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Leipzig rüstet zum Public Viewing - Leinwände im Zentralstadion und Clara-Zetkin-Park

Leipzig rüstet zum Public Viewing - Leinwände im Zentralstadion und Clara-Zetkin-Park

Während sich Ballack und Co. im südafrikanischen Winter die Hintern abfrieren, wird Deutschland unter einer Hitzeglocke der Fortsetzung des deutschen Sommermärchens entgegen schwitzen.

Leipzig. D i e Alternative zum stickigen Wohnzimmer heißt Public Viewing. Nachdem der Stadtrat mangels Geld den Daumen für den Augustusplatz und Marktplatz senkte, gehen zwei neue Anbieter ins Freiluft-Rennen: Die XXL-Version steigt im Zentralstadion, eine kleinere im Clara-Zetkin-Park.

Stadion-Chef Winfried Lonzen überlässt nichts dem Zufall, hat die Hamburger Vermarktungsagentur The Sports Promoters (TSP) ins Boot geholt. Die Tochterfirma des Sportrechtevermarkters Sportfive gilt als Branchenführer in Sachen Public Viewing, hat für die WM 2010 neben Leipzig bereits feste Vereinbarungen mit den Arenen in Hamburg, Düsseldorf und Frankfurt/Main.

"Natürlich bleibt das Ganze immer ein Stück weit unberechenbar", sagt Lonzen mit Blick auf den vorsichtig geschätzten 300 000-Euro-Etat, "wir teilen uns das Risiko mit der Agentur." Die ist glänzend vernetzt, hat überregionale Sponsoren in der Pipeline, kann zudem die geplante riesige Videowand "zu Vorzugskonditionen" (Lonzen) vermitteln. Für das gute Stück gehen alleine geschätzte 100 000 Euro über den Ladentisch. Anders als 2006, als die Anzeigetafel in der WM-Arena genügen musste, wird diesmal größer gedacht und gebaut.

Die monströse Videowand wird in Richtung Haupttribüne platziert, Sitzplätze und Logen sollen verkauft werden, die Stehplätze im Innenraum gratis bleiben. Lonzens Businessplan: "Bei den Sitzplätzen und Logen denken wir insbesondere an Firmen, die ihren Kunden Gutes tun wollen." Im Zentralstadion sind übrigens nur die deutschen Spiele zu sehen, ein Ausscheiden der Löwianer ist gleichbedeutend mit dem Ende der Veranstaltung.

Der 65-Jährige räumt ein, zunächst die Entscheidung des Stadtrates in Sachen Public Viewing abgewartet zu haben. Erst als das Votum negativ ausfiel und damit ein vermeintliches Alleinstellungsmerkmal winkte, ging die Mannschaft um Lonzen in die Spur.

Allein auf weiter Fan-Flur sind die Zentralstadion-Granden aber keineswegs. Eberhard Wiedemann, rühriger Leipziger Großgastronom (San Remo, Pascucci, Musikpavillon), lässt es zwischen dem 11. Juni und 11. Juli durchgängig krachen. Wiedemann plant eine Art Fußball-Arena mit Werbebanden. Zusätzlich zu den vorhandenen Kapazitäten im lauschigen Idyll wird ein 500-Mann-Zelt mit edlem Holzfußboden entstehen. "Das ganze Gelände wird durch Ordner gesichert", sagt Wiedemann, "es wird nur einen zentralen Eingang geben." Eintritt wird nicht erhoben, Bier und Würste sollen die Investition refinanzieren.

Zwei Großleinwände und diverse mächtige 60-Zoll-Fernseher sorgen für ungetrübten Blick. Dass man sich gegenseitig das Wasser abgräbt, glauben Lonzen und Wiedemann nicht. "Eine Stadt mit 500 000 Einwohnern verkraftet das", sagen beide.

Guido Schäfer

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