: Jochen A. Meyer

Der gebürtige Leipziger Eric Mendel und sein aus der Nähe von Koblenz stammender Zweierpartner starten für "Funkers" Heimatverein Bad Kreuznach, obwohl auch Funk schon seit 2007 in Leipzig lebt und trainiert. Damals entschied er sich für das hiesige Sportgymnasium und gegen den Wechsel nach Augsburg.

"Beim LKC wären wir zwei unter vielen. In Bad Kreuznach sind wir das beste Boot, bekommen alle Unterstützung", erklärt Mendel, der erst seit eineinhalb Jahren ein Team mit dem Rheinländer bildet. Seit der Vorsaison geht der Sachse vereinsmäßig fremd - eine Steilvorlage, die die LKC-Kollegen gern aufnehmen und mit Sprüchen unterlegen. "Im Bootshaus werde ich seither Wessi genannt", schmunzelt Mendel, der von LKC-Chef Frithjof Bergner schon mal zu hören bekommt, dass er "nur geduldet" ist. Das Ganze läuft auf spaßiger Ebene ab. Denn Bundesstützpunkt-Chef Bergner ist über jeden Kader froh, der in Leipzig trainiert, aber dem LKC nicht auf der Tasche liegt. Die Zusammenarbeit klappe bestens. Mendel/Funk sind meist mit dem LKC unterwegs, die Rechnung für das Duo schickt Bergner unkompliziert nach Bad Kreuznach.

Viel komplizierter war der Weg zum EM-Ticket, das beide in einer dramatischen Qualifikation dem LKC-Duo Westphal/Jork wegschnappten. Es war ein Duell auf Augenhöhe, das erst im letzten Rennen in Augsburg entschieden wurde. Westphal/Jork gingen leicht favorisiert in den Zweikampf. Beide paddeln schon seit Jahren zusammen, trainieren über Landespolizei und Bundeswehr unter professionellen Bedingungen, was sie in der Vorbereitung mehrere Wochen nach Sydney führte. Mendel/Funk gehören zu den wenigen Studenten im EM-Team. Funk büffelt gemeinsam mit dem USC-Basketballer Walter Simon Wirtschaftsingenieurwesen an der HTWK. Mendel studiert Sport/Gesellschaftskunde (Lehramt).

Vor allem drohte die Gesundheit beiden einen Strich durch die Rechnung zu machen. "Im Februar fielen wir nacheinander wegen einer kaputten Schulter aus", erzählt Funk, der über Ostern einen Infekt auskurieren musste, statt beim Weltranglistenrennen in Markkleeberg die Form zu testen. Damit nicht genug. Beim Abschlusstraining zur Quali in Augsburg passierte es auf der letzten Fahrt. "Funker" lehnte sich bei einem Manöver so stark zur Seite, dass sich untere Rippe und Becken trafen. Die Folge: Bauchmuskelzerrung, Knochenhautreizung und Höllenschmerzen. Der 22-Jährige wurde von seinem ein Jahr älteren Zweierpartner in die Notaufnahme gebracht, wo sie fünf Stunden warten mussten. Die beiden letzten Quali-Tage fuhr er mit hoher Dosis Schmerztabletten und einem Tape-Verband, nur der Teamarzt und wenige Trainer waren eingeweiht. "Bei fast jedem Paddelschlag habe ich hinter mir einen Schmerzschrei gehört", erzählt der frühere Wasserspringer Mendel. Umso erstaunlicher, dass sie das letzte Rennen sogar gewannen, als sie die Fahrfehler der Top-Boote Anton/Benzien (LKC) und Müller/Müller (Halle) nutzten. Danach rasierte sich Funk erstmals nach fünf Wochen wieder den Bart ab. "Er hat sich für mich mit rasiert. Bei mir wächst ja nichts", flachst "Milchreisbubi" Mendel.

Oberstes Ziel für Krakau: Die Quali überstehen und ins Halbfinale der 20 besten Boote einziehen. "Wenn wir einen guten Lauf erwischen und die anderen Fehler machen, ist vielleicht noch mehr drin", liebäugelt Mendel, der von einem Infekt im Trainingslager in Prag gerade genesen ist. Eine zweite Chance bietet sich im Teamwettbewerb zum Abschluss.

Mit dem Quali-Sieg in Augsburg schafften beide nicht nur den Sprung zur EM, sondern sind auch bei allen fünf Weltcups dabei. Für die WM wird es Ende Juli/Anfang August eine zweiteilige interne Ausscheidung mit Schröder/Henze geben, die bereits wieder trainieren. Frank Schober

Leipziger EM-Starter, C1 und C2: Franz Anton, Jan Benzien, C2: Eric Mendel/Alexander Funk, K1: Cindy Pöschel, C1: Lena Stöcklin, Karolin Wagner.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.06.2013

Frank Schober

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