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Leipzig verliert Weltcup im Damenflorett - Verband ordnet Turniere neu

Leipzig verliert Weltcup im Damenflorett - Verband ordnet Turniere neu

Die Meldung platzt in die Vorbereitung auf die Europameisterschaft (16.-22. Juli) wie die Nachricht von einem Todesfall in eine Hochzeit: Der Weltcup im Damenflorett findet nicht mehr in Leipzig statt.

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Quelle: dpa

Leipzig. Obwohl Leipzig vom Fecht-Weltverband FIE als Veranstalter gesetzt war, wurde das Turnier auf der FIE-Sitzung am Rande der Junioren-WM in Baku am 1. April nach Tauberbischofsheim vergeben. In diesem Jahr hatte Leipzig den Fecht-Weltcup zum 25. Mal ausgerichtet. Der Deutsche Fechterbund (DeFB) hüllt sich zu dem Thema bisher in Schweigen. "Erst nach der laufenden Junioren-WM gibt es vom Verband eine offizielle Positionierung", erklärt DeFB-Medienchef Olaf Wolf.

Auch wenn zu den Hintergründen der Verlegung noch einiges im Dunkeln liegt und so manche Verschwörungstheorie blüht, so viel ist klar: Der Weltverband hat eine offizielle Neuordnung der Weltcup-Turniere vorgenommen, pro Waffengattung gibt es nur noch acht, kein Land soll insgesamt mehr als drei ausrichten. Tauberbischofsheim verlor bei dem Streichkonzert den Weltcup im Damendegen sowie drei Juniorenweltcups und erhielt offenbar zum Ausgleich (als Trost?) die Florettdamen aus Leipzig. Warum jedoch im FEI-Kalender von Anfang März Leipzig als Weltcup-Standort vom 11. bis 13. Februar 2011 aufgeführt ist und am 1. April plötzlich nicht mehr, vermochte noch niemand zu erklären.

Die Frage stellt sich auch Bernd Brock. Der Präsident des Fechtclubs Leipzig (mit viel Lob beachteter ausrichtender Verein des Weltcups) gibt zu, sprachlos gewesen zu sein, als er Gründonnerstag informiert wurde. "Ich weiß nur, den Weltcup sind wir los. Aber ich habe bisher noch keine Erklärung bekommen, warum", sagt Brock. Er bestätigt, dass noch im am 1. März veröffentlichten vorläufigen Kalender die Messestadt als Veranstalter aufgeführt worden war und der FCL wie gewünscht bis 10. März die Bereitschaft zur Ausrichtung gegeben habe. Und nun das. "Richtig sauer", seien er und seine Mitstreiter, "und das ist noch gelinde ausgedrückt". Der Sächsische Fechtverband hat an den DOSB-Chef, IOC-Vize und Fechtolympiasieger Thomas Bach geschrieben. Er habe keinen Einfluss, der Weltverband habe das so festgelegt, das sei gewiss keine Entscheidung gegen Leipzig und man schätze die Arbeit dort, sei die Antwort gewesen.

Überrascht von der Nachricht zeigen sich auch die Fechter. Die aus Leipzig stammende und für den FC Tauberbischofsheim fechtenden Katja Wächter erfährt von dieser Zeitung, dass es für sie künftig in "Tauber" um Weltcup-Punkte geht. "Wenn der Weltcup dort stattfindet, wo ich jeden Tag trainiere, finde ich das nicht so gut", meint die Vizeeuropameisterin von 2009. "Mir tut es eher für Leipzig leid, als dass ich mich für Tauber freue."

Wie sehr das Engagement bei der Vorbereitung der EM angesichts der Weltcup-Botschaft leidet, vermag noch niemand zu sagen. "Wir müssen das alle erst einmal verarbeiten", meint Bernd Brock. "Aber natürlich ist die Stimmung gedrückt".

Uwe Köster

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