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Nach Hüpfverbot in Magdeburg: Wie sicher sind die Stadien in Mitteldeutschland?

Umfrage Nach Hüpfverbot in Magdeburg: Wie sicher sind die Stadien in Mitteldeutschland?

Das Derby zwischen 1. FCM und HFC am Samstag muss vor leeren Rängen erfolgen. Der Grund: Das Hüpfen der Fans ist zum Problem geworden. Wie schwingungssicher die anderen mitteldeutschen Stadien sind, hat LVZ.de jetzt nachgefragt.

In der Leipziger Red Bull Arena stehe ein Hüpfverbot nicht zur Debatte.
 

Quelle: dpa

Leipzig. Wenn die Stimmung in einem Fußball-Stadion hoch kocht, sind die Fans meist nicht mehr auf ihren Plätzen zu halten. Sie jubeln, rufen und hüpfen – häufig sogar im Gleichtakt. So etwa in Magdeburg, wo die Stadt als Betreiberin der MDCC-Arena jetzt die Notbremse ziehen musste: Das Derby am kommenden Samstag gegen den Halleschen FC erfolgt vor leeren Rängen. In anderen mitteldeutschen Stadien werde es zu solchen Einschränkungen aber nicht kommen. Das geht aus einer Befragung von LVZ.de hervor.

Red Bull Arena

Demnach bestehe vielerorts überhaupt kein Anlass für ein Hüpfverbot. In der Leipziger Red Bull Arena etwa, die immerhin rund 44.000 Plätze zur Verfügung stellt, sei kein Risiko gegeben. Winfried Lonzen, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft ZSL, erläutert: „Die Fans können zwar vor den Sitzreihen stehen und auch hüpfen. Es werden jedoch aufgrund des begrenzten Platzes keine Kräfte entwickelt, die zu einem Aufschaukeln führen können.“ Ein Hüpfverbot stehe deshalb nicht zur Debatte, zumal der Stadionbau regelmäßig überprüft werde. Im Falle eines Ausbaus auf 57.000 Plätze müsse die Statik allerdings unter Berücksichtigung des Fanverhaltens neu erstellt werden, so Lonzen weiter. Allerdings haben springende Fans in der Arena schon ein Erdbeben ausgelöst: Bei einem Kraftklub-Konzert bebte die Erde unter den Füßen der 8000 Konzertbesucher.

Bruno-Plache-Stadion

Beim 1. FC Lokomotive Leipzig hat Martin Mieth, Geschäftsführer der Spielbetriebs GmbH des Clubs, auf ein entsprechendes Statik-Gutachten verwiesen. Demnach genüge die Holztribüne im Bruno-Plache-Stadion den geltenden Anforderungen. Außerdem finden Fans auf der Gegengerade Platz. Die gesamte Spielstätte besitzt zurzeit ein Fassungsvermögen von maximal 6800 Zuschauern.

Alfred-Kunze-Sportpark

Im Alfred-Kunze-Sportpark, der Spielstätte der BSG Chemie Leipzig, bestehe keine Gefahr, weil die Zuschauerzahl generell begrenzt ist, betont Vereinssprecher Jörg Augsburg. Außerdem sei ein Verbot aufgrund der grundsätzlichen Bauart mit einem aufgeschütteten Wall nicht notwendig. „Die Fankurve ist bei uns eine Gerade, der sogenannte Norddamm“, so Augsburg. Der Sportpark ist aktuell auf maximal 4.999 Personen begrenzt.

Ernst-Abbe-Sportfeld in Jena

Ähnlich verhalte es sich beim FC Carl-Zeiss Jena, der seine Heimspiele auf dem Ernst-Abbe-Sportfeld (12.990 Plätze) austrägt. Da es in dem Stadion keine Stehplatztribüne gibt, seien Einschränkungen bisher kein Thema gewesen, sagt der Sprecher des Vereins, Andreas Trautmann: „Jedenfalls ist uns dies nicht bekannt“. Thomas Graf vom Stadioneigentümer Kommunale Immobilien Jena merkt an, dass auf der Tribünenkonstruktion in den vergangenen 20 Jahren noch keine Schwingungen aufgetreten seien. „Die potentiell durch Hüpfen am meisten gefährdete Tribüne der Heimfans (Südkurve) besteht aus einem befestigten Erdwall, welcher nicht schwingen kann“, so Graf.

Neue Arena Erfurt

In Erfurt erwächst gerade eine neue Arena (rund 18.500 Plätze), in der künftig der heimische FC Rot-Weiß zu Hause sein wird. Die zuständige Baufirma Köster habe die Tribünen so errichtet, dass sie einer dynamischen Belastung standhalten. Die Statik sei zur Ausführung bereits freigegeben. Beides erfuhr LVZ.de auf Anfrage von der Stadtrats-Beigeordneten Kathrin Hoyer (Grüne). Sie ist im Dezernat Wirtschaft und Umwelt tätig.

Erdgas-Sportpark in Halle

Gleichermaßen kein Risiko drohe im Erdgas-Sportpark des Halleschen FC. Dort seien mögliche Schwingungen von Tribünen untersucht worden, teilt die Stadion Halle Betriebsgesellschaft mit. Diese ergaben, dass bauliche Veränderungen oder Verbote nicht notwendig seien.

Dresden, Chemnitz und Aue

Schließlich sind auch die Stadien in Dresden (Fassungsvermögen: rund 32.000 Zuschauer), Chemnitz (rund 15.000) und Aue (rund 15.500) mit einer verbesserten Statik errichtet worden. Manfred Klawonn, Diplom-Ingenieur bei der zuständigen Planungsfirma Assmann, erklärte gegenüber LVZ.de: „Die Tribünen-Elemente wurden an allen drei Orten mit einer besonders hohen Frequenz gebaut. Dass sie in Schwingungen geraten, ist deshalb sehr unwahrscheinlich.“

Von Matthias Klöppel

Leipzig 51.339695 12.373075
Leipzig
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