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Leipziger Kanu-Asse starten in schwierige WM-Mission

Leipziger Kanu-Asse starten in schwierige WM-Mission

Manches dauert eben etwas länger. Das in höchsten Leipziger Kanu-Kreisen initiierte Promi-Dinner startete im Vorjahres-Herbst und nahm im vorolympischen Sommer sein appetitliches Ende: Koch-Königin ist Kanu-Queen Tina Dietze in Person.

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Leipziger Optimismus vor der Kanu-WM in Mailand (v.l.): Robert Nuck, Tina Dietze, Melanie Gebhardt, Peter Kretschmer, Trainer Kay Vesely und Stefan Holtz hoffen auf Medaillen und olympische Quotenplätze.

Quelle: K. Förster

Leipzig. "Die Herausforderung war, für mehrere Personen ein Menü hinzukriegen. Aber Spaß hat's gemacht", sagte die LVB-Paddlerin (27), die den hungrigen Mäulern als ersten Gang ein Rote-Bete-Himbeer-Süppchen servierte. Als stiller Genießer gesellte sich Heim- und Frauen-Bundestrainer Trainer Kay Vesely (39) in die Runde, lud außerhalb der Wertung zum Barbecue ein ("Alles vom Grill").

Erfolgshunger und kein Ende. Leipzigs Kanu-Asse bereiten sich ab morgen in München auf die Weltmeisterschaften in Mailand vor (19. bis 23. August). Bella Italia verheißt so und so, eine heiße Adresse zu werden. Denn gekämpft wird um WM-Medaillen und olympische Quotenplätze. Mit Edelmetall ist das Ticket für den jeweiligen Verband garantiert. Auch die Teilnahme im A-Finale öffnet die Tür nach Rio.

Die deutsche Flotte, bekanntermaßen eine zuverlässige Fahrgemeinschaft, muss sich immer öfter starker Konkurrenz aus vieler Herren Länder erwehren. Beliebte Feststellung und Realität: "Die anderen schlafen nicht." Für den DKV sollen in Mailand sechs Medaillen, davon zwei goldene, herausspringen. Das mögliche Doppel könnten theoretisch Tina Dietze und ihre Bootsvertraute Franziska Weber im K2 sowie ihr K4 über 500 m mit Conny Wassmuth (Potsdam) und Verena Hantl (Karlsruhe) schaffen. Praktisch auch? "Klar wäre das schön, unser Anspruch ist hoch. Doch ob der Idealfall eintritt, wird sich zeigen", weiß Oberfeldwebel Dietze um die schwierige Mission. Als Einzelkämpferin muss DHfK-Kanutin Melanie Gebhardt (21) für Rio durchstarten. Weil Franziska Weber, die national Beste auf den olympischen 500 m, durch ihre zwei WM-Starts außen vor ist, liegt die Hoffnung auf der Leipzigerin. "Das wird ganz schwer", weiß Coach Kay Vesely. "Ich bin bereit", erklärt "Melli", die im Vorjahr als WM-Neuling vielversprechend auf Platz vier landete und im Januar als sächsische Nachwuchssportlerin des Jahres 2014 geehrt wurde. Sie hat in den vergangenen Monaten den etablierten Damen Paroli geboten.

In die Erfolgsspur zurückgekehrt ist London-Olympiasieger Peter Kretschmer (23). Vor gut einem Jahr von Potsdam zum SC DHfK gewechselt und nach durchwachsener Eingewöhnungsphase feierte der Canadierfahrer mit neuem Partner Michael Müller (22/Magdeburg) Ende Mai in Duisburg den Weltcup-Sieg im C2 über die 1000 Meter - eine von zwölf olympischen Disziplinen. Bronze beim Weltcup in Kopenhagen und den ersten Europaspielen in Baku folgte. In Mailand soll es munter weitergehen. Kretschmers Kurz-Kommentar: "Eine Medaille muss drin sein."

Titel sammelten die Canadier-Routiniers Robert Nuck (32) und Stefan Holtz (34) schon zur Genüge, die DHfK-Athleten sind Welt- und Europameister. Nur auf dem Weg zu Olympischen Spielen kam immer was dazwischen. In Mailand startet das Duo auf der nichtolympischen Sprintdistanz. "Es ist doch egal, von wem der Quotenplatz geholt wird, oberste Priorität ist, dass er geholt wird", betont Stefan Holtz, der wie Nuck im nationalen/olympischen C1-Ranking Stefan Kiraj den Vortritt lassen musste.

Magerkost bietet hierzulande der Herren-Sprint im Indianerboot, die Leipziger Adresse eingeschlossen. Eine gewisse Konzeptlosigkeit, so spricht die Basis, sei nicht wegzudiskutieren. Die Athleten ackern, sie geben Vollgas, doch an ihnen bleibt viel Eigeninitiative in der Trainingsvorbereitung und -umsetzung hängen. Geredet über Verbesserungen wurde viel. Noch stärker als bisher soll das Institut für Angewandte Wissenschaft ins Boot geholt werden. Nach der WM ist vor Rio. Die Leipziger Kanu-Asse nehmen Fahrt auf.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.08.2015
Kerstin Förster

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