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LAZ-Staffel und das Eigengewächs: Der unbekannte Vierte

LAZ-Staffel und das Eigengewächs: Der unbekannte Vierte

Zwei Tage nach seinem größten Erfolg sitzt Kevin Straßburger ganz entspannt im Café. Nur wenige Meter von seinem Arbeitsplatz in der Uni Leipzig entfernt plaudert der 25-Jährige von den beiden tollen DM-Tagen in Ulm.

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So sehen Sieger aus: Die 4x100-Meter-Staffel des LAZ Leipzig (von links: Erik Balnuweit, Roy Schmidt, Martin Keller, Kevin Straßburger) gewinnt in Ulm souverän DM-Gold.

Quelle: Ralf Görlitz

Als nahezu unbeschriebenes Blatt hatte er sich am Sonnabend den Traum vom 100-Meter-Finale erfüllt. "Keiner läuft gern als Letzter durchs Ziel. Aber mich hat der achte Platz nicht weiter gestört. Ich war vielmehr froh über meine Bestzeit", erzählt der Student für alte Geschichte, der als wissenschaftliche Hilfskraft arbeitet und bis September seine Masterarbeit schreibt. In 10,48 Sekunden steigerte er sich im Finale gleich um sechs Hundertstel, wobei er seine alte Bestmarke vom Sommer 2012 in Weinheim bei optimalen Bedingungen erzielt hatte. Der gebürtige Hallenser ist mittlerweile bei einer Zeit angekommen, "die sich national sehen lassen kann" - und von der er vor einigen Jahren nicht zu träumen wagte. Neuland ist auch, dass sein Sprint im Donaustadion live im Fernsehen zu bewundern war.

 Dass er 18 Stunden später als schneller Startläufer und mit einem soliden Wechsel auf Martin Keller den Grundstein für den Staffel-Titel mit Sachsenrekord legte, rundete das Wochenende natürlich ab, bescherte ihm zudem die Glückwünsche seiner Professoren und Studenten.

 Mit sechs Jahren zog der Gohliser mit seiner Familie von der Saale an die Pleiße, begann wenig später beim SC DHfK mit der Leichtathletik. Seit neun Jahren wird er beim LAZ von Wolfgang Köhler trainiert. "Besser hätte ich es nicht treffen können", adelt er seinen Trainer, der auch Tino Häber, den Olympia-Achten im Speerwerfen betreut. An dessen Erfolgen hat auch Straßburger Anteil, begleitete er doch den Helden von London in Trainingslager nach Malaysia und Südafrika.

 Als sich Häber Ende November vom LAZ trennte und zum SC DHfK wechselte, legte er öffentlich ein Wort für seinen Kumpel Kevin ein. Dass dieser trotz einer Bestzeit von 10,54 s nicht zu den Sportlern mit Vertrag und monatlichem Salär zählte, fand Häber ungerecht. Straßburger sieht die Situation entspannter: "Ich liege nicht im Clinch mit dem Verein, ich betreibe den Leistungssport als schönen Ausgleich zum Studium." Außerdem weiß er, dass das LAZ finanziell nicht auf Rosen gebettet ist. Der 1,86-m-Mann ist dankbar, dass er im Winter vom Verein 500 und vom Landesverband 250 Euro Trainingslager-Zuschuss erhielt. Und er meint: "Erfolg ist natürlich schön. Aber ich bin nicht in erster Linie Leichtathlet, um damit Geld zu verdienen." Seine Freude wäre komplett, wenn er endlich wieder seine Lieblingsdisziplin ausüben könnte. Denn auf den Sprint konzentrierte sich der Weitspringer nur wegen zahlreicher Wehwehchen. In dieser Saison machte bislang eine Reizung der Patellasehne weite Sätze in die Grube unmöglich. Anfang August will er in Weinheim seine Weitsprung-Bestmarke von 7,37 m steigern - dies sei überfällig. Sollte das Knie nicht mitspielen, sind aber auch 10,48 s über 100 Meter sicher noch nicht sein letztes Wort.

 Zwei seiner Staffelkollegen von Ulm reisten sofort zu den nächsten Aufgaben: Erik Balnuweit will in Kasan ins Universiade-Finale und die WM-Norm anpacken. Roy Schmidt holte sich mit einem perfekten Kurvenlauf zusätzliche Motivation für die U23-EM in Tampere. Nur Alexander John, der von seinen Sprint-Qualitäten her auch meisterwürdig ist, muss erst einmal seine Schleimbeutel- und Kochenhautreizung an der Ferse auskurieren. "Normalerweise hätte ich Mitte der Woche den nächsten Wettkampf gehabt", sagte der DM-Zweite über 110 m Hürden, der von LAZ-Doc Volker Steger vor Ort fitgespritzt worden war: "Doch jetzt muss ich erstmal wieder fit werden und im Wettkampf auf Qualität statt Quantität setzen." Am 17. Juli in Luzern will John die WM-Norm packen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.07.2013

Frank Schober

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