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Lok-Mitglieder stehen hinter Sparkurs des neuen Vorstandes

Lok-Mitglieder stehen hinter Sparkurs des neuen Vorstandes

Die Einstimmigkeit bei der Bestätigung des vierköpfigen Arbeitspräsidiums als ordentliches Präsidium für die nächsten zwölf Monate war keine Überraschung.

Doch dass der Beschluss über die einmalige Umlage von 100 Euro pro passives Mitglied nur drei Gegenstimmen fand, ist bemerkenswert. "Wir haben die Notwendigkeit unseren Mitgliedern genau erklärt. Wir müssen die Liquididätslücke bis zum 30. Juni schließen, um bei den Verhandlungen mit unseren Gläubigern eine gute Gesprächsbasis zu haben", sagte René Gruschka, einer der Vizepräsidenten des 1861-Mitglieder-Vereins.

Gleichwohl wies der Vorstandssprecher darauf hin, dass niemand rausgeworfen wird, wenn er die Summe nicht überweist. "Es soll aber auch kein Freibrief sein. Immerhin wurden bereits 16 000 Euro von Mitgliedern freiwillig gezahlt. Deshalb appellieren wir an den Rest, ihnen zu folgen, denn es geht um den Erhalt unseres Vereins." Für sozial Schwächere (Arbeitslosengeldempfänger, Schüler, Studenten) wird die Summe auf 50 Euro reduziert.

Die 100 Euro aufbringen wird auch Detlef von Nießen. "Gut, einmal ziehe ich die Sache noch mit durch. Dann reicht es aber." Der Gastronom aus Welsau bei Torgau war auch bei der ersten Hilfsaktion des Probstheidaer Klubs im Boot, die im Februar anlief. Er zahlte 150 Euro dafür, dass sein Name für zwei Spieljahre auf dem neuen Trikot des 1. FC Lok steht. Er ist einer von 706 Rettern, die dem Verein knapp 106 000 Euro in die leeren Kassen spülten. Für Mathias Zilinski (54) gibt es kein Zögern: "Ich bin schon immer mit Lok verbunden. Wer zu dem Verein steht, der zahlt. Es gibt keine Alternative", sagte der Tauchaer.

"In schweren Situationen zeigt sich der Charakter der Menschen. Im Fall des 1. FC Lok können wir sehr stolz sein, denn unsere Fans und Mitglieder stehen in dieser schweren Zeit zusammen. Unser Verein lebt", stellte Präsident Heiko Spauke nach der nur gut vier Stunden dauernden Veranstaltung fest.

Die Probstheidaer Verantwortlichen sind froh darüber, dass die Leipziger Anwaltskanzlei Brinkmann und Partner den Drei-Jahres-Plan zur Entschuldung erarbeitet. "Zu einem günstigen Preis, sonst könnten wir das doch gar nicht leisten", wie Gruschka versicherte. Der Abbau der Verbindlichkeiten sei die größte Baustelle.

Um die Mannschaft macht er sich trotz zahlreicher Abgänge weniger Sorgen, obwohl nach Christopher Gäng, Markus Saalbach, Alexis Theodosiadis, Lukas Wurster und Ronny Surma mit Benedict Seipel ein weiterer Akteur den Klub in Richtung Oberliga-Aufsteiger Nord­hausen verlässt. "Wir haben doch noch immer genug erfahrene Spieler wie ­Kevin Kittler, Sebastian Seifert, Steve Rolleder, Rico Engler, Albrecht Brumme und Jens Werner. Mit den Zugängen stimmt unsere Mischung", glaubt der 46-Jährige.

Die 330 wahlberechtigten Versammlungsteilnehmer verweigerten dem alten Präsidium die Entlastung. Mit Ausnahme des jetzigen Schatzmeisters Jens Kesseler, der dem vorherigen Vorstand 2012 für sechs Monate angehörte und dann zurücktrat. "Wirtschaftlichen Blindflug" nannte er die Arbeit des alten Präsidiums und fügte an: "Gelder wurden in Größenordnungen verplant, ohne auf die Einnahmeseite zu achten." Bei Ex-Präsident Michael Notzon stimmten 295 gegen die Entlastung, beim ehemaligen Vize Bernd Wickfelder waren es sogar 303 Wahlberechtigte. Norbert Töpfer

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.06.2013

Norbert Töpfer

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