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Leipziger Slalom-Kanuten holen WM-Gold

Sieg für Anton und Benzien Leipziger Slalom-Kanuten holen WM-Gold

Die Canadier-Asse Franz Anton und Jan Benzien aus Leipzig haben den deutschen Slalom-Kanuten das erste WM-Gold in einer olympischen Disziplin seit 2009 beschert. Am ersten Finaltag der Titelkämpfe vor den Toren Londons gab’s für die Paddler aber noch mehr zu bejubeln.

Franz Anton (l.) und Jan Benzien im Canadier-Zweier bei den Kanu-Slalom-Weltmeisterschaften in London.

Quelle: dpa

Waltham Cross. Mit der besten WM-Bilanz seit zehn Jahren haben die deutschen Slalom-Kanuten zum Ende der vorolympischen Saison ein furioses Signal an ihre Konkurrenz gesendet. Vor den Toren Londons durfte sich Verbandschef Thomas Konietzko am Wochenende nicht nur über den überraschenden Titelgewinn seines Canadier-Zweier-Duos Franz Anton/ Jan Benzien aus Leipzig freuen, sondern innerhalb der olympischen Disziplinen zugleich die Medaillen der Kajak-Einer-Frauen Ricarda Funk (Silber) und Melanie Pfeifer (Bronze) bejubeln. Am Sonntag gewann die Canadier-Einer-Mannschaft mit den beiden Leipzigern Nico Bettge und Franz Anton sowie dem Augsburger Sideris Tasiadis noch einmal Silber. „Das war eine super Weltmeisterschaft“, kommentierte der deutsche Präsident und frohlockte mit Blick auf das Brasilien-Highlight im Sommer 2016: „Hoffentlich heben wir uns ein paar Medaillen noch für Rio auf!“

Fast nebenbei sicherten die Slalom-Kanuten auch alle Quotenplätze für die Sommerspiele. Obendrein erfüllten sie auf dem Wildwasserkanal von Waltham Cross durch den ersten WM-Titel in einer olympischen Klasse seit 2009 ein Ziel, das Konietzko im Vorfeld mutig aufgestellt hatte. „Das Abschneiden ist ein deutliches Zeichen, dass das Training in dieser Saison offensichtlich richtig war“, kommentierte Bundestrainer Michael Trummer zufrieden. Konietzko stellte stolz fest: „Wir waren seit vielen Jahren mal wieder auf den Punkt fit - und das hat sich dann auch eindrucksvoll in den Ergebnissen gezeigt.“

Dass ausgerechnet für die beiden Olympia-Medaillengewinner von 2012 auf der Londoner Olympia-Strecke diesmal nichts zu holen war, trübte die gute Stimmung im Lager des Deutschen Kanu-Verbandes kaum. Sowohl für Olympia-Silbermedaillengewinner Sideris Tasiadis (Canadier-Einer) als auch den Olympia-Dritten Hannes Aigner (Kajak-Einer) war am Sonntag bereits im Halbfinale Schluss. In die Endläufe schafften es dafür zwei andere - doch als Fünfter und Achter verfehlten auch Alexander Grimm im K1 und Zweier-Weltmeister Anton im C1 das Podium. Dem Leipziger konnte es egal sein - Anton hatte schließlich schon zuvor zwei WM-Medaillen gewonnen. Neben dem Titel mit Benzien holten die beiden im nicht-olympischen C2-Mannschaftswettbewerb zusätzlich noch einmal Silber.

Die sportlich positive Entwicklung des Duos ist offenkundig - schon im Mai bei der Heim-EM hatten die Anton und Benzien mit Platz zwei hinter den diesmal geschlagenen Robert Behling und Thomas Becker überzeugt. „Wir waren mit uns im Training diesmal viel zufriedener als letztes Jahr, das konnten wir jetzt im entscheidenden Lauf auch runterbringen“, meinte Benzien.

Längst fest im Visier haben alle deutschen Stangen-Paddler die wegweisende Olympia-Qualifikation kommendes Frühjahr. In vier Rennen entscheidet sich dann, wer in Rio dabei sein darf. Dass in den vier olympischen Disziplinen jeweils nur ein einziges deutsches Boot bei den Sommerspielen wird starten dürfen, macht die Sache für alle besonders heikel. „Es wird eine wirklich harte Ausscheidung nächstes Jahr“, erkannte Funk. Nach ihrem EM-Titel vergangenes Jahr in Wien hatte Konietzko die Bad Kreuznacherin bereits überschwänglich als Frau „mit dem Olympiasieger-Gen“ beschrieben - nun holte die Spitzenathletin trotz eines Fahrfehlers im Finale noch WM-Silber.

Prinzipiell gilt Funk immer als Siegfahrerin - vielleicht wird’s in Rio was mit Gold? Allein die Teilnahme an den Sommerspielen wäre schon „ein Traum“, betonte sie. Ebenso wie Anton/Benzien und Pfeifer darf die 23-Jährige nach ihrer WM-Medaille immerhin mit einem kleinen Punktebonus in die nationale Ausscheidung im April und Mai in Augsburg und Markkleeberg starten. „Nur die Besten werden sich dann für Olympia qualifizieren“, kommentierte Bundestrainer Trummer.

LVZ

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