Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Kanuslalom-WM: Team-Silber für Cindy Pöschel - vier Medaillen für deutsches Team

Kanuslalom-WM: Team-Silber für Cindy Pöschel - vier Medaillen für deutsches Team

Als das medaillenlose Abschneiden in den Einzeldisziplinen fast schon feststand, bekam der letzte Finaltag der Kanuslalom-Weltmeisterschaften in Prag doch noch eine positive Wendung für den Deutschen Kanu-Verband (DKV).

Voriger Artikel
Leipziger Kanuslalom-Asse holen Silber und Bronze bei der WM in Prag
Nächster Artikel
Torwart-Kongress die kommenden drei Jahre in Leipzig

Cindy Pöschel vom Leipziger Kanu-Club. (Archivfoto)

Quelle: Christian Nitsche

Prag. Drei Nationen protestierten bei der Jury vergeblich gegen vermeintliche Torberührungen ihrer Kajak-Damen. Auch DKV-Cheftrainer Michael Trummer aus Zeitz versuchte, zwei Strafsekunden der zunächst fünftplatzierten Jasmin Schornberg wegzubekommen. "Das Videobild zeigte aber eindeutig, dass Jasmin hauchdünn berührt hatte. Der Stab drehte sich nur leicht um die eigene Achse, das war mit bloßem Auge kaum zu sehen." Dennoch rutschte die 27-Jährige aus Hamm im Nachgang noch auf den Bronzeplatz.

"Denn", begründete Trummer, "nach dem Protest der Slowaken und USAmerikaner schaute sich die Jury den Lauf deren Sportlerinnen noch einmal genau an und fand Berührungen, die nicht im System standen." Also schnitten sich besagte Nationen ins eigene Fleisch, Jana Dukatova und Dana Mann bekamen zwei weitere Sekunden aufgebrummt und fielen hinter Jasmin Schornberg zurück. Trummer freute sich natürlich über das Endergebnis: "Die Medaille von Jasmin rettet unsere Bilanz." Trotzdem dachte er auch an die Außenwirkung seiner Sportart und meinte: "Im Finale müssen die besten Kampfrichter werten und hochkonzentriert sein. Es kann nicht sein, dass klare Berührungen übersehen werden."

Die Olympia-Fünfte Jasmin Schornberg, die sich wie bei ihrem WM-Titel 2009 in Spanien im im aktuellen nacholympischen Jahr besonders stark präsentiert, freute sich riesig: "Für alle im Team war es eine Riesenerleichterung. Als mir alle um den Hals gefallen waren und gratuliert hatten, bin ich in Tränen ausgebrochen. Das ist ein schöner Abschluss eines guten Jahres."

Cindy Pöschel vom Leipziger Kanu-Club hatte sich als Halbfinal-Sechste riesig über ihr das Erreichen ihres ersten WM-Endlaufes gefreut. Im Finale paddelte die 23-Jährige voll auf Angriff, hatte die deutlich schnellsten Zwischenzeiten, ehe ihr zwei Fehler unterliefen: In Tor 14 schlüpfte sie nur noch knapp mit dem Kopf, bekam aber 50 Strafsekunden. Und vor dem letzten Auswärtstor kippte sie um, verlor bei ihrer Rolle wertvolle Zeit und wurde Zehnte. Doch drei Stunden später strahlte sie übers ganze Gesicht: Im Team-Wettbewerb errang Cindy Pöschel mit dem Kajak-Trio der Damen Silber. "Es hat Riesenspaß gemacht, ich bin mit meiner ersten WM sehr zufrieden", sagte die angehende Landespolizistin.

Im C2 hatten ihre Klubkollegen David Schröder/Frank Henze als 15. und Franz Anton/Jan Benzien als 17. das Finale verpasst. Im Mannschafts-Finale wurden sie nach zunächst starker Fahrt zu den Pechvögeln des Tages: Am vorletzten Tor kippten Schröder/Henze um, so ging die zum Greifen nahe Medaille den Bach beziehungsweise die Moldau hinunter. Dennoch kehren fünf der sieben Leipziger LKC-Starter mit Edelmetall zurück.

Das DKV-Team holte in der Endbilanz je zweimal Silber und Bronze. Der Chefcoach hatte vor der WM aufgrund der starken Weltcup-Vorstellung seines Teams mindestens zwei Einzelmedaillen wie bei den olympischen Spielen in London als Ziel ausgegeben. Letztlich war Trummer aber auch mit einmal Bronze sowie zwei vierten Plätzen und einem fünften Rang im Einzel zufrieden: "Wir waren in allen Finals vertreten, was uns im C2 lange nicht gelungen ist. Da die Weltspitze so eng beieinander liegt, ist fast jeder Finalist auch ein echter Medaillenkandidat. Und man braucht auf diesem Kanal auch ein wenig Glück, weil die Strömung im unteren Teil wechselt." Hinzu komme, dass die Tschechen ihren Heimvorteil gnadenlos genutzt hätten. "Sie trainieren zwei Mal täglich hier an der Moldau. Sie kennen die entscheidenden Passagen genau und können die schweren Aufwärtstore mit viel mehr Risiko anfahren. Das geht uns ähnlich, wenn wir in Augsburg eine WM oder einen Weltcup ausrichten."

Frank Schober

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regionalsport

Jede Woche im LVZ-Tippspiel zur Saison 2016/17 regionale Partien tippen und tolle Preise gewinnen! mehr

Alle Wettquoten zu Spielen von RB Leipzig gibt es bei SmartBets.