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Leipziger Urgestein Peter Hoffmann: Das wandelnde Eishockey-Geschichtsbuch

Leipziger Urgestein Peter Hoffmann: Das wandelnde Eishockey-Geschichtsbuch

Seinen alten Schläger, das Trikot und den Helm hat er noch immer griffbereit. Und auch die Erinnerungen kann Peter Hoffmann schnell wieder hervorkramen. An die Spritzeisanlage hinter dem Zentralstadion, an seine unzähligen Tore in der DDR-Bestenermittlung und sein Comeback nach der Wende, als er Gegner, die seine Söhne sein konnten, immer noch mit Tricks narrte.

Leipzig. "Viele wissen gar nicht, dass auch zu DDR-Zeiten in Leipzig Eishockey gespielt wurde", sagt der 68-Jährige, der sich über die Erfolge der Icefighters in der abgelaufenen Saison trotz des verpassten Aufstiegs "wirklich sehr gefreut" hat.

Zum Abgang von Mannix Wolf sagt Hoffmann: "Das ist ein ganz fähiger Mann, ein klasse Trainer mit vielen Verbindungen in die Eishockey-Szene. Sein Abgang ist sportlich ein großer Verlust. Anderseits finde ich es gut, dass die Verantwortlichen in Taucha zuerst an die wirtschaftliche Situation denken. Das war in der Vergangenheit im Leipziger Eishockey nicht immer so."

Leipzig. Seinen alten Schläger, das Trikot und den Helm hat er noch immer griffbereit. Und auch die Erinnerungen kann Peter Hoffmann schnell wieder hervorkramen. An die Spritzeisanlage hinter dem Zentralstadion, an seine unzähligen Tore in der DDR-Bestenermittlung und sein Comeback nach der Wende, als er Gegner, die seine Söhne sein konnten, immer noch mit Tricks narrte.

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Hoffmann war 1968 bis 1970 für die kurz "KMU" genannte HSG Karl-Marx-Universität Leipzig aktiv und avancierte in der DDR-Liga zum zweifachen Torschützenkönig. Nach der Auflösung der Mannschaft jagte er 15 Jahre für die BSG Chemie Leuna dem Puck hinterher, nach der Wende lief er für Trebsen sowie für die Leipziger Eislöwen und Blue Lions in der Landesliga auf - bis zum 56. Lebensjahr. Sein letztes Spiel bestritt der 1,79 Meter große Angreifer vor über 3000 Zuschauern 2003 in der Eisarena an der Alten Messe gegen eine Auswahl der früheren DDR-Nationalmannschaft. "Heute spiele ich lieber dreimal in der Woche Tennis", sagt Hoffmann. "Aber ich verfolge die Entwicklung der Icefighters sehr aufmerksam und würde mir mehr Unterstützung durch die Stadt Leipzig wünschen."

Die Liebe für Puck und Schläger entdeckte der Elektromeister 1963 in seiner Heimatstadt Dresden. Nach seinem Sieg bei einem Eisschnelllauf-Rennen wurde er für die Jugend-Oberligaauswahl von Einheit Dresden entdeckt. 1967 zog es ihn aus familiären Gründen in die Messestadt und er schnürte fortan für KMU die Schuhe. Trainiert und gespielt wurde - wenn es kalt genug war - auf der Spritzeisanlage hinter dem Zentralstadion. Falls nicht, musste nach Halle oder Leuna ausgewichen werden. Drei seiner in Vergessenheit geratenen Mitspieler waren der 1996 verstorbene ehemalige Eishockey-Nationaltrainer der DDR und DHfK-Sportwissenschaftler Hugo Döbler, Günther Teschner, später Trainer in Chemnitz und Rostock, sowie Horst Kutter. Letzterer ist in Crimmitschau sogar mit einer Bronzestatue verewigt. "Dort ist kaum bekannt, dass die Statue einen Leipziger Eishockey-Spieler zeigt", berichtet Hoffmann.

Der große Schlag für ihn und seine Mitspieler kam 1969, als Manfred Ewald, der mächtige Chef des DDR-Sports, das Aus für Eishockey als Leistungssport verkündete. Aus finanziellen Gründen wurde die Abteilung der HSG KMU 1970 aufgelöst. Hoffmann, der schnelle und wendige Angreifer, wechselte zu Chemie Leuna, wo er mit der Rückennummer 4 mit der Bezirksmeisterschaft 1971 seinen größten Erfolg feierte.

Auch die silberne Ehrennadel, die ihm der DDR-Eislaufverband 1983 verlieh, hat heute noch einen Ehrenplatz im Büro seiner Elektrofirma. An die wegen des nahe gelegenen Industriekomplexes häufig verdreckte Kunsteisbahn erinnert er sich weniger gern.

Nach einem Schaden an der Bahn war 1985 für den Klub und Hoffmann zunächst Schluss, bevor er mit Mitte 40 bei Landesligist Trebsen ein Comeback wagte und später bei den Eislöwen und Blue Lions seine Wurzeln wiederentdeckte. "Mein Herz hängt einfach am Eishockey", sagt Hoffmann. Heute hält er einen anderen Schläger in der Hand: Beim LTC Leipzig schlägt Peter Hoffmann in der Tennis-Verbandsliga auf. Übrigens ganz in der Nähe der alten Spritzeisbahn, auf der er eine fast vergessene Seite der Leipziger Eishockey-Geschichte mitschrieb.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.05.2015

Thomas Fritz

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