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Leipzigerin Karoline Amm wird in letzter Sekunde zur Matchwinnerin bei der Hockey-EM

Leipzigerin Karoline Amm wird in letzter Sekunde zur Matchwinnerin bei der Hockey-EM

Leipzig. Für Lokalmatadorin Karoline Amm war der Auftritt bei der Heim-EM fast schon verpatzt, doch in buchstäblich letzter Sekunde avancierte die Torfrau doch noch zur Heldin von Leipzig.

Trainer Marc Herbert wechselte die 23-Jährige vom ATV Leipzig im Finale gegen Weißrussland beim Stand von 2:2 nach Verlängerung zum fälligen Siebenmeterschießen ein - und mit ihr den Sieg. Denn angefeuert von den 5000 Fans in der ausverkauften Leipziger Arena wehrte „Karo“ gleich drei Schüsse des Gegners bravourös ab. Und als die Weißrussin Julia Michheitschik dann über Amms Gehäuse zielte, blieb Kerstin Holm eiskalt und netzte zum Sieg ein.

„Als ich zur Entscheidung ins Tor ging nahm mir fest vor, dass ich jetzt alles, was in meiner Macht steht, dazu beitrage, dass wir diesen tollen Titel nach Deutschland holen. Und das ist mir glücklicherweise gelungen“, sagte die erfahrene Torhüterin aus der Messestadt nach dem 14. deutschen Hallen-EM-Triumph und ihrem persönlichen Happy End. Denn für die einzige Leipzigerin im zwölf Spielerinnen umfassenden Kader war es bei der Hallenhockey-EM vor der Haustür bis dahin alles andere als rund gelaufen. Wie mit Coach Marc Herbert abgesprochen, wechselten sich Amm und ihre Rivalin Viktoria Wiedermann in den Gruppenspielen zunächst ab. Doch was für sie „mit einem tollen Gefühl“ (Amm) beim 5:3-Auftaktsieg über Tschechien begann, sollte sich für die Torhüterin bald kolossal ändern.

Im dritten Vorrundenmatch gegen Polen setzte es eine herbe 3:5-Schlappe - Karoline Amm stand zwischen den Pfosten, sah beim ersten Gegentor nicht gut aus, aber das gesamte Team hatte einen rabenschwarzen Vormittag erwischt. „Karo konnte man da keinen Vorwurf machen. Es hat gegen Polen hinten und vorne nicht gestimmt“, befand Herbert trefflich. Im Halbfinale gegen die Niederlande (4:1) war wieder Konkurrentin Wiedermann an der Reihe und konnte mit ihren nicht wiederzuerkennenden Mitspielerinnen glänzen, die gegen das favorisierte Oranje-Team ihre beste Turnierleistung boten.

Da war es selbst für „Karo“ Amm nachvollziehbar, dass Herbert im Endspiel erneut der Braunschweigerin Wiedermann das Vertrauen schenkte. Zwar trug sie die Nummer 1 auf dem Rücken ihres gelben Torfrau-Dresses, doch ausgerechnet im wichtigsten Turnierspiel saß die Lokalmatadorin als Reservistin auf der Bank. Bis Herbert vor dem Nervenspiel vom ominösen Punkt den goldenen Wechselgedanken hatte. „Es ist ja bekannt, dass Karo mit sehr guten Reaktionen ausgestattet ist und auch in den kniffligsten Situationen nicht die Ruhe und Übersicht verliert“, begründete der Trainer seine spielentscheidende Maßnahme.

Mit dem Hockeyspielen begann Karoline Amm schon im zarten Alter von sieben Jahren. Ihr Elternhaus befindet sich gegenüber der Anlage von ATV 1845 Leipzig. Erfolge bei den Kindern und der Jugend stellten sich schnell ein. Der national Größte ist der Gewinn der deutschen Feldhockeymeisterschaft mit der weiblichen A-Jugend des ATV 1845 Leipzig im Jahr 2006. Bei den „Großen“ ist die am Sonntag erkämpfte Goldmedaille ihr bisher mit Abstand wichtigster Erfolg. Das hat auch einen Grund. Denn seit sie in Berlin Medizin studiert, steht dies absolut im Mittelpunkt. Und so begann sie gleich am Tag nach der EM, Versäumtes nachzuholen. „Es stehen schon sehr bald wichtige Prüfungen an“, meinte die Matchwinnerin

Thomas Prüfer und Rolf Becker, dpa

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