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Leipziger meistert Rallye Dakar und schafft mit Kollegen den Sprung unter die besten 20 Teams

Leipziger meistert Rallye Dakar und schafft mit Kollegen den Sprung unter die besten 20 Teams

Holm Schmidt hat es gepackt. Zum zehnten Mal kam er als Co-Pilot bei der Rallye Dakar ins Ziel. Erstmals schaffte der 48-Jährige mit Fahrer Stephan Schott, 62, aus Frankfurt/Main im Mini (330 PS) den Sprung unter die besten 20 Teams.

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Glücksmomente bei der Rallye Dakar: Der Leipziger Co-Pilot Holm Schmidt (l.) und sein Fahrer Stephan Schott präsentieren sich vor dem Start im argentinischen Rosario.

Quelle: XRaid

Leipzig. Das Duo wurde im Feld der insgesamt 154 Autos beim Sieg ihres X-Raid-Kollegen Joan Roma (Spanien) respektabler Neunzehnter – eine tolle Steigerung gegenüber Rang 48 im Vorjahr.

Schmidt sind die Strapazen der Rallye Dakar mit ihren 13 Etappen durch Argentinien, Bolivien und Chile inzwischen nicht mehr anzusehen. Vier Wochen war er mit An- und Abreise unterwegs – und das sei Stress pur gewesen, obwohl es ihm immer wieder Freude mache. „Jetzt bin ich aber froh, wieder bei den Meinen zu sein", sagt der 48-Jährige, der eine freie Autowerkstatt in Lausen betreibt und regelmäßig joggt und Rad fährt.

Mit der Platzierung ist er zufrieden. „Es lief alles nach Plan. Doch die 9500 km lange Rallye glich diesmal einer Odyssee, nicht nur wegen der 1000 Kilometer mehr. Sie war spürbar schwieriger als die vorangegangenen." Deshalb ist er besonders stolz darauf, alle Etappen fast unfallfrei absolviert zu haben. „Wir haben uns nur einmal nach einer Düne überschlagen, sind aber zum Glück auf den Rädern gelandet und konnten nach einer halbstündigen Reparatur weiterfahren."

Schmidt hat trotz der hohen körperlichen Beanspruchung kein Kilo abgenommen. Der 1,79-m-Mann wiegt wie vorher 80 kg. „Das ist normal. Wir müssen viel essen und trinken, brauchen schließlich Energie für die Etappen, bei denen wir meist zwölf Stunden und länger unterwegs sind."

Damit ist jedoch der Rallye-Tag für den Co-Piloten längst nicht gelaufen. Für ihn heißt es nach dem Abendbrot, das Roadbook zu studieren. Dafür gehen meist drei Stunden drauf und danach gilt es noch, die Vorbereitungen (Kleidung, Getränke, Essen) für den nächsten Tag zu treffen. „Es wird schon mal drei Uhr, ehe ich ins Bett komme." Die Belohnung in Form eines Feierabend-Biers ist kein Thema. Erholung fällt praktisch aus. „Wir sind nur auf die Rallye fixiert."

Während der Etappen ist Schmidt nicht nur Sprecher, weil er gemäß Roadbook dem Piloten die Strecke einschließlich ihrer Gefahrenstellen ansagt. Schmidt muss alle Reparaturen erledigen können und dafür sorgen, dass Fahrer Schott isst und trinkt. „Das würde er angesichts der hohen Konzentration vergessen."

Der Leipziger muss bei jeder Rennsituation schnell reagieren. „Wenn wir überholen wollen, können wir das nicht an jeder Stelle. In einem schmalen Flussbett geht so was nicht. Ich muss schauen, wo es eine breitere Passage dafür gibt."

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Holm Schmidt zeigt das Roadbook als sein wichtiges Werkzeug.

Quelle: André Kempner

Das Duo ist auch Ersatzteillieferant für die drei Spitzen-Fahrer des X-Raid Teams. Es sind Joan Roma, Stéphane Peterhansel (Frankreich) und Nasser Al-Attiyah (Katar), die in dieser Reihenfolge die Dakar 2014 beherrschten. Immerhin 120 kg an Ersatzteilen hatten Schott/Schmidt stets an Bord. Im allergrößten Notfall müssen sie den Stars sogar Teile ihres Minis überlassen, damit die „Großen" weiter um den Sieg kämpfen können. Als Profi sieht sich der Leipziger nicht mal ansatzweise: „Ich bin reiner Amateur." Übrigens: Schmidt schwärmt von Nasser (43): „Ein Supersportler, der als Skeet-Schütze bei Olympia 2012 Silber gewann."

Die Verständigung erfolgt per Funk, obgleich die Männer nebeneinander sitzen. „Es ist so laut, dass wir sonst kein Wort verstehen würden." Im Cockpit werden zum Teil Temperaturen von bis zu 60 Grad erreicht, die Männer tragen trotzdem ihrer Feuerschutzanzüge.

Schmidt erzählt das nicht, um bedauert zu werden. „Ich fahre die Ralley gern. Manche Co-Piloten bezahlen viel Geld dafür, dass sie dabei sind. Mich kostet es nichts. Ich muss nur meine Familie und die Firma vier Wochen allein lassen." Der Sachse erhält für die Tortour aber auch keine Aufwandsentschädigung.

Mehr Konzentration als im Normalbetrieb braucht Schmidt, wenn er nach der Rallye wieder auf den Straßen der Region Leipzig unterwegs ist. „Es geht dabei nicht darum, von 180 Kilometer/Stunde, mit denen wir bei der Dakar oft durch die Wüste jagen, wieder das erlaubte Tempolimit von 100 oder 50 einzuhalten. Ich muss auch geistig umschalten, damit ich nicht einfach durch die Schlaglöcher fahre wie bei der Rallye", erklärt er locker und beantwortet die Standard-Frage „Sind Sie 2015 wieder dabei?" lächelnd: „Gleich nach Ende der Rallye sagt kaum jemand zu. Aber dann kommen sie doch alle wieder."

Nobert Töpfer

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