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Leipziger Kanuslalom-Asse holen Silber und Bronze bei der WM in Prag

Leipziger Kanuslalom-Asse holen Silber und Bronze bei der WM in Prag

Zwei Mannschafts-Medaillen holten die deutschen Kanuslalom-Artisten am ersten Finaltag der Weltmeisterschaften in Prag – vier Leipziger LKC-Asse hatten daran ihren Anteil.

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Canadier-Zweier Franz Anton und Jan Benzien in Action.

Quelle: Christian Nitsche

Prag. Franz Anton und Jan Benzien errangen gemeinsam mit dem Olympiazweiten Sideris Tasiadis aus Augsburg Silber bei den Einercanadiern. „Es war meine siebte Silbermedaille bei Weltmeisterschaften. Schade, dass es nicht zu Gold gereicht hat“, sagte der 31-jährige Benzien, der 2006 ebenfalls in Prag auch einmal Team-Gold geholt hatte.

Gestern lagen die Deutschen nur acht Zehntelsekunden hinter den siegreichen Slowaken. Tasiadis und Anton hatten jeweils einen Torstab berührt und je zwei Strafsekunden „gesammelt“. Der Knackpunkt war aber das letzte Aufwärtstor, an dem der an Position drei paddelnde Anton in Spitzenmann Tasiadis hinein raste. Zum Glück passierte nichts schlimmes, danach verlor der 23-jährige Leipziger jedoch kurz die Kontrolle über sein Boot. Er kenterte, kehrte aber mit einer blitzschnellen Rolle zurück auf den Kurs und sicherte dem Team noch die verdiente Silbermedaille.

Zuvor holten die Canadier-Damen Lena Stöcklin und Karolin Wagner mit Mira Louen aus Hilden Bronze. Damit haben nach dem ersten Finaltag vier der sieben LKC-Starter eine Medaille errungen. Heute können die C2-Teams David Schröder/Frank Henze und Anton/Benzien sowie Kajakfahrerin Cindy Pöschel die Bilanz noch verbessern.

In den ersten drei Einzelfinals waren die deutschen Asse mit zwei vierten Plätzen und einem fünften Rang knapp am Podest vorbei gepaddelt. „Es war mental schwer, als Letzter zu starten“, gab Halbfinalsieger Tasiadis nach seinem vierten Rang im C1-Endlauf zu. Der Augsburger mit griechischen Wurzeln wiederholte exakt seine Zeit aus dem Semifinale des Vortages, doch diesmal unterlief ihm eine Torberührung, die mit zwei Strafsekunden bestraft wurde und die Medaille kostete. „Ich bin nicht sauer. Aber die Berührung ärgert mich. Sie war ganz knapp. Ich habe die Torstange mit dem Knauf meines Paddels berührt“, sagte der 23-Jährige, der mit dem Streckendesign haderte: „Der Kurs war extrem schwer gehängt. Ich fand das übertrieben.“ Letztlich waren die Bedingungen für alle gleich, nach Meinung vieler Experten war der Zick-Zack-Kurs dem technisch versierten Schwaben sogar auf den Leib geschneidert. Doch letztlich holte sich der Brite David Florence Gold. Die Leipziger Anton (14.) und Benzien (37.) waren im Halbfinale beziehungsweise in der Qualifikation ausgeschieden.

Auch bei den Kajak-Männern stellte der DKV mit dem Augsburger Hannes Aigner den Halbfinal-Besten. „Es ist ärgerlich, wenn einem der schnellere und saubere Lauf im falschen Rennen gelingt“, sagte der Olympiadritte nach seinem fünften Platz. Dennoch war der 24-Jährige nicht unzufrieden: „Es ist zwar keine Medaille geworden, aber ich war wieder vorn dabei. Zwar konnten die K1-Männer ihr perfektes Weltcup-Ergebnis (Plätze eins bis drei) nicht ganz bestätigen. „Zwei Finalisten sind aber sehr okay“, sagte Aigner, dessen Teamkollege Fabian Dörfler Neunter wurde. In diesem dritten Finale feierten die Gastgeber vor rund 5000 Zuschauern einen umjubelten Doppelsieg. Weltmeister Vavrinec Hradilek hatte am Vortag Glück, als er erst nach einem Protest 50 Strafsekunden gestrichen bekam und noch ins Finale einzog. Im Teamrennen wurden die Deutschen nur Sechste.

Im ersten WM-Finale an der Moldau hatte Mira Louen als Vierte im Einercanadier Edelmetall ebenfalls verpasst. Die zweifache Europameisterin sagte danach: „Eine Medaille wäre perfekt gewesen, aber es war auch so ein schöner Abschluss meiner Karriere. Das war mein letztes Einzelrennen. Ich höre auf, weil ich als Trainerin arbeite und beides nicht mehr unter einen Hut bekomme. Wenn unsere Disziplin 2016 schon olympisch geworden wäre, sähe es sicher anders aus.“ Zudem meinte die 27-Jährige: „Ich habe unsere Disziplin in Deutschland vorangebracht, jetzt muss die Jugend ran.“

Ihre mögliche Nachfolgerin kommt aus Leipzig: Junioren-Weltmeisterin Karolin Wagner deutete als Siebte der Qualifikation ihr Potenzial auch in Prag an. Auf dem extrem schweren Halbfinalkurs landete die 17-jährige Sportgymnasiastin mit 58 Strafsekunden auf Platz 20. LKC-Kollegin Lena Stöcklin (23), EM-Dritte von 2011, haderte mit Platz 14: „Das Finale war möglich. Ich habe gut begonnen, an einer Kombination in der Mitte aber Zeit verloren. Leider schaffe ich es in diesem Jahr nicht, meinte starken Trainingsleistungen im Wettkampf umzusetzen.“ Frank Schober

Frank Schober

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