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LVB-Triathlon am Kulkwitzer See: Einst Abenteuer, heute Kult

LVB-Triathlon am Kulkwitzer See: Einst Abenteuer, heute Kult

Drei Herren sind die Dauerbrenner beim legendären LVB-Triathlon am Kulkwitzer See, der am Sonntag ab 11 Uhr zum 30. Mal stattfindet. Werner Dutschke (74), Harald Kunze (58) und Andreas Breuer (55) waren von Anfang an dabei - mit Neugier, Spaß und Kampfgeist.

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Andreas Breuer aus Schkeuditz hat seine Urkunde vom "Ausdauerdreikampf" im Juni 1984 aufgehoben.

Quelle: Armin Kühne

Sie nehmen die olympische Variante (1,5 km Schwimmen/40 km Rad/10 km Laufen) in Angriff.

Soviel steht fest: Frieren wird am Jubiläums-Sonntag niemand. Zur Veranstaltungs-Premiere am 30. Juni 1984 sah die Welt am "Kulki" dagegen unterkühlt aus. "Ich bin bald erfroren. Deshalb musste sogar die Schwimmstrecke von 1000 auf 800 Meter verkürzt werden", erinnert sich Altmeister Dutschke an den Beginn einer immerwährenden Leidenschaft. "Später habe ich mir einen Taucheranzug beschafft."

Bei einem Volkslauf an der Mühlwiese hatte Dutschke an einem Baum einen Zettel entdeckt, auf dem der erste Leipziger Triathlon angekündigt war. Damit war das Interesse des Ur-Messestädters, der länger schon im erzgebirgischen Stützengrün wohnt, geweckt. "Seit 1980 war ich als Läufer unterwegs. Für den Ausdauerdreikampf, wie es damals so schön hieß, holte ich das gute alte Diamant-Rennrad raus, Schwimmen ging so einigermaßen. Mein Ziel war es, einfach ordentlich durchzukommen", blickt Werner Dutschke, der damals für die HSG DHfK startete, an das erste Sommerspektakel zurück.

Aus der "Kalten" stürzte sich An­dreas Breuer in den Triathlon. "Es war reine Abenteuerlust, ich wollte das unbedingt mal ausprobieren", sagt der Gärtner aus Schkeuditz. Seine Bestzeit schaffte der Schwimm-Übungsleiter von MoGoNo und Marathon-Experte des LC Auensee im Jahr 2002 mit 2:34 Stunden. Einmal musste Breuer aufgeben. 1984. "Das haben die Kräfte nicht mehr mitgemacht." Kurios. Auf der ersten Teilnehmerurkunde steht "1. Leipziger Ausdauerdreikampf", indes der Stempel drückt die Triathlon-Marke auf.

Geworben hatte ihn seinerzeit Manfred Schmidt, der Kollege aus dem Baukombinat. "Er ist heute noch im Org.-Team dabei, hat also auch Standvermögen gezeigt", anerkennt Breuer die Leistung der Macher um Triathlon-Vater Wilfried Ehrler (84) und Nachfolger Sven Bemmann (47).

Der promovierte Sportwissenschaftler Ehrler und Co. hatten den vom Westen rübergeschwappten Mix im Osten installiert - und sofort hellhörige Zeitgenossen an den Fersen. Die zweite Auflage wäre fast ins Wasser gefallen. "Einen Tag vorher war nicht klar, ob die Veranstaltung stattfinden durfte, weil es dem DTSB nicht passte", erzählt Wilfried Ehrler, der sich an die Parteistelle wandte. Von Roland Wötzel, dem letzten Leipziger SED-Bezirkschef, kam grünes Licht. Ehrler, der für sein Gesamtsportwerk 2002 in der 1000-Dank-Aktion von LVZ und Hasseröder ausgezeichnet wurde, wusste: "Wötzel hatte selbst ein Faible für Ausdauersport und ließ uns gewähren."

Urgestein Ehrler weckte auch Harald Kunzes Neugier auf das Neuland. "Es war in der Zeit meines DHfK-Studiums, als ich von dieser Sache hörte. Da ich alle drei Disziplinen ganz vernünftig hinkriegte, war ich dabei und blieb ­dabei", hat Sporttherapeut Kunze den Triathlon-"Treueschwur" (bisher 150 an der Zahl) geleistet. Motto: "Freude an der Bewegung prägt mein Leben." Mit spektakulären persönlichen Geschichten, Unfällen oder Pannen kann das Trio eher nicht dienen. Mal ein Rempler, ein Ausrutscher oder Stolperer - mehr nicht. "Deshalb hat es wohl auch mit den 29 durchgestandenen LVB-Triathlons geklappt", vermutet Harald Kunze, der den Spaß an erster Stelle sieht.

So auch am Sahara-Sonntag. "Locker rangehen und sehen, wie die Bedingungen sind. Eine Qual sollte es nicht werden." Bei der Wetterlage könnte es, wie schon 2009 geschehen, mächtig krachen. Das Unwetter haben die drei Stammgäste noch im Gedächtnis. "Die Straße war durch die Hagelkörner ganz weiß", so Andreas Breuer, der sich für die anstehende Hitzeschlacht genügend "Tankstellen" an der Strecke wünscht.

Kult bleibt Kult, weil der Veranstaltungsort ideal ist, die Organisatoren ein eingespieltes Team sind und die Zuschauer eine tolle Kulisse bilden. Tausende können nicht irren.

@www.leipziger-triathlon.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.07.2013

Kerstin Förster

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