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Landesjugendspiele: Strecken, schwitzen und Medaillen sammeln

Landesjugendspiele: Strecken, schwitzen und Medaillen sammeln

Das plüschige Glücksschweinchen, sitzend auf einem Kleeblatt, hatte wieder einmal ganze Arbeit geleistet. Als Talisman eben, denn für Doppel-Gold (Einzel/Team) bei den Sparkassen-Landesjugendspielen musste sich die siebenjährige Turn-Hoffnung Lilly-Fay Doberenz vom TuG Leipzig gestern Vormittag gekonnt strecken, drehen, beugen und - viel trinken.

Leipzig. Zwar waren die Temperaturen in der Stützpunkt-Halle Leplaystraße noch erträglich, aber dennoch durften die Mädchen etwas lockerer als sonst die Wettkampfbühne erobern: zwischen den Übungen, versteht sich.

Bis der Nachwuchs (vielleicht) einmal ganz groß rauskommt, wird noch einige Zeit ins traditionsreiche Turn-Land gehen. Auf diesem holprigen Weg brauchen die Sternchen, ihre Trainer und ebenso die Eltern viel Geduld und nicht zuletzt reichlich Entwicklungs-Geld. Im Sächsischen funktioniert das System mal besser, mal mit Abstrichen. "Insgesamt sind wir gut aufgestellt, es wachsen vielversprechende Talente nach. Dazu haben unsere Asse gute Karten für Olympia", sagte Hans Müller (62) als Verantwortlicher der Fachkommission Kunstturnen weiblich im Landesverband und Bundesstützpunktleiter des KTV Chemnitz. Das Rio-Ticket müssen sich die Kandidaten Andreas Bretschneider (präsentierte 2014 am Reck eine Weltneuheit), die zweifache Eurogames-Zweite Sophie Scheder und Pauline Schäfer mit ihren Teams bei den Weltmeisterschaften im Herbst erkämpfen.

In der einstigen Turnhochburg Leipzig scheint die Durststrecke nach dem Bundesliga-Abstieg und Rückzug aus Liga zwei 2013 langsam überwunden. Nicht zuletzt dank frischer Trainer-Kraft. Seit Kurzem arbeitet Sportfakultäts-Absolvent Christopher Roßberg (26) beim TuG in Teilzeit. Die Bemühungen von Fachverband und Verein, dem ehrgeizigen Coach eine Regionaltrainerstelle zu ermöglichen, scheiterten am Geld. Zur Mischfinanzierung hätte die Stadt ihren Beitrag leisten müssen. Da aber Turnen in Leipzig keine Schwerpunktsportart/Nachwuchs ist, blieb die Kasse zu. Gelder aus dem Rathaus fließen dennoch über die Projektförderung. Roßberg, der gestern im Kampfgericht saß und am Wochenende mit den besten Mädels der AK 9 bis 11 zum Bärchenpokal nach Berlin fährt, betonte: "Ich bin sehr motiviert und möchte etwas bewegen. Die Kinder können ja nichts für die Förderpolitik, so wie sie ist."

Vorbilder sind immer willkommen. TuG-Spitzenfrau Tina Jentsch (WM 2006) gibt ihren Erfahrungsschatz an den "Kindergarten" der AK-7-Gruppe weiter. "Das ist eine relativ starke und fleißige Truppe. Ein bisschen mehr müssten die Mädels im Wettkampf ihre Gedanken zusammennehmen. Aber das wird schon noch", ist sich die LehramtsStudentin (Sport/Chemie) sicher.

Wegen der Hitzewelle hat es gestern weitere wetterbedingte Änderungen im Programm gegeben. Die Wettbewerbe im Badminton, Kanu und Fußball wurden abgesagt, die Wettkämpfe im Bowling und Taekwondo auf einen unbestimmten Termin verschoben. Zu Änderungen oder Kürzungen im Wettkampfprogramm kommt es auch im Rudern, Rollhockey, Tennis und Wasserball. Bereits am Donnerstag waren Handball, Hockey und Triathlon für dieses Wochenende gestrichen worden. Aktuell gehen 32 Sportarten ins Rennen. Weitere Einschränkungen sind allerdings nicht ausgeschlossen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.07.2015
Kerstin Förster

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