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Mit der Geduld am Ende - Förderverein fordert Perspektive fürs Sportmuseum in Leipzig

Mit der Geduld am Ende - Förderverein fordert Perspektive fürs Sportmuseum in Leipzig

Viele sind frustriert, haben den Förderverein bereits verlassen. Dabei gibt es für das Sportmuseum eigentlich eine Perspektive. Seit 2007. Damals hat der Stadtrat beschlossen, das Museum in der denkmalgeschützten Nordtribüne des abgerissenen Schwimmstadions unterzubringen.

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Nur eine Fassade - hier soll seit 2007 das Sportmuseum rein.

Quelle: André Kempner

Leipzig. 2011/2012, so das Ziel, sollte die neue Ausstellung öffnen. Das ist gescheitert, weil die Stadt keine Denkmalfördermittel akquirieren konnte. Das ehemalige Kassenhäuschen dümpelt weiter vor sich hin. Ebenso wie die hochkarätige Sammlung des Sportmuseums, die in Kellerräumen des Olympiastützpunktes gestapelt ist.

Seit vielen Jahren ist das Domizil ein Provisorium. Räume für Mitarbeiter sind inzwischen gesperrt, weil es dort hineinregnet, die Wand bereits "blüht". Ein Umzug ins Stammhaus des Stadtgeschichtlichen Museums am Böttchergäßchen, zu dem die Einrichtung gehört, wäre zwar möglich. Fördervereinsmitglieder befürchten jedoch, dass sich dann niemand mehr so richtig um Sammlung und vor allem die Nutzer vom Studenten bis hin zum Hobby-Historiker kümmern kann. "So geht es trotzdem nicht mehr weiter. Wenn sich nichts tut, finden sich weder Spender noch junge Leute, die unsere Arbeit unterstützen", beklagt Peter Kaminski. Der ehemalige Stadtkämmerer ist Vorsitzender des Fördervereins, der am Sonnabend zur Mitgliederversammlung zusammenkommt.

Wie viele seiner Mitstreiter ist auch Kaminski mit der Geduld am Ende. Ein Hoffnungsschimmer sei das Goetz-Haus in Lindenau gewesen, wo wenigstens die Verwaltung des Museums sowie Bibliothek und Werkstatt dauerhaft untergekommen wären. Für die Ausstellung wären allerdings größere Räume nötig gewesen. Das Kulturdezernat hat das Goetz-Haus zwar als Option geprüft, aber verworfen. Inzwischen ist ein Restaurant in das historische Anwesen gezogen, in dem Ferdinand Goetz (1826 - 1915) wohnte, eine bekannte Persönlichkeit der deutschen Turnergeschichte.

Wie geht es weiter? Auch Gerlinde Rohr, die Chefin des Sportmuseums, kann bei dieser Frage nur mit den Schultern zucken. "Es ist schwierig, geeignete Räume zu finden. Sport ist Bewegung und braucht Raum, damit auch die Großgeräte gezeigt werden können." Die Sammlung sei riesig, umfasse 90 000 Exponate vom Sportabzeichen bis hin zum 13 Meter langen Ruderboot. Rohr hat an unzähligen Konzepten und Machbarkeitsstudien mitgearbeitet. Stadtgeschichtsmuseumschef Volker Rodekamp kündigte im Jahresbericht 2014 seines Hauses zwar an, dass 2015 "mit frischen Ideen und überarbeitetem Konzept" erneut Anlauf "für ein Domizil mit Ausstellung" genommen werde. Was das heißt, wollen inzwischen auch viele Stadträte wissen.

"Es sieht nicht so aus, als ob jemand nach Alternativen sucht", sagt Ansbert Maciejewski (CDU), dessen Fraktion sich in der Einrichtung umschaute. "Wir haben derzeit keine Idee, aber den festen Willen mit dem Sportmuseum endlich voranzukommen". Die Linke will RB Leipzig und die Stadionbetreibergesellschaft ins Boot holen, da der Vorplatz zur Red Bull Arena ohnehin gestaltet werden muss. Dem Vernehmen nach wollen die Rasenballer das ehemalige Kassenhäuschen für Ticketverkauf und ein Café nutzen. Doch bleibt da noch Platz für eine Ausstellungshalle? "Das Sportmuseum gehört dorthin, wo Sport getrieben wird", betont Margitta Hollick (Linke). Kaminski indes wäre froh, wenn sich in der unendlichen Geschichte überhaupt etwas bewegt: "Wenn es endlich eine tragfähige Alternative für unser Museum gibt, wäre ich zufrieden."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.05.2015

Mathias Orbeck

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