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Motorad-Ass Stefan Bradl feiert zweiten Platz am Sachsenring wie einen Sieg

Motorad-Ass Stefan Bradl feiert zweiten Platz am Sachsenring wie einen Sieg

Schweißperlen im Gesicht, Gänsehaut auf dem Körper: Stefan Bradl hat mit einer physischen und psychischen Meisterleistung Platz zwei beim Heim-Grand-Prix eingefahren.

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Stefan Bradl verpasst beim Heimspiel auf dem Sachsenring knapp den Sieg.

Quelle: dpa

Hohenstein-Ernstthal. Beim deutschen Lauf zur Motorrad-Weltmeisterschaft auf dem Sachsenring bei Hohenstein-Ernstthal musste sich der Zahlinger in der Moto2-Klasse am Sonntag nur seinem schärfsten Widersacher in der Gesamtwertung, dem Spanier Marc Martquez geschlagen geben. Sein Vorsprung von 47 Zählern ist aber auch für die zweite Saisonhälfte ein beruhigendes Polster.

101.309 Zuschauer kreischten und jubelten am Sonntag Bradl zu, auch wenn der die nun schon 15 Jahre andauernde Siegesflaute deutscher WM-Piloten bei Heimrennen nicht beenden konnte. Sogar seit 40 Jahren hat es auf dem Sachsenring keinen deutschen Grand-Prix-Erfolg mehr gegeben. Bradls zweiter Platz war zumindest ein Sieg über sich selbst. Noch nie war der öffentliche Druck auf den 21-Jährigen so groß wie an diesem Wochenende. „Ich bin froh und erleichtert, dass es vorbei ist“, gestand Bradl und ließ sich zu Recht feiern.

Bradl erfüllte alle Erwartungen. „Natürlich wollte ich gewinnen. Es ist ein tolles Gefühl, dass ausgerechnet ich derjenige bin, den die Leute anhimmeln. Was da draußen los ist, ist einfach geil“, schwärmte er. In der Auslaufrunde hatte er für ihn untypisch seine Kalex abgestellt und war zu den Fans gelaufen.

Rundenlang hatte er das Rennen angeführt. „Aber es war klar, dass es hier keinen Start-Ziel-Sieg geben wird. Am Ende hat der Grip meines Hinterradreifens nachgelassen, leider genau in der entscheidenden Phase. Aber ich hatte damit gerechnet“, erzählte der Zahlinger, dem vor allem die Linkslastigkeit des Traditionskurses zu schaffen machte. „Ich habe die linke Seite speziell trainiert, aber man kann nicht alles simulieren. Es tut ziemlich weh am Bein und im Brustbereich“, bemerkte Bradl. Sein MotoGP-Aufstieg konkretisiert sich. „Es hat sich hier einiges getan, aber ich kann noch nichts verkünden, weil es noch nichts Konkretes gibt“, meinte er mit einem Lächeln.

Lange Gesichter gab es dagegen in der 125-Kubikzentimeter-Klasse. Die erhofften vorderen Platzierungen blieben aus, Jonas Folger (Schwindegg) und sein Aprilia-Markenkollege Sandro Cortese (Berkheim) reihten sich beim Sieg des Spaniers Hector Faubel auf den Plätzen sieben und acht ein. Faubel war zeitgleich mit dem Franzosen Johann Zarco über die Ziellinie gefahren, seine schnellste Runde entschied für den Spanier.

Folger wirkte geknickt. „Zufriedensein kann ich nicht so richtig. Ich wollte schon weiter vorn landen“, erzählte der Bayer. Ein heftiger Verbremser in der sechsten Runde kostete ihn entscheidende Plätze und Sekunden. „Dann haben wir uns in unserer Gruppe duelliert, das hat auch noch Rückstand gebracht. In der letzten Runde wollte ich Sandro keine Chance mehr lassen, das ist mir gut gelungen“, beschrieb er seinen Zweikampf mit Cortese.

„Ich glaube, ich habe aus dem verkorksten Wochenende noch das Beste gemacht“, sagte Cortese nach seinem achten Platz. „Nach dem Sturz im Qualifying und dem 15. Startplatz war doch sowieso schon alles gelaufen“, meinte der Berkheimer und gab zu, sich selbst zu viel Druck gemacht zu haben. „Ich habe wohl zu oft auf die Tabelle gesehen, Punkte gezählt. Das war ein Fehler. Ich muss mich wieder von Rennen zu Rennen konzentrieren. In der WM-Wertung ist nichts verloren. Die Zeit kommt, ich werde wieder um Siege mitfahren“, versprach der Aprilia-Pilot.

Sieger in der „Königsklasse“ MotoGP wurde zum fünften Mal am Sachsenring Daniel Pedrosa (Honda) und machte damit den totalen spanischen Erfolg in Sachsen perfekt. Zur Freude der Fans zeigte auch der neunmalige Weltmeister Valentino Rossi (Italien/Ducati) ein großes Rennen und wurde vom vorletzten Startplatz kommend Neunter.

Ob es im kommenden Jahr auf dem Sachsenring mit Grand-Prix-Sport weitergeht, entscheidet sich in den nächsten Wochen. Verhandlungen zwischen Ausrichter ADAC und WM-Vermarkter Dorna brachten erneut keine Ergebnisse, lediglich Annäherungen. Für die Region wäre der Verlust des WM-Rennens eine Katastrophe. Die Beliebtheit der Veranstaltung zeigte das Rennwochenende. Von Freitag bis Sonntag pilgerten 230.133 Fans an den Traditionskurs - Zuschauerrekord.

Gerald Fritsche, dpa

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