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Leipziger Triathlon-Profi Christian Kramer erlebt Mythos Hawaii

Leipziger Triathlon-Profi Christian Kramer erlebt Mythos Hawaii

Leipzig. Entspannt sitzt Christian Kramer wenige Tage vor dem Trip nach Hawaii in einem Leipziger Café. Er vermittelt die Gewissheit, alles getan zu haben, um sich am kommenden Sonnabend einen Traum zu erfüllen: Der DHfK-Athlet will beim härtesten Langstrecken-Triathlon der Welt unter den Top Ten das Ziel erreichen.

ter den Top Ten das Ziel erreichen. Zum dritten Mal lockt ihn der Mythos Hawaii ans andere Ende der Welt, wo ihm beim legendären Ironman neben den 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und dem anschließenden Marathonlauf auch zwölf Stunden Zeitunterschied und extreme klimatische Bedingungen alles abverlangen werden.

Die Plätze 38 im Jahr 2010 sowie 14 vor zwölf Monaten hat er in Kailua-Kona auf Big Island, wo Hitze, Wind und extreme Luftfeuchtigkeit das Ergebnis des Ausdauerspektakels extrem beeinflussen, bereits vorzuweisen. Doch noch nie fühlte er sich so fit wie in diesem Herbst. Mit 31 Jahren und bislang elf absolvierten Langdistanz-Rennen nähert er sich der Kategorie "alter Hase". Eigentlich müsste er sogar als einer der Favoriten gehandelt werden, nachdem er im Juli in Klagenfurt mit 7:54 Stunden nicht nur unter der Schallmauer "8" blieb, sondern einen Sprung auf Rang elf der ewigen Weltbestenliste machte. "Es ist logisch, dass mein Ziel nun nicht Platz 13 lautet", wiederholt er selbstbewusst den Satz, der ihm bereits nach der Rückkehr aus Hawaii vor einem Jahr über die Lippen kam.

Dennoch spricht keiner vom Sachsen, wenn es um die Top-Plätze geht. "Mich stört das nicht, wenn ich mal wieder unter dem Radar fliegen kann", sagt Kramer, der mit der Familie am vergangenen Freitag wegen des Lufthansa-Streiks mit 24-stündiger Verspätung auf der Trauminsel landete. "10 000 Euro kosten uns die zwei Wochen - Mietauto und Verpflegung noch nicht mitgerechnet", sagt Kramer. Ehefrau, beide Kinder und die Schwiegereltern werden diesmal dabei sein, ihn unterstützen und auch ein wenig ablenken, wenn am Sonnabend vor Sonnenaufgang das Rad im Wechselgarten steht, die Startnummer auf den Oberarmen aufgetragen ist, er hoffentlich als einer der Ersten den Gang zum Dixi-Klo erfolgreich absolviert hat. "Dann sind es noch rund 45 Minuten bis zum Start, in denen man Zeit hätte, sich sinnlose Gedanken zu machen."

Warum gehört ein Mann, der das Prädikat Weltklasse Anfang Juli eindrucksvoll nachgewiesen hat, nicht zu den Favoriten? "Das liegt vor allem daran, dass ich in Klagenfurt nicht gewonnen habe, sondern ,nur' Zweiter war", glaubt der 1,81 Meter große und 72 Kilo leichte Athlet. Prompt nennt er seinen Bezwinger Ivan Rana als seinen persönlichen Sieg-Kandidaten für Hawaii. Der Spanier, der mit zweitem Nachnamen kurioserweise Fuentes heißt, ist drei Jahre älter und als dreifacher Olympiateilnehmer sowie Vorjahressechster eine andere Hausnummer als der gebürtige Merseburger, der vor seiner Hochzeit Ende 2013 Christian Ritter hieß. Auch dies ist ein Grund, warum nur Insider etwas mit dem Namen Kramer anfangen können. Zudem gilt Klagenfurt neben Roth als schnellste Strecke der Welt. Oft fällt es selbst Top-Athleten schwer, in Österreich erzielte Leistungen bei der WM auf Hawaii zu bestätigen. Von den Deutschen müssen Andreas Raelert (38), Timo Bracht (39) sowie Peking-Olympiasieger Jan Frodeno (33) mit größeren Erwartungen der Öffentlichkeit leben. Insgesamt gebe es mehr als zehn Kandidaten fürs Treppchen.

Doch Christian Kramer kann ihnen das Leben schwer machen. Der DHfK-Mann kommt mit Hitze klar. "Mit Krämpfen hatte ich noch nie Probleme", sagt der Profi und klopft dreimal auf den Tisch aus Holz. Sein Coach Thomas Möller schaue stets über den Tellerrand und habe für neue Trainingsreize gesorgt. Kramers Schwimmtraining beim SSV Leutzsch leitet mit Sabine Krauß (Herbst) immerhin eine Olympiavierte. Vor allem gehört seit einem knappen Jahr Ben Reszel aus Hettstedt zum Team. Der Radtrainer sorgte dafür, dass Kramer fast jede Einheit intensiver absolvierte. Das Konzept des Coaches soll auf den 180 Radkilometern eine Viertelstunde Steigerung bringen. Ebenso wichtig: Physio Daniel Förster, der Kramer mit seinen Stabi-Übungen Muskelkater an Stellen bescherte, wo der Athlet gar keine Muskeln vermutete.

Kramer freut sich auf seinen dritten Zieleinlauf an der Westküste von Big Island. "Die letzten Meter sind ein erhebendes Gefühl. Dort wurde Triathlon-Geschichte geschrieben, wenn viele Athleten auf allen Vieren ins Ziel krochen." Das soll dem Wahl-Leipziger am Sonntagmorgen kurz vor 3 Uhr deutscher Zeit trotz aller Qualen nicht passieren.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.10.2014
Frank Schober

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