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Lok-Leipzig-Spieler erinnern sich an den großen Eusébio und den Triumph gegen Benfica

Lok-Leipzig-Spieler erinnern sich an den großen Eusébio und den Triumph gegen Benfica

Portugals Fußball-Legende Eusébio ist tot. Er starb am Sonntag gegen 4.30 Uhr an Herz- und Atemstillstand in seinem Haus in Lissabon. Das berichteten unter anderem die staatliche Nachrichtenagentur Lusa und der Fernsehsender RTP unter Berufung auf Sprecher von Eusébios langjährigem Verein Benfica.

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Eusébio ist tot. 1966 lief er im Leipziger Zentralstadion auf.

Quelle: Marcel Van Hoorn

Lissabon/Leipzig. Eusébio wäre am 25. Januar 72 Jahre alt geworden. "Immer ewig Eusébio, Ruhe in Frieden", schrieb Portugals Fußball-Weltstar Cristiano Ronaldo bei Twitter und Facebook.

Der Superstar von Real Madrid veröffentlichte dazu ein gemeinsames Foto mit Eusébio. Auch Landsmann Luís Figo würdigte den 64-maligen Nationalspieler mit bewegenden Worten. "Der King!! Ein großer Verlust für uns alle! Der Allergrößte!!", postete der 41-Jährige bei Twitter über einem Foto, auf dem er Eusébio herzlich umarmt. In schwarzen Lettern titelten die meisten Online-Medien des Landes: "Morreu Eusébio" (Eusébio ist gestorben).

Der "schwarze Panther", wie Eusébio wegen seiner Schnelligkeit, Kraft und Geschmeidigkeit gerufen wurde, hatte die portugiesische Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 1966 in England auf den dritten Platz geführt. Er war mit neun Treffern auch Torschützenkönig des Turniers. Bei der EM 2004 in Portugal gehörte Eusébio zu den Botschaftern des Turniers.

Er wurde am 25. Januar 1942 in Lourenço Marques (heute Maputo), in der damaligen portugiesischen Kolonie Mosambik, geboren. Vor Benficas Estadio da Luz steht eine Bronzestatue zu seinen Ehren. "Die Nachricht hat uns überraschend und brutal getroffen", schrieb Benfica am Sonntag auf seiner Homepage. Von 1960 bis 1975 hatte Eusébio für den Verein gespielt und wurde dabei elfmal portugiesischer Meister.

Zuletzt hatte der charismatische Angreifer immer häufiger mit Gesundheitsproblemen zu kämpfen. Aufgrund einer beidseitigen Lungenentzündung musste er 2011 zu Weihnachten zwölf Tage im Krankenhaus zum Teil auf der Intensivstation verbringen. Während der EM 2012 erlitt er in Polen einen Schlaganfall, nachdem er auf der Tribüne Tore der "Lusos" mit Jubelsprüngen gefeiert hatte.

Benfica ­Lissabon kassiert Niederlage gegen Lok Leipzig

Eusébio lief auch einmal in Leipzig auf: Am 21. Dezember 1966 kassierte er mit Benfica ­Lissabon, dem bis dahin zweifachen Europapokalsieger der Landesmeister, im Zentralstadion eine 1:3-Niederlage gegen den 1.FC Lok, der heute gegen den Abstieg in der vierten Liga spielt. 75.000 Zuschauer trauten damals im Schneeregen ihren Augen nicht, als Karl Drößler den WM-Torschützenkönig des gleichen Jahres an die Kette legte.

Henning Frenzel steuerte zwei Tore zum Triumph bei. Frenzel erfuhr am Sonntag durch die LVZ vom Tod der Legende. Typisch für die Bescheidenheit des 71-Jährigen: "Wer unsere Tore geschossen hat, weiß ich nicht mehr genau. Ich glaube, es war Wolfram Löwe." Den dritten Lok-Treffer hatte der Portugiese Jacinto per Eigentor erzielt. Frenzel: "Es ist ein komisches Gefühl, von Eusébios Tod zu erfahren. Erst recht, weil ich genauso alt bin. Er war damals mit Jose Torres der Star von Lissabon." Im Rückspiel verlor Lok 1:2. Dank eines überragend haltenden Horst Weigang schafften die Probstheidaer dadurch den Sprung ins Viertelfinale. Auch weil der zwischenzeitliche 1:1-Ausgleichstreffer von Frenzel die beiden Tore Eusébios wertlos machte. Unter den letzten Acht war gegen den schottischen Vertreter FC Kilmarnock (1:0, 0:2) dann Endstation für Lok.

Manfred Geißler wirkte am Sonntag sehr traurig. "Ich habe es in den Nachrichten gehört. Die Spiele gegen ihn und diese große Mannschaft vergesse ich nie. Das waren Höhepunkte in meiner Laufbahn", sagte der 72-Jährige, der in Leipzig Linksverteidiger spielte, in Lissabon den verletzten Libero Peter Gießner mit einer überragenden Leistung vertrat und neben Weigang einer der Helden des Rückspiels war.

Dass er in der ersten Partie Eusébio ausschaltete, wollte der Mittelfeldspieler Karl Drößler nicht so stehen lassen. "Unser Trainer Hans Studener war ein Taktikfuchs. Ich habe Eusébio immer im Auge behalten, Manndeckung haben wir aber nicht gespielt. Es hat beim 3:1 alles gepasst für uns, auch der Schneeregen und die Kälte. Die Südeuropäer haben gefroren, während wir immer stärker wurden", erinnerte sich der 76-Jährige gern.

Übrigens: Ein Autor dieses Beitrages war 1966 Augenzeuge des denkwürdigen Benfica-Spiels, allerdings nur bis zur 65. Minute. Er musste das Zentralstadion vorzeitig verlassen, um noch den "Bummelzug" (Abfahrt 21.30 Uhr) zu erreichen, der ihn dann in 90 Minuten (!) in seinen Wohnort Torgau brachte. Denn danach fuhr keine Bahn mehr in die Provinz. Die Ungewissheit, ob die 3:1-Führung hält, ließ für ihn die Heimreise zur Ewigkeit werden. Am Ende war alles gut.

Emillio Rappold / Norbert Töpfer

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