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Leipzigs großer Tag: Vor zehn Jahren begann der Olympia-Traum in der Messestadt

Leipzigs großer Tag: Vor zehn Jahren begann der Olympia-Traum in der Messestadt

Heute vor zehn Jahren wurde Leipzig zum deutschen Bewerber für die Olympischen Spiele 2012 gewählt. Als die Entscheidung in München bekanntgeben wurde, brach auf dem Marktplatz vor dem Alten Rathaus unbeschreiblicher Jubel aus.

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Jubel der Leipzig-Delegation.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. "Es war ein Tag, von dem Leipzig heute noch profitiert", findet Uli Wolter (39), damals Projektleiter in der Bewerbungs-GmbH, heute Geschäftsführer von RB Leipzig.

Kurz nach 20 Uhr landete die Sondermaschine aus München, dann ging es sofort zum Markt. Etwa 100000 warteten am 12. April 2013 seit mehreren Stunden auf die Mannschaft, die für Leipzig den Sieg im nationalen Olympia-Ausscheid errungen hatte. Ulrich Wolter gehörte dazu, stand natürlich im Schatten von Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee, Ministerpräsident Georg Milbradt und Dirk Thärichen, dem Geschäftsführer der Bewerbungs-GmbH. Aber geschätzt wurde der gebürtige Bremer von allen - sein Organisationstalent, gepaart mit hanseatischer Ruhe, galt als vorbildlich. Der junge Mann war in der GmbH vor allem für die Betreuung der Gäste zuständig, die Leipzigs Pläne begutachteten. Und denen es an nichts fehlen sollte. Auch die geringste Kleinigkeit wurde erfüllt. Die Prüfer wohnten zum Teil in Lofts, und eine Dame wünschte sich einen Espresso. Wolter fuhr zum nächsten Italiener, holte das Getränk und brachte es eilig zurück. "Im Auto war das nicht so ganz einfach", lacht er.

Der Projektleiter lernte jede Menge Prominente kennen. Besonders sind ihm Richard von Weizsäcker und Kurt Masur in Erinnerung, die am 12. April in München Leipzigs Präsentation unterstützten. "Solche berühmten Männer und so locker, unglaublich." Nach der Verkündung des Siegers durch Bundeskanzler Gerhard Schröder sei von Weizsäcker auf einen Stuhl geklettert und habe gejubelt. "Ein ehemaliger Bundespräsident steht neben mir und freut sich mit mir, das muss man sich mal vorstellen."

Nicht amüsant waren die kurz darauf einsetzenden Kritiken an der GmbH, es seien Gelder veruntreut worden. Nach dem Erfolg der Leipziger im nationalen Ausscheid kamen Verdächtigungen auf. "Total aufgebauscht", sagt Wolter und findet, dass solche Großprojekte am besten mit privaten Mitteln finanziert werden, um kurzfristige Entscheidungen zu ermöglichen. "Es ist doch völlig unstrittig, dass bei Steuergeldern ganz genau darauf geachtet werden muss, wofür sie im Einzelnen ausgegeben werden."

Wolter ist davon überzeugt, dass Leipzig Olympische Spiele hätte austragen können. "Wenn sie ein bisschen kleiner ausgefallen wären, wie uns IOC-Präsident Jacque Rogge angedeutet hatte." Doch Leipzig fiel im internationalen Ausscheid durch, London richtete die Spiele aus. Die Idee mit dem Olympia-Stadion am Cottaweg für 80000 Zuschauer hatte Wolter besonders gefallen, weil es später zurückgebaut werden sollte. Die Pläne stammten von Star-Architekt Peter Eisenman. "Die Kataris machen es nach ihrer Fußball-WM 2022 auch so", begegnet der einstige Olympia-Macher möglichen Zweifeln an der Realisierbarkeit.

Wolter blieb nach dem Olympia-Aus in Leipzig, organisierte hier für den DFB die Spiele der Fußball-WM 2006. Danach arbeitete er als Gesamtkoordinator der Frauen-WM 2011. Eine Karriere beim DFB war absehbar. Dann kam der Anruf von Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz und die Frage, ob er in Leipzig die RB-Geschäftsstelle übernehmen könne. Wolters Zusage hing mit dem 12. April 2003 zusammen. "Leipzig hat von der Olympia-Bewerbung enorm profitiert, einen großen Aufschwung erfahren." Wolter sagte zu, die Begeisterungsfähigkeit der Stadt war dabei nicht unwichtig. "Das hat uns von anderen unterschieden. Und wir wurden von der ganzen Bürgerschaft getragen." Am Cottaweg steht jetzt zwar kein Olympia-Stadion, aber ein Trainingszentrum, für das Wolter die Verantwortung trägt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.04.2013

Wächter, Winfried

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