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Loks doppelter Glücksfall

Loks doppelter Glücksfall

Heiko Scholz wurde gestern Nachmittag in der VIP-Lounge des Plache-Stadions als neuer Cheftrainer des 1. FC Lok Leipzig vorgestellt. Heute führt der 47-Jährige Gespräche mit den Spielern, morgen leitet er die erste Trainingseinheit beim Regionalliga-Letzten.

Leipzig. Er freut sich auf die Landespokal-Partie am Sonnabend (15 Uhr) in der Red-Bull-Arena gegen den Drittliga-Dritten RB Leipzig.

Eine Fußballer-Weisheit sagt: Glück und Pech gleichen sich über eine Saison aus. Der finanziell klamme Probstheidaer Klub kann sich nach seinen zahlreichen unglücklichen Niederlagen auf dem Rasen nun über den gelungenen Scholz-Coup freuen. Denn der neue Coach kostet den Verein keinen Cent. Der Fußball.-Lehrer hat selbst die Kontakte zum Sponsor ETL über dessen Firmengründer Franz-Josef Wernze geknüpft. Das Unternehmen ist eine deutschlandweite Steuerberatung, die ihn bis zum Saisonende bezahlt. Sie ist auch Partner des FC Viktoria Köln, derzeit Zweiter der Regionalliga West.

"Wir wollen natürlich mit Heiko Scholz verlängern, wenn wir den Klassenerhalt schaffen. Auch mit ETL, das bei uns erstmal reinschnuppern möchte, wollen wir die Partnerschaft ausbauen", erklärte ein sichtlich erleichterter Lok-Präsident Heiko Spauke. Er hofft aufgrund des hohen Bekanntheitsgrades von Scholz, der mit Lok im Europapokal-Finale 1987 stand, auf eine Sogwirkung, dass weitere Sponsoren einsteigen. "Denn wir haben die Talsohle durchschritten. Die Leute sehen, welch solide Arbeit wir zur wirtschaftlichen Konsolidierung leisten."

Scholz lebt ab heute zunächst allein in Leipzig. Seine Frau wohnt weiter in einem Ort bei Leverkusen. "Sie hat ja dort auch Arbeit", erklärt er.

Der frühere, erfolgreiche Bundesliga-Spieler (Dresden, Leverkusen, Bremen) war zuletzt ohne Job. Er hatte im November 2012 überraschend bei Viktoria Köln als Trainer aufgehört, obwohl seine Mannschaft mit fünf Punkten Vorsprung die Tabelle der Regionalliga anführte. Weil es aber unterschiedliche Auffassungen mit Verantwortlichen des Klubs über die zukünftige Ausrichtung des Vereins gab, zog der Sachse die Trennung vor. Später war er im Gespräch bei Drittligisten wie Jahn Regensburg und Stuttgarter Kickers, die sich dann aber für andere Fußball-Lehrer entschieden. "Und in der Regionalliga West, wo ich mich richtig gut auskenne, hat leider kein Klub im Sommer einen neuen Trainer gebraucht", sagte Scholz und fügte spöttisch an: "Die Zeiten für Wechsel brechen eben jetzt erst an."

Der einstige Mittelfeldspieler löst Interims-Coach Eric Eiselt (35) ab, der die Lok-Elf nach der Beurlaubung von Trainer Carsten Hänsel (32) zwei Spiele betreute und vorigen Sonntag mit dem 4:2 gegen Rathenow den ersten Saisonsieg schaffte. Eiselt wird wieder als Co-Trainer arbeiten. "Er hat gute Arbeit geleistet, stellte die Mannschaft in Jena und beim Sieg gegen Rathenow gut ein", meinte Scholz gestern.

Er möchte nicht nur ein dreiviertel Jahr bei Lok arbeiten. "Wir hatten gute Gespräche, das Konzept des Vorstandes passt. Ich möchte etwas aufbauen, kenne auch die finanziellen Probleme." Gleichwohl ist er optimistisch, was den Klassenerhalt anbetrifft. "Die Mannschaft hat in Jena und beim Heimsieg Rathenow bewiesen, dass sie Fußball spielen kann" - deshalb auch seine Freude aufs Match gegen RB. "Ein tolles Spiel zum Einstand. Wir gehen es mit Herzblut an. Um eine Chance zu haben, müsste bei uns alles passen und RB uns vielleicht unterschätzen." Norbert Töpfer

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.10.2013

Norbert Töpfer

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