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Lok Leipzig verliert Derby gegen Zwickau – Fans verlassen enttäuscht das Stadion

Lok Leipzig verliert Derby gegen Zwickau – Fans verlassen enttäuscht das Stadion

Der 1. FC Lok Leipzig kommt im Abstiegskampf der Regionalliga nicht von der Stelle. Am Samstagnachmittag verlor das Team von Marco Rose das Sachsenderby gegen den FSV Zwickau deutlich mit 0:3 (0:1).

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Lok-Spieler Albrecht Brumme im Zweikampf mit André Luge (l.) vom FSV Zwickau.

Quelle: Christian Nitsche

Leipzig. Bei allen drei Gegentoren machten die Hausherren es den Gästen einfach. In der Offensive agierte Lok harmlos und ohne zündende Ideen. Eine Reihe enttäuschter Fans trat weit vor Abpfiff den Heimweg an.   

Zwickau erwischte vor rund 2800 Zuschauern im Bruno-Plache-Stadion allerdings auch einen optimalen Start. Bereits in der 6. Minute erzielte Steffen Kellig das 1:0 für die Gäste. Lok-Verteidiger Ronny Surma hatte den Ball an der Strafraumgrenze vertändelt und sich von dem Stürmer des FSV den Ball stibitzen lassen. Lok-Coach Rose sah in dem Treffer nach Spielende den Knackpunkt: "Wir hatten uns viel vorgenommen, das war leider nach sechs Minuten über den Haufen geworfen".

Das frühe Tor tat dem Spiel entgegen aller Fußballweisheit nicht gut. Weitere Torraumszenen blieben in Halbzeit eins Mangelware. Die Mannschaften kämpften um jede Grasnarbe, neutralisierten sich im Mittelfeld. Wenn es gefährlich wurde, dann zumeist nach ruhenden Bällen. So drosch Leipzigs Albert Spahiu den Ball in der zwölften Minute nach Freistoß von Raik Hildebrandt erstmals aufs Gehäuse des FSV. Zwickaus Tortwart Marian Unger entschärfte die Situation allerdings mit einer beherzten Faustabwehr.  

Die zweite Hälfte begann wie die erste: mit einem Tor für die Gäste aus Südwestsachsen. Fünf Minuten waren gespielt, als Albrecht Brumme den Ball unhaltbar in den linken Winkel des eigenen Tores köpfte – eine völlig missglückte Abwehraktion. "Erst wird unser ganzes Spiel nach sechs Minuten über den Haufen geworfen, dann machen wir uns das zweite Tor auch noch selbst rein", ärgerte sich nach dem Schlusspfiff Loks Mittelfeldspieler Jens Werner. "So wird es im Abstiegskampf schwer".

Der Treffer machte die Hausherren sichtlich wütend, Lok startete aufgeregte Gegenangriffe. Tatsächliche Torgelegenheiten sprangen dabei allerdings nicht heraus. "Wir haben nicht die Mittel und Wege gefunden, um Zwickau ernsthaft weh zu tun. Das ist schon ernüchternd", analysierte Rose.

Totenstille im Stadion

Zwickau legte hingegen eine beeindruckende Effektivität an den Tag. Neun Minuten nach dem zweiten ließen die Gäste ihr drittes Tor folgen. Robert Paul köpfte den Ball nach einem Freistoss ungefähr vom Elfmeterpunkt unbedrängt in den Leipziger Kasten. FSV-Trainer Torsten Ziegner freute sich nach Spielschluss über die erfolgreiche taktische Marschroute: „Wir wussten, dass wir defensiv gut stehen und wollten endlich vorne wieder treffen. Die Art der Tore war für Leipzig natürlich bitter. Aber manchmal braucht man solche Schützenhilfe, um wieder in die Erfolgspur zu finden.“

Das 3:0 verwalteten die Gäste klug. Zwickau ließ die kopflos wirkenden Hausherren anrennen, kontrollierte aber das Spiel und setzte immer wieder Nadelstiche in Form von Kontern. Die Blau-Gelben kamen zwar noch zu einigen Torschüssen, an eine Wende glaubten aber selbst die optimistischsten Fans der Blau-Gelben nicht mehr. Bezeichnenderweise verließen viele Lok-Fans das Stadion bereits weit vor dem Abpfiff. Am Ende herrschte in der Arena allgemeine Resignation, eine Stimmung wie auf dem Friedhof. Die Mannschaft wurde nicht einmal ausgepfiffen.

Derweil scheint auch Trainer Rose langsam die Geduld mir seinem Team zu verlieren: "Wir arbeiten schon länger an bestimmten Problemen, die aber jede Woche wiederkehren. Es wird Zeit, den nächsten Schritt zu machen." Die Mannschaft und auch er selbst müssten sich nun hinterfragen.

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Die Bundespolizei kontrollierte am Bahnhof Gaschwitz vor Spielbeginn anreisende Fans. Besucher durften unter anderem keine Glasflaschen oder Getränkedosen bei sich haben.

Quelle: Dirk Knofe

Ausschreitungen zwischen Anhängern beider Mannschaften blieben aus. Die Polizei bezeichnete das Spiel am Abend in einer Mitteilung als "friedlich, ruhig, fantypisch und gewaltlos". Lediglich vier Anzeigen, unter anderem wegen verbotener Pyrotechnik, stellten die Beamten aus, jeweils gegen schon bekannte Tatverdächtige. Das Derby war vorab zum Risikospiel ernannt worden. Die Bundespolizei durchsuchte unter anderem Taschen und Rucksäcke anreisender Fans nach verbotenen Inhalten, wie Waffen oder pyrotechnische Artikel.

Alexander Laboda

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