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Lok-Präsident Spauke: "Wir sind kein rechter Verein, haben aber ein Problem"

Lok-Präsident Spauke: "Wir sind kein rechter Verein, haben aber ein Problem"

"Wir sind kein rechter Verein, aber wir haben ein Problem mit einer rechten Gruppe, die uns als Bühne benutzt", sagt Lok-Präsident Heiko Spauke. Die Rede ist von "Scenario Lok", einer Hooligan-Gruppierung, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird.

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"Wir sind kein rechter Verein." Lok-Präsident Heiko Spauke.

Quelle: Andreas Döring

Leipzig. Mindestens zwei Scenario-Mitglieder waren an den Ausschreitungen in Babelsberg beteiligt. Vom einem generellen Verbot hält Spauke nichts, "weil die dann unter anderem Namen wiederkommen." Scenario habe sich gegenüber Lok von den Vorfällen distanziert, auch von rechtsextremem Gedankengut. "Das muss man nicht glauben, die sind verbandelt mit der Szene, auch mit NPD-Leuten und freien Kräften, die in Babelsberg waren", erklärt Spauke.

Rund 20 Lok-Anhänger hatten vor dem Anpfiff versucht, den Gastgeber-Block zu stürmen. Vier seien identifiziert worden, alle haben bereits Hausverbot bei Lok. Etwa 50 Leipziger skandierten Nazi-Parolen. Einige zeigten den Hitlergruß, was Videos dokumentieren. "Diese Leute kennen wir aber nicht", so Spauke, der mit Babelsberg in Kontakt steht. Man sei noch dabei, die Vorfälle auszuwerten. Stadion-Verbote könne nur der Gastgeber aussprechen, werde dies tun - gegen eigene und Lok-Fans. Spauke kündigte zudem bei überführten Tätern Hausverbote und Vereins-Ausschlüsse an.

Vorwürfe eines Szene-Kenners, das neue Lok-Präsidium habe mehrere Hausverbote der alten Führung gegen stadtbekannte Rechte im Plache-Stadion aufgehoben, weist Spauke zurück: "Davon ist mir nichts bekannt." Lok werde "Zeichen gegen Extremismus und Gewalt" setzen, einen Fan-Beirat gründen, sich mit Stadt, Fan-Projekt und Polizei an einen Tisch setzen. "Und wir müssen die 90 Prozent unserer Fans, die Fußball sehen wollen, stärker ins Boot holen", sagt der Lok-Chef.

Klaus Reichenbach, Präsident des sächsischen Verbandes, findet es "bewundernswert, wie sich Lok gegen die finanziellen Schwierigkeiten stemmt, ums Überleben kämpft". Ausschreitungen seien da extrem kontraproduktiv. Er sieht das Problem auch darin, dass sich "der Großteil der Lok-Anhänger gegen das Leipziger Fan-Projekt sperrt". Dieses habe seit dem umstrittenen Trägerwechsel zu "Outlaw" kaum Zugang und Einfluss. Reichenbach begrüßt deshalb die Dialog-Versuche des Lok-Vorstands - auch mit Sympathisanten und Mitläufern der Rechten. "Wir müssen an alle ran, die noch erreichbar sind und verhindern, dass sie Menschenfängern auf den Leim gehen, ihnen verklickern, dass sie die Vereine und den Fußball kaputtmachen", betont Reichenbach, "dazu müssen wir mit ihnen reden, auch auf die Gefahr hin, dann selbst in die rechte Ecke gestellt zu werden." Steffen Enigk

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.08.2013

Steffen Enigk

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