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Karin Enke wird 50 - Eisschnelllauf-Ikone feiert Jubiläum und bleibt neugierig

Karin Enke wird 50 - Eisschnelllauf-Ikone feiert Jubiläum und bleibt neugierig

Mit 50 schlittern manche in eine Midlife-Krise, Karin Enke kann diese Zahl aber nicht schrecken: „Fünfzig ist die Hälfte von Einhundert“, bringt die einstige Eisschnelllauf-Ikone ihren Geburtstag am kommenden Montag auf eine einfache mathematische Formel.

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Karin Enke war in den 80er Jahren die dominierende Eisschnellläuferin der Welt, holte dreimal Olympia-Gold und elf WM-Titel. Am Montag feiert sie ihren 50. Geburtstag.

Quelle: dpa

Dresden. Ein halbes Jahrhundert sei für sie kein Grund zum Seufzen, sagt die dreimalige Olympiasiegerin und elffache Weltmeisterin mit einem Schmunzeln. „Ich teile mein Leben in Abschnitte ein. Und jetzt, da die Kinder sich langsam abnabeln, habe ich wieder mehr Raum für mich, für neue Herausforderungen und ich bin neugierig, was noch kommt“, erklärt die Elbestädterin, die ihren runden Geburtstag nur mit Familie und engsten Freunden feiern will.

Ihre sportliche Laufbahn begann Karin Enke im Alter von vier Jahren bei den Eiskunstläufern des SC Einheit Dresden, schaffte es 1977 zum neunten Platz bei der EM in Helsinki. Ein Jahr später wechselte sie aber auf das 400-Meter-Oval unter die Fittiche von Spitzentrainer Rainer Mund. Nach nur zwei Jahren geht ihr Stern bei der Sprint-WM 1980 in West Allis (USA) auf: Auf Anhieb holt Karin Enke den Titel. Nur eine Woche später erkämpft sie in Lake Placid über 500 Meter ihr erstes Olympia-Gold.

Sie führt als Allroundkönnerin die Einteilung in Sprint und Mehrkampf ad absurdum - von ihren elf WM-Titeln gewinnt sie sechs im Sprint-Vierkampf und fünf im großen Mehrkampf, stellt zehn Weltrekorde auf allen Strecken von 500 bis 3000 Meter auf, durchbricht 1986 über 1500 Meter als erste Frau der Welt die Zwei-Minuten-Schallmauer. Die 1:59,30 Minuten haben bis in die Zeiten des Klappschlittschuhs Bestand, werden erst 1997 von der Kanadierin Catriona LeMay-Doan gebrochen.

Ihre Sternstunden erlebte Karin Enke, die durch drei Hochzeiten mehrfach den Namen wechselte, bei den Olympischen Spielen 1984 in Sarajevo. Dort gewann sie als Karin Kania zweimal Gold (1000 und 1500 Meter) und zweimal Silber (500 und 3000 Meter). Vier Jahre später in Calgary kehrt die Ausnahmeathletin mit zwei olympischen Silber- und einer Bronzemedaille heim. Nach dem WM-Mehrkampftitel - Einzelstrecken-Weltmeisterschaften gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht - im gleichen Jahr hängt sie die Schlittschuhe an den Nagel.

1991 wird Karin Enke als erste Eisschnellläuferin für ihr Lebenswerk mit der Jacques Favart Trophy geehrt. „Der magischste Moment war für mich in West Allis, weil der erste Titel so überraschend kam. Die schlimmste Enttäuschung erlebte ich in Calgary 1988 über 3000 Meter, wo es nicht zur Medaille reichte. Vielleicht habe ich damals zu viel gewollt, aber auch Tragik gehört zum Sport“, sagt die Ausnahmekönnerin rückblickend.

Auch wenn sich die dreifache Mutter noch gern an ihre Laufbahn erinnert, sind ihr andere Dinge im Leben längst wichtiger. „Sportlicher Ruhm ist schnell vergänglich. Für mich viel nachhaltiger war der Abschluss meines Studiums“, bekennt die gelernte Kosmetikerin, die sich nach der Geburt ihrer Kinder Sascha (26), Laura (19) und Sarah-Maria (18) fast 14 Jahre lang um die Familie kümmerte. Ihr neuer Lebensgefährte Peter, ein Österreicher, ermunterte sie zum Studium. „Mit 44 Jahren schrieb ich mich an der TU für Erziehungswissenschaften mit Schwerpunkt Sozialpädagogik ein. Ich habe dort den gleichen Ehrgeiz wie im Sport entwickelt“, erzählt sie und fügt stolz hinzu: „Bereits nach acht Semestern hatte ich meinen Abschluss geschafft.“

Seit einem Jahr betreut sie in einer gemeinnützigen Gesellschaft psychisch Kranke. Eine Arbeit, die den einstigen Sportstar ausfüllt. „Das ist ein guter Einstieg ins Berufsleben, soll aber noch nicht Endstation sein. Ich habe eine Gelassenheit erreicht, die ich vor Jahren noch nicht kannte, die für mich Glück bedeutet“, betont Karin Enke.

dpa

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