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Kirchhöfer startet in der GP2 durch

Motorsport Kirchhöfer startet in der GP2 durch

Das Warten hat ein Ende: Leipzigs Rennsport-Ausnahmetalent Marvin Kirchhöfer (21) feiert in der neuen Saison seine Premiere in der Formel1-Nachwuchsserie GP2. Er fährt fürs englische Team Carlin. Die ersten Tests beginnen am Mittwoch in Barcelona.

: Marvin Kirchhöfer vor seinem blauen Boliden beim neuen Team Carlin im englischen Farnham.

Quelle: Foto: privat

Leipzig.  

LeipzigDie Einlaufkurve war in der Tat extrem lang, doch jetzt geht es geradewegs auf die neue Piste: Leipzigs Motorsport-Aushängeschild Marvin Kirchhöfer hat einen Vertrag für die Formel1-Nachwuchsserie GP2 unterschrieben. Der 21-Jährige wird in der Mitte Mai in Barcelona beginnenden Saison für das englische Team Carlin starten.

„Das Angebot hat sich erst ziemlich kurzfristig ergeben. Aber umso mehr freue ich mich und bin stolz darauf, bei diesem Top-Team fahren zu können“, sagte Kirchhöfer, der nach zweimal Bronze in der GP3 unter französischer ART-Flagge in ein neues Cockpit umsteigen wollte. Sein aktuelles Dienstfahrzeug ist ein blauer Bolide, der 600 PS unter der Haube hat und Spitzengeschwindigkeiten über 300 km pro Stunde schafft. Zum Vergleich: In der GP3 gehen die Autos mit 400 PS über die Strecke. Neu auch: Boxenstopp und im Rennen unterschiedliche Reifen. „Das wird strategisch sehr interessant werden und ist für mich eine anspruchsvolle Herausforderung. Ich freue mich extrem darauf.“

Königsklasse bleibt das ganz große Ziel

Lange sah es danach aus, als ob der mehrfach zum sächsischen ADAC-Sportler des Jahres gewählte Rennfahrer für Mercedes beim Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) den Turbo zündet. „DTM wäre auch cool gewesen. Aber im Formel-Sport zu bleiben, bedeutet mir sehr viel“, bekennt Ausnahmetalent Kirchhöfer, der die Königsklasse mit Hamilton, Vettel, Rosberg und Co. weiter als sein ganz großes Ziel ausgibt. Warten auf das Wunder?

„Klar ist das von vielen Faktoren abhängig, einfach so passiert das nicht. Da muss man schon am richtigen Ort die richtigen Leute kennenlernen.“ Kontakte, da braucht’s keinen Hellseher, sind im heiß umkämpften Motorsportgeschäft fast wie ein Lottogewinn. Für Marvin Kirchhöfer war es Franz Hilmer (Hilmer Motorsport), der mit die Weichen auf den GP2-Einstieg stellte. Für den Unternehmer aus Ebensfeld hatte Kirchhöfer Ende 2014 bereits in Abu Dhabi in einem 600-PS-Boliden getestet.

„Wir haben gewartet, Möglichkeiten ausgereizt und jetzt den richtigen Schritt mit der bestmöglichen Option gemacht“, erklärt Uwe Baade, der seinen Sohn seit dessen Karriereeinstieg als Kart-Champion unterstützt. In jeder Beziehung, aber vor allem finanziell zieht der 50-Jährige hinter den Kulissen die wichtigen Strippen. Aktuell konnte der Vater dem Sohn jedoch nicht helfen. Als Marvin Kirchhöfer am Sonnabend im französischen Marseille zum Reifentest einflog, fehlte das Gepäck des Leipzigers. Nur der Helm war im Handgepäck. Tags darauf passte alles wieder.

Mit seinem neuen Team Carlin, dessen Zentrale auf halber Strecke zwischen London und Winchester in Farnham zu finden ist, hat der Leipziger bereits das „Grobe erledigt“. Die erste Sitzprobe ist Geschichte, Lenkrad und Pedale wurden formvollendet an den jungen Fahrer angepasst.

Noch ist das schnittige Auto werbefrei. „Wir sind gerade dabei, das Team der Sponsoren zu formen, von denen gute Signale kommen. Noch sind nicht alle im Boot. Das wird in den nächsten Tagen passieren“, erklärt Uwe Baade zuversichtlich.

In der neuen Rennserie trifft Marvin Kirchhöfer („Ich bin ein Adrenalin-Junkie“) auf einen alten Bekannten. Der Engländer Alex Lynn (22) gewann 2014 die GP3, wechselte dann zum französischen Team DAMS in die GP2. Außerdem wurde Lynn bei Williams Formel1-Entwicklungsfahrer. In seiner ersten GP2-Saison belegte er den sechsten Platz.

Carlin-Einstand auf dem Circuit de Catalunya

Kirchhöfer steht ungeduldig in den Startlöchern. Von Mittwoch bis Freitag wird er seinen Carlin-Einstand auf dem Circuit de Catalunya in Barcelona geben. Mehrere Tests sind angesetzt. „Der Kurs liegt mir“, weiß der schnelle Sachse. Im vergangenen Jahr eröffnete er die Serie mit einem Sieg im zweiten Rennen.

Unter spanischer Sonne kämpfen ab Mitte Mai die 13 Teams um die besten Plätze. Insgesamt elf Rennen sind terminiert. Zu Gast in Deutschland ist die internationale Belegschaft vom 29. bis 31. Juli auf dem Hockenheimring. Für Lokalmatador „MK“ in der Vergangenheit auch eine Meisterpiste. Die Saison endet wie schon in der vergangenen Serie Ende November im Wüstenstaat Abu Dhabi.

„Neues Auto, neues Glück.“

Von Kerstin Förster

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