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Keine Schnellschüsse: DEB-Präsident tritt bei Leipziger Eishockey-Plänen auf die Bremse

Keine Schnellschüsse: DEB-Präsident tritt bei Leipziger Eishockey-Plänen auf die Bremse

Russisches Profi-Eishockey im sowjetischen Pavillon und in Halle 15 auf der Alten Messe? Der Präsident des Deutschen Eishockey Bundes (DEB), Uwe Harnos, tritt bei den Plänen des Unternehmers Stefan Lindner, in Leipzig eine Mannschaft der russischen Liga KHL zu installieren, vorerst auf die Bremse.

Leipzig. „Man kann eine Entscheidung dazu nicht aus der Hüfte schießen“, sagte er am Montag gegenüber LVZ-Online. „Wir haben in Leipzig und Sachsen bestehende Eishockey-Strukturen, in ganz Deutschland gibt es ein funktionierendes System. Da muss man erst mal schauen, wie sich das in Einklang bringen lässt“, so Harnos.

Das DEB-Präsidium hatte am Samstag seine Entscheidung darüber vertagt, ob der neu gegründete Verein Torpedo Leipzig ab der Saison 2012/2013 in der russischen Liga starten darf oder nicht. Hintergrund: Sowohl der deutsche als auch der russische Eishockey-Verband sind Mitglied der International Ice Hockey Federation (IIHF). Bevor Mannschaften eines Verbandes auf fremdem Boden im Ligabetrieb antreten dürfen, müssen die dortigen Dachorganisationen eine Genehmigung erteilen. „Die Frage ist doch, was es für das deutsche Eishockey bedeutet, ob es uns eishockeytechnisch nach vorne bringt. Das muss man tiefer prüfen“, erklärte Harnos. „Wir wollen in Deutschland Eishockey fördern und entwickeln. Daran müssen wir uns messen.“

DEB fordert offizielle Anfrage aus Russland

Der St. Petersburger Geschäftsmann Lindner und Torpedo-Geschäftsführer Wolfram Werner hatten ihr Konzept am Rande des U18-Eishockey-Länderspiels zwischen Deutschland und Russland in Crimmitschau (4:5 nach Penaltyschießen) dem DEB-Vizepräsidenten Erich Kühnhackl übergeben. Sie zeigen sich nach wie vor optimistisch, ihre Vision von einer 10.000-Zuschauer-Halle mit angegliedertem Trainingszentrum für Profi-Eishockey auf der Alten Messe verwirklichen zu können. „Wir haben unsere Pläne vorgestellt, jetzt muss sich der DEB darüber eine Meinung bilden“, so Werner.

Harnos, der derzeit in Spanien weilt und bei dem Treffen nicht dabei war, betont dagegen, dass keine Entscheidung fallen könne, solange keine offiziellen Anfragen vom nationalen russischen Verband und der Profi-Liga KHL vorliege. Diese seien bislang noch nicht beim DEB eingegangen. „Solange nichts Konkretes da ist, werden wir uns auch nicht damit beschäftigen. Über ungelegte Eier kann man nicht diskutieren“, teilte der DEB-Chef mit.

Torpedo-Chef Werner zeigt sich von dieser Forderung überrascht und verwies auf die bereits signalisierte Rückendeckung seitens der KHL. „Ich unterstütze das Projekt zu 100 Prozent“, hatte der Präsident der Liga, Alexander Medwedew, am Freitag dem MDR gesagt. „Die Verhandlungen mit der Stadt Leipzig sind im Endstadium und ich bin zuversichtlich, dass wir bald unterschriftsreife Verträge auf dem Tisch haben“, so der Gazprom-Vorstand. „Wenn der deutsche Verband wünscht, dass sich der russische Verband und die KHL auch schriftlich dazu äußern, dann werden wir das natürlich weitertragen“, kündigte Werner an.

Chef der Leipziger Icefighters tritt zurück

Unterdessen legte beim Eishockey-Oberligist Icefighters Leipzig am Montag überraschend Geschäftsführer André Krüll sein Amt nieder. Der Vereinschef erklärte schweren Herzens, er wolle einer möglichen Kooperation mit dem neuen Profi-Club nicht im Weg stehen. Offenbar hatte es persönliche Befindlichkeiten zwischen ihm und Torpedo-Gründer Lindner gegeben. „Ich will mir am Ende nicht vorwerfen lassen, dass das Projekt an mir gescheitert ist“, sagte er. Anfangs habe Lindner jeden Tag angerufen, um weitere Schritte zu besprechen. Dann plötzlich eines Tages sei der Kontakt abgebrochen.

Krüll, selber erfahrener Geschäftsmann, sagt, er habe viel recherchiert und geprüft. Für ihn war immer wichtig, dass seine Icefighters nicht hinten runter fallen. "Was passiert, wenn sich die Investoren in zwei oder drei Jahren zurückziehen? Dann brauche ich doch die Sicherheit, dass mein Verein weiter existieren kann", sprach Krüll seine Bedenken aus. Sein Nachfolger wird der bisherige Manager Lukas Gemeinhardt, der noch in dieser Woche über die Zukunft des Eishockey-Oberliga-Teams mit Torpedo-Chef Werner sprechen will.

Auch im Nachwuchsbereich scheint eine Kooperation mit dem Leipziger Trägerverein der Icefighters, dem SV Fortuna Leipzig, nun wieder offen. „Wir werden noch mal ausloten, inwieweit hinsichtlich des Nachwuchskonzeptes eine Zusammenarbeit möglich ist“, machte Werner deutlich. Fortuna-Abteilungsleiter Michael Neuparth zeigte sich demgegenüber aufgeschlossen. „Wir sind zu Gesprächen bereit.“ Rund 100 Kinder und Jugendliche zwischen 4 und 18 Jahren trainieren derzeit in seinem Verein. Werner betonte: „Ziel ist es, den Eishockey in Leipzig gemeinsam voranzubringen.“

Robert Nößler / Norbert Wulf

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