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Lehrling auf Zeit - Motorrad-Rennfahrer Sandro Cortese begeistert Sachsenring-Publikum

Lehrling auf Zeit - Motorrad-Rennfahrer Sandro Cortese begeistert Sachsenring-Publikum

Im Frühjahr dröhnen traditionell die Motoren - auf internationalen Strecken und auf Pisten nebenan. Wir zeigen auf der Sonderseite, wo was wann fährt - zum Beispiel auf dem Sachsenring, wo Motorrad-Rennfahrer Sandro Cortese (23) im vorigen Jahr die Tribünen zum Beben brachte, als ihm beim Weltmeisterschafts-Lauf der erste deutsche Sieg seit 41 Jahren auf dieser legendären Piste gelang.

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Quelle: srm

Er krönte seine fantastische Saison mit dem WM-Titel in der Moto3. Nach seinem Aufstieg in die Moto2 kann der Deutsch-Italiener von Podestplätzen nur träumen.

Frage: Sie werben seit diesem Jahr als Wessi für den ostdeutschen Sachsenring. Wie passt das zusammen?

Sandro Cortese: Das mache ich doch sehr gern. Der Sachsenring ist die einzige deutsche WM-Strecke. Ich möchte mit dazu beitragen, dass wir dort noch mehr Zuschauer haben als bisher. Für mich gibt es in Deutschland kein Ost oder West. Außerdem: Durch diese neue Tätigkeit wird ja auch meine eigene mediale Wirkung gestärkt. Somit profitieren beide Seiten von dieser Partnerschaft.

Vorige Saison haben Sie mit die Motor3 dominiert, sind von den Fans gefeiert worden. Jetzt sind Sie froh, überhaupt in die Punkte zu fahren. Haben Sie Ihren Wechsel in die Moto2 schon bereut?

Nein. Diese Kategorie ist die am ausgeglichensten besetzte Kategorie. Ich bin bisher im Rahmen meiner Erwartungen gefahren. Bis auf zwei Mann sind die anderen Piloten seit Jahren dabei. Ich kann warten, bis es Klick macht und ich in der Klasse in der Lage bin, vorne mitzumischen. Ich mache keine Vorhersagen, die ich dann nicht erfüllen kann

Was ist denn so anders in der neuen Kategorie?

Das ist, als ob man von einem Fiat in einen Mercedes wechselt. Du kannst nicht mehr in die Kurven reinfliegen wie mit der Moto3-Maschine. Die Anfahrphase muss an solchen Abschnitten anders angesteuert und die Geschwindigkeit extrem gedrosselt werden. In der Moto2 wird schneller gefahren. Die Maschinen haben doch viel mehr Power. Es wird eine völlig andere Fahrlinie vollzogen.

Also werden Sie als Weltmeister eine Klasse höher zum Lehrling?

Stimmt. Ich als ehemaliger Weltmeister bin nun ein Rookie. Die meisten meiner Gegner besitzen hier viel mehr Erfahrung. Ich werde deswegen jedenfalls nicht die Brechstange auspacken. Ich muss einfach Geduld haben und nicht hektisch werden, was bei unserem Sport gefährlich werden kann.

Wann werden Sie vorn um die Podestplätze oder um den Sieg fahren?

Ich wiederhole mich jetzt: Ich setze mich nicht unter Druck, werde auch kein konkretes Ziel nennen. Wir haben natürlich als Team einen Plan, vielleicht kann ich in zwei bis drei Jahren in der Spitze mitkämpfen.

Werden Sie Ihre Kontakte zum Sachsenring-Management nutzen, um sich durch Trainingsrunden einen echten Heimvorteil zu verschaffen?

Das ist verboten. Ich kann nur am Wochenende des WM-Rennens zu den vorgegebenen Zeiten auf der Strecke üben - so wie meine Konkurrenten. Das ist im Regelwerk festgeschrieben.

Müssen Sie für die neue Klasse mehr Fitness vorweisen?

Ja. Das sind viel schwerere Maschinen. Um sie zu beherrschen, brauche ich mehr Kraft und noch bessere Kondition. Ich gehe vier bis fünfmal pro Woche ins Fitness-Studio. Ich will keinem zu nahe-treten, aber mancher Fußballer würde nicht mal eine Stunde auf dem Motorrad durchhalten.

Haben Sie Vorbilder?

Ich habe keine Vorbilder. Jeder muss sich seinen Stil selbst suchen. Und am meisten lerne ich nicht von anderen Leuten, sondern in den Rennen, vor allem in meiner jetzigen Situation, in der neuen, höheren Kategorie.

Haben Sie in manchen Rennsituationen, noch dazu mit den jetzt schweren Maschinen und den wesentlich höheren Geschwindigkeiten, auch mal Angst?

Nein, aber Respekt.

@www.sandro-cortese.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.04.2013

Norbert Töpfer

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