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LAZ-Hürdensprinter zwischen WM-Freude und Alltags-Frust

LAZ-Hürdensprinter zwischen WM-Freude und Alltags-Frust

Zwei WM-Finalisten an einem Wochenende - für das Leipziger Leichtathletikzentrum (LAZ) waren die Hallen-Welttitelkämpfe in Sopot ein echter Meilenstein.

Cindy Roleder und Erik Balnuweit lassen sich nicht ewig für ihren sechsten Platz über 60 m Hürden feiern. Die kurzzeitig vom Mehrkampf zu ihrer alten Liebe Hürdensprint zurückgekehrte 24-Jährige reist schon heute ins Trainingslager nach Südafrika. Und der 25-Jährige lässt täglich seinen lädierten Fuß behandeln, damit er Anfang April im Trainingscamp in Florida sofort voll belastbar ist.

So schön das Erlebnis Hallen-WM für die Leipziger auch war: Ein wenig schwingt im gestrigen LVZ-Gespräch die Angst mit, dass der Erfolg in der mitunter unergründlichen Sportstadt unterzugehen droht. "Es gab am vergangenen Wochenende im Leipziger Sport nichts höherrangiges als unsere WM. Wenn überall aber nur diskutiert wird, wie Lok oder der HCL gespielt haben, dann verstehen wir das nicht", spricht ein wenig Frust aus Erik Balnuweit, der vor zweieinhalb Wochen bei der Hallen-DM in der heimischen Arena vor ausverkauftem Haus eine tolle Hürden-Show geboten hatte, sich in Sopot aber noch einmal um sechs Hundertstel steigerte.

Auch Hürden-Bundestrainer Jan May aus Leipzig war stolz, zumal mit dem zeitgleichen Gregor Traber aus Tübingen auf Rang fünf ein weiterer DLV-Athlet zum Höhenflug ansetzte. "Wir hoffen, dass unser Klasse-Auftritt von Sponsoren und öffentlichen Förderern belohnt wird. Jahrelang hieß es: Bringt erst mal Leistung. Jetzt haben wir gezeigt, dass wir zur Weltklasse gehören. Und trotzdem müssen wir um jeden Euro kämpfen."

Für Sprint-Bundestrainer Ronald Stein, der seit anderthalb Jahren zugleich Heimtrainer von Erik Balnuweit ist, steht jedenfalls fest: "Im Fußball heißt es: Geld schießt Tore. Bei uns ist es nicht anders: Erfolg kostet Geld." Im Moment sei man dabei, für das Florida-Trainingslager in Vorbereitung der Freiluft-EM im August in Zürich "aus allen Himmelsrichtungen Geld zusammenzukratzen."

Für die Athleten sei es nicht befriedigend, dass sie mit rund 1000 Euro Selbstbeteiligung dabei sind. Bei Erik Balnuweit komme noch hinzu, dass er weitere 500 Dollar an den einheimischen Coach abdrücken wird, um gemeinsam mit den US-Hürdenstars trainieren zu können. Die Investitionen in Top-Trainingsbedingungen seien dringend nötig, um im August konkurrenzfähig zu sein. "Im Männer-Finale über 60 m Hürden standen in Sopot sechs Europäer. Dies zeigt, dass es in Zürich keinen Mü einfacher wird, in den Endlauf zu kommen", weiß Ronald Stein, der den Aufwand der Konkurrenz bestens kennt. Jahrelang habe man die besten Tschechen in Teneriffa getroffen. In diesem Winter hieß es: Die Tschechen haben jetzt mehr Geld. Statt auf die Kanaren würden sie nun nach Florida und Südafrika fliegen.

Apropos: Cindy Roleders Mehrkampf-Kollegen aus Halle trainieren sechs Wochen in Stellenbosch. Bei der Leipzigerin reicht die Kohle gerade für drei Wochen. "Aber ich mache das Beste daraus", sagt die angehende Bundespolizistin: "Vielleicht war dies eine glückliche Fügung, sonst hätte ich umbuchen müssen oder wäre in Sopot gar nicht dabei gewesen."

Wie auch immer: Die Leistungen in Polen sollen allen LAZ-Athleten für den Sommer Mut machen. Auch dem verletzten Alexander John, der 2012 in Helsinki EM-Vierter war. Erik Balnuweit meint: "Ich selbst hatte bis Dezember große Fußprobleme. Nun hat Alex gesehen, dass man auch mit einer abgespeckten Vorbereitung in kurzer Zeit zu Bestleistungen fähig ist."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.03.2014
Frank Schober

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