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Leipziger Feck zeigt olympiareife Leistung

Wasserspringen Leipziger Feck zeigt olympiareife Leistung

Der DHfK-Wasserspringer Stephan Feck hat in Berlin den deutschen Meistertitel gewonnen. Außerdem löste er mit einer überzeugenden Vorstellung sein Ticket für die Olympischen Spiele in Rio.  

Stephan Feck hat mit einer guten Leistung sein Ticket für die Olympischen Spiele in Rio gelöst.

Quelle: Frank Schober

Leipzig. Wunderbares Bild zum Schluss: Als Stephan Feck sein Rio-Ticket endgültig gelöst hatte und vom Drei-Meter-Brett souverän zum deutschen Meistertitel gesprungen war, durfte ihm sein langjähriger Trainer Uwe Fischer die Goldmedaille überreichen. Der Erfolgscoach setzt damit seine einmalige Bilanz fort: Seit 1992 hatte er ohne Unterbrechung mindestens einen Athleten bei Olympischen Spielen am Start.

Vier Wochen Vorbereitung genügten Feck nach einer langwierigen Rückenverletzung, um gestern vor 100 Zuschauern eine Bestpunktzahl von 498 Zählern für die sechs Kürsprünge ins Wasser zu zaubern. Ein Zugpferd in Form eines gleichwertigen Kontrahenten gab es nicht, aber es wurde der erwartet harte Kampf um die Normpunktzahl 440, die Feck für den olympischen Einzelstart zwei Mal schaffen musste. Beim ersten Mal am Vormittag ging es schief, obwohl er „nur“ noch die abschließende Vorwärtsschraube sauber ins Wasser bringen musste. Doch diese misslang, Feck blieb zehn Punkte unter der Norm. „Das hat mich kurz beschäftigt, dann habe ich versucht, die Sache abzuhaken.“ Die Pause zum Halbfinale war extrem kurz, Feck schien von der Rolle. Doch eben jene Schraube war aber nun der Schlüssel: Der DHfK-Mann brachte ein „Ass“ ins Wasser, machte mit Noten um 9,0 Boden gut und blieb zwei Punkte über der Norm.

Rückenverletzung, Trainingspause - dann eine Punktlandung

„Danach hat Fecki sehr befreit gewirkt und im Finale eine starke Leistung gezeigt“, sagte Bundestrainer Lutz Buschkow. Aber einen Knackpunkt gab es noch. „Die Pause vor dem Finale war mir mit drei Stunden entschieden zu kurz. Ich war zwar mal im Hotel, aber zum Runterfahren und für ein Nickerchen reichte es nicht“, meinte der 26-jährige Feck, der auf ein umfangreiches Einspringen verzichtete: „Ich wusste, dass die Sprünge auch aus der Kalten kommen. Wichtig war, dass ich in den wenigen Wochen zuvor akribisch an meiner Technik gefeilt hatte und dass mein Anlauf sehr stabil klappte.“

Feck musste schon zum zweiten Mal in der Olympiasaison einer Rückenverletzung Tribut zollen und eine längere Trainingspause verkraften, um dann in kürzester Zeit eine Punktlandung hinzulegen. Im Dezember half ihm bei der Weltcup-Qualifikation der Heimvorteil in der Uni-Halle. Dass es nun nach Berlin ging, empfand er als ähnlich wohltuend – auch diese Anlage kennt er aus dem Effeff.

Um die Verletzung richtig auszukurieren, müsste der Medizinstudent mal ein halbes Jahr auf sämtliche Sprünge verzichten – in der Olympiasaison undenkbar. Immerhin ließ Feck im Mai Vernunft walten, als er auf sein EM-Ticket und eine Harakiri-Aktion in London verzichtete. Nun soll die Belastung wieder hochgefahren werden, im August wartet der Rio-Doppelstart im Einzel und Synchron. Gemeinsam mit dem Berliner Patrick Hausding – er wurde gestern geschont – peilt Feck eine Top-Sechs-Platzierung an. Wenn alle Sprünge klappen, dürfen beide wie bei ihrem Weltcup-Sieg im Februar auch Richtung Podest schielen. Die gestrige Leistung des Leipzigers stimmt hoffnungsvoll.  

Frank Schober

Berlin 52.520007 13.404954
Berlin
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