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Leipziger Judoka Simon Yacoub verzichtet auf viele Teller Nudeln

Leipziger Judoka Simon Yacoub verzichtet auf viele Teller Nudeln

Zum einen setzten sie über Facebook und Co. alle Hebel in Bewegung, um ihren Zuschauer-Rekord von 1500 Besuchern zu überbieten. Zum anderen möchten sie nach zwei Auswärts-Niederlagen in den vergangenen Jahren diesmal den unbequemen Kontrahenten München-Großhadern knacken.

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Ballen Simon Yacoub und das JCL-Team auch morgen gegen Großhadern die Siegerfaust?

Quelle: Christian Nitsche

Leipzig. Dazu will am Sonnabend ab 18 Uhr auch Extraleichtgewichtler Simon Yacoub beitragen, der seit sieben Jahren für den JCL in Liga eins auf der Tatami steht.

Es ist eine ungewöhnliche Maßnahme, mit der Simon Yacoub ins Bundesliga-Jahr 2013 gestartet ist. Anfangs mag sie hier und da mit einem Lächeln oder Kopfschütteln quittiert worden sein, doch mittlerweile überwiegt längst der Respekt in seinem Freundeskreis. Seit 1. Januar hat der Judoka keinen Tropfen Alkohol getrunken. Ein halbes Jahr hält der 24-Jährige nun schon konsequent durch. Sein Zwischenfazit fällt positiv aus: "Das hat sich leistungsmäßig ausgewirkt. Ich bin viel schneller, fühle mich besser und spritziger. Das sagen zum Beispiel viele, wenn wir im Training Fußball spielen." Vor allem hilft es dem 60-Kilo-Kämpfer, wenn er zwischen den Bundesliga-Kämpfen abnehmen muss. "Schließlich hat ein Cuba Libre den Gehalt eines Tellers Nudeln." Dass er schon eine Woche vor dem Großhadern-Duell nur 600 Gramm über Kampfgewicht lag, sei ihm über Jahre nicht passiert und habe längst nicht nur mit dem (Prüfungs-)Stress zu tun, dem der angehende Physiotherapeut gerade ausgesetzt ist.

Es gab Jahre, da galt das 60-Kilo-Limit nicht gerade als Sieggarant beim JCL. "Wir hatten sogar mal in der Vereins-Statistik die Rote Laterne", erinnert sich der Tauchaer, der 2006 gleich seinen ersten Bundesliga-Kampf gegen den deutschen Meister gewann, "obwohl ich tierisch aufgeregt war und zu meinem Trainer gesagt habe: Ich weiß gar nicht, was ich machen soll." Doch Falk Hofmann beruhigte den Youngster ("Von dir erwartet keiner etwas") - dann schlug Yacoub eiskalt zu.

Damals kamen noch 200 Zuschauer zum Judo, jetzt sind es regelmäßig über 1000. Publikumsliebling Simon Yacoub versteht es glänzend, diese Atmosphäre nicht als Druck, sondern als Hilfe zu interpretieren. "Von 2008 bis 2010 waren wir 60er plötzlich beste Gewichtsklasse." Dies lag auch am Schweizer Gaststarter Ludovic Chammartin, dessen Glanzauftritte den Lokalmatador wurmten: "Alle lobten Ludo. Nur ich konnte gar nicht zeigen, was ich draufhabe. Dabei hätte ich vielleicht auch gewonnen." Seit 2010 bekam Chammartin keine Bundesliga-Freigabe mehr durch den Schweizer Verband. Yacoub setzte dessen Serie fast nahtlos fort, besiegte starke Kontrahenten aus der Ukraine, Rumänien oder Spanien. Gerade in der untersten Gewichtsklasse, in der die Decke in Deutschland recht dünn ist, tummeln sich in der Liga viele Gaststarter.

Über die diesjährigen Regeländerungen im Judo schimpfte anfangs auch Simon Yacoub. Mittlerweile kann er dem Verbot von Bein-Angriffen Positives abgewinnen: "Die Gefahr, ausgekontert zu werden, ist deutlich gesunken. Das klassische Judo liegt mir." Gegen Olympiastarter Tobias Englmaier ist er morgen zwar klarer Außenseiter. Doch das muss im Judo nichts bedeuten.

Simon Yacoub ist optimistisch, dass es mit dem dritten JCL-Saisonsieg klappt: "Es wird eng, aber mit Costel Danculea haben wir in diesem Jahr eine echte Verstärkung. Er zeigt zwar nicht das schönste Judo, aber er kämpft sehr effektiv. Darauf kommt es an." Für die spektakulären Aktionen sind andere zuständig. Mitunter auch der Leichteste, der morgen nach dem Kampf als DJ auftrumpfen und mit Teamkollegen sowie Fans noch feiern will. Trotz seiner Ausbildung ist Simon Yacoub weiter fünf Mal pro Woche beim Training. In der Bundesliga möchte er noch eine ganze Weile mitmischen. "Mein größter Kritiker ist Norbert Fleischer. Er wird mir sagen, wann es Zeit ist, die Jüngeren ranzulassen." Doch gerade diese beiden sind bei Mannschaftskämpfen kaum zu bremsen. Erst recht vor heimischer Kulisse.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.06.2013

Frank Schober

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