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LTC-Tennis-Trainer Cech über persönliche Motive und die Bilanz seiner Mannschaft

LTC-Tennis-Trainer Cech über persönliche Motive und die Bilanz seiner Mannschaft

Michal Cech hat sich ein schattiges Plätzchen gesucht. Unter einem Sonnenschirm vor dem beschaulichen LTC-Vereinsheim sitzt der Tennistrainer und wischt über seinen Tablet-PC - tiefenentspannt.

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Ein gut gelaunter Michal Cech auf der LTC-Anlage.

Quelle: Daniel Kaiser

Keine gespielte Lockerheit, sondern die logische Konsequenz daraus, dass seine Mannschaft in der Regionalliga so gut dasteht. Bereits vor den beiden abschließenden Spielen am Wochenende ist der Klassenerhalt so gut wie sicher.

Frage: Herr Cech, fühlen Sie und ihr Team sich eigentlich mitunter wie Gallier mit Tennisschlägern, die sich mit großem Zusammenhalt gegen übermächtige, fast nur mit Legionären besetzte Mannschaften wehren müssen?

Michal Cech: Es ist jedenfalls schon so, dass wir durch unseren Teamgeist manches ausgleichen. Gerade in engeren Spielen, wie sie in dieser Saison häufiger vorkamen, kann der Zusammenhalt den Ausschlag für uns geben.

Nach fünf Spielen liegen sie in der Regionalliga auf Platz sechs, jenseits von Gut, aber auch von Böse. Hätten Sie vor der Saison gedacht, so entspannt, nahezu befreit von Abstiegssorgen, in das letzte Heimspielwochenende gehen zu können?

Nein, vor der Saison nicht wirklich. Wir hatten mit zwei Gegnern gerechnet, die für uns gut spielbar sein könnten. Die Liga war insgesamt sehr schwer einzuschätzen. Dass es für uns so läuft, war nicht vorhersehbar.

Am Sonnabend kommt der Tabellendritte Hainsacker, am Tag darauf Schlusslicht TC Piding. Mit welchen Erwartungen gehen Sie in diese Spiele?

Gegen Hainsacker wird es schwer, das ist ein Gegner, der hohe Ambitionen hatte. Doch da für sie der Aufstieg nun außer Reichweite ist, kommen sie vielleicht nicht mit der stärksten Besetzung nach Leipzig. Am Sonntag gegen Piding ist das anders: Die Mannschaft hat noch kein Spiel gewonnen, keine Chance mehr, den Abstieg zu vermeiden. Da wollen wir natürlich noch einmal richtig zuschlagen - und das Spiel zum Abschluss gewinnen.

Wie groß war die Skepsis vor der Saison, dass ihre Jungs in der Regionalliga mithalten können?

Wir haben vorher eine interne Umfrage gemacht, um zu sehen, wie das Team die Chancen einschätzt. Das Gesamtergebnis war so, dass 40 Prozent für den Klassenerhalt stimmten und 60 dagegen. Da sind wir nun doch auf einem sehr guten Weg. Falls Ismaning am Wochenende gegen schwere Gegner nicht gewinnt, hätten wir es auch ohne einen weiteren eigenen Sieg geschafft.

Brauchte es auch eine große Portion Mut bei Ihnen und Ihrem Team, mit nur zwei Ausländern anzutreten?

Ich denke auf jeden Fall, aber es hat ja geklappt! (lacht). Das war definitiv ein Abenteuer. Wir wussten natürlich, dass wir ab Position drei mit nicht-professionellen deutschen Spielern antreten. Das sind alles gute Jungs, die aber derzeit mit ihrem Studium einfach andere Prioritäten haben.

Wenn Sie eine erste Bilanz ziehen: In welchen Bereichen haben sich diese Spieler seit Jahresbeginn verbessert?

In allen! Es war harte Arbeit. Nach der Entscheidung, dass wir dieses Abenteuer Regionalliga angehen wollen, haben sich die Jungs richtig reingekniet. Ich denke auch, dass die ersten beiden verlorenen Punktspiele da noch einmal einen großen Einfluss hatten.

Inwiefern?

Einerseits haben die Spieler gemerkt, dass sie doch ziemlich nah dran sind und mithalten können, was sie vielleicht vorher nicht so sehr geglaubt haben. Andererseits war es auch für ihr Spiel bedeutsam: Sie sind mit sehr guten Spielern konfrontiert worden. Das war eine wichtige Erfahrung, von der sie auch zukünftig profitieren werden.

Profitiert hat der LTC indes von seinem Spitzenspieler. Was zeichnet Leonardo Kirche aus - sportlich und menschlich?

Leonardo ist eine riesige Bereicherung für uns. Sein Spiel ist nicht ganz typisch für einen Südamerikaner. Er ist ein kräftiger Mann, der sehr aggressives Tennis spielt. Menschlich ist er ein absolut toller Typ, der sich hier innerhalb weniger Wochen in die Mannschaft integriert hat. Ihn zeichnet eine unglaubliche Freundlichkeit und Gelassenheit aus.

Gibt es darüber hinaus einen Spieler, der Sie besonders überrascht hat in dieser Saison?

Einen würde ich herauspicken - unsere Nummer vier: Toni Pflug. Er hat wirklich eine lange Geschichte hinter sich, war als Jugendlicher sehr erfolgreich, bekam aber in den Jahren danach einige Probleme. Ich denke, er hat - dank harter Arbeit - wieder zu seiner Form und zum Spaß am Tennis zurückgefunden.

Auch Sie haben viel Arbeit investiert, obwohl Sie vielleicht mehr verdienen könnten, wenn Sie stattdessen private Trainerstunden gäben. Verzichten Sie auf Geld, um die Mannschaft zu betreuen?

Das ist so. Die letzten Wochen waren sehr anstrengend, ich war bei jedem Spiel dabei. Es sind einfach die Begeisterung, dieser Einsatz und diese Motivation des Teams, warum ich das hier alles mache.

 

 

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.07.2013

Matthias Mischo

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