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Leipzig-Marathon: Veranstalter sehen keine Terrorgefahr – „Austausch mit der Polizei“

Leipzig-Marathon: Veranstalter sehen keine Terrorgefahr – „Austausch mit der Polizei“

Nach dem Anschlag beim Boston-Marathon am Montag prüfen die Veranstalter des Leipzig-Marathons ihr Sicherheitskonzept.

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Drei Tote und über 100 Verletzte beim Boston-Marathon. Foto: Stuart Cahill / The Boston Herald

Quelle: dpa

Leipzig. „Wir sind im ständigen Austausch mit der Polizei und der Stadt“, sagte Pressesprecher Stefan Friedrich am Dienstagmorgen. Derzeit gebe es aber keinerlei Hinweise auf eine erhöhte Gefährdung. Am kommenden Sonntag wollen bis zu 9.000 Sportler in der Messestadt an den Start gehen. Neben der Marathondistanz werden auch Läufe über die halbe Strecke, über zehn Kilometer, für Walker, Inlineskater und Rollstuhlfahrer angeboten.

Fotos vom Stadtwerke-Marathon 2012

Terrorgefahr spiele bei den Sicherheitsüberlegungen der Leipziger Ausrichter nur eine geringe Rolle. Vielmehr gehe es um Straßensperrungen. „Im Vordergrund stehen die Läufer auf der Strecke und die Abgrenzung zu den Zuschauern am Straßenrand“, so Friedrich. Dafür seien rund 500 Helfer im Einsatz. Unterwegs ständen auch an mehreren Punkten Sanitäter für Notfälle bereit. Im Start-/Zielbereich werde ein medizinischer Stab eingerichtet. „Wir richten hier unseren 37. Marathon aus, das ist alles erprobt“, erklärte Friedrich. Über symbolische Aktionen, wie eine mögliche Schweigeminute beim Start, für die Opfer von Boston wollte er sich zunächst nicht äußern. Die Ereignisse seien dafür noch zu frisch.

Fotos aus Boston

„Leipzig ist sicher nicht Boston“, sagte auch Jörg Matthé, Abteilungsleiter Leichathletik beim SC DHfK. Die Ereignisse in den USA spielten aber zumindest in den Köpfen der Starter auch in Leipzig eine Rolle. „Viele Läufer hatten in den vergangenen Jahren immer Angst, dass mal etwas passiert“, so Matthé. Die Läuferszene habe aber eher in New York einen Anschlag befürchtet. Leipzig schätzt der Leichtathletikexperte für relativ sicher ein. Der Lauf hier sei wegen seiner überschaubaren Größe für Terroristen einfach nicht interessant, vermutet Matthé. „Ein Restrisiko ist aber immer dabei“, sagte er.

Über Leipziger Starter in Boston hat Matthé keine Informationen. Er selbst hat den Lauf im Livestream im Internet verfolgt. Die Bomben seien erst explodiert, als die besten Athleten längst im Ziel waren. „Ich habe deshalb von dem Anschlag am Abend gar nichts mehr mitbekommen“, so Matthé. Er habe in der Starterliste 237 deutsche Läufer ausgemacht.

Eine von ihnen war Sabrina Mockenhaupt. Sie hat geschockt auf die Ereignisse reagiert. „Warum müssen unschuldige Menschen bluten!!!? Betet für die Verletzten und leider für die Toten und deren Angehörigen! Wahnsinn! Hoffentlich passiert nicht noch mehr!“, schrieb Mockenhaupt im Kurznachrichtendienst Twitter. Die Läuferin aus dem Siegerland war an der US-Ostküste Zehnte geworden und überschritt rund eineinhalb Stunden vor dem Anschlag die Ziellinie.

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Die Deutsche Sabrina Mockenhaupt (r) und Yolanda Caballero (l) laufen am 15.04.2013 beim Marathon in Boston, USA.

Quelle: dpa

Dem TV-Sender Sky sagte sie: „Erstmal konnte ich das nicht glauben. Unfassbar, unfassbar. Die Leute wollen Spaß haben, laufen und waren froh, hier starten zu können und dann passiert so was. Warum immer so wehrlose Menschen, die nichts dafür können?“

Sie sei zum Zeitpunkt des Anschlags schon im Hotel 200 Meter vom Explosionsort entfernt unter der Dusche gewesen. „Als ich wieder zurück in die Hotellobby kam, war plötzlich alles anders“, sagte die 32-Jährige der WAZ-Mediengruppe. „Ich sehe nur sehr viele Verletzte, dazu Polizei und viel Helfer. Wir müssen hier im Hotel bleiben.“

Trotz der Anschläge von Boston soll es auch in Hamburg an diesem Sonntag beim Marathon keine zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen geben. „Für Veranstaltungen wie diese haben wir generell ein hohes Sicherheitsniveau, daran ändert sich nichts“, sagte ein Sprecher der Hamburger Polizei am Dienstag. 400 Beamte seien im Einsatz, um die Strecke zu schützen und den Verkehr umzuleiten. Verbindungen zwischen den Anschlägen in den USA und Hamburg seien bislang nicht erkennbar. „Wir haben momentan keine Veranlassung, etwas zu ändern“, sagte auch Marathon-Geschäftsführer Frank Thaleiser. Bei einer Veranstaltung mit 42 Kilometern öffentlichem Raum könne es aber keine absolute Sicherheit geben. Zu dem Marathon haben sich mittlerweile rund 15 300 Läufer angemeldet.

Matthias Roth/dpa

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