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Nach Krawallen beim DFB-Pokal: Dynamo Dresden fordert Hilfe von DFB und Polizei

Nach Krawallen beim DFB-Pokal: Dynamo Dresden fordert Hilfe von DFB und Polizei

Nach den schweren Krawallen beim Pokalspiel zwischen Borussia Dortmund und Dynamo Dresden am Dienstag hat Dresdens Geschäftsführer Volker Oppitz die Mithilfe vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) und auch der Polizei gefordert.

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Die Fans von Dynamo Dresden sorgten beim DFB-Pokalspiel in Dortmund für mächtig Ärger.

Quelle: dpa

Dresden. „Der DFB muss jetzt eine verbindliche Lösung oder Stellungnahme in Sachen Pyrotechnik finden", sagte Oppitz am Donnerstag. Seiner Meinung nach sei der Verein bei der immer wieder auftretenden Fan-Problematik an seine Grenzen gestoßen. Der Verein forderte zudem die Fan-Szene zu einer Stellungnahme auf.

„Wir dachten, dass wir auf einem guten Weg sind und haben vor der Saison den Dialog mit den unterschiedlichen Fan-Gruppierungen gesucht und gepflegt", sagte Oppitz, der am Donnerstag zugab, dass es dem Verein nicht gelingen werde, alle Fans zu erreichen. Es gebe vom weiten Teilen der Fanszene positive Reaktionen, viele Anhänger hätten sich bereits mit Hinweisen und Bildmaterial an den Club gewendet.

Eine erste Konsequenz hatte Dynamo am Mittwoch gezogen. Der bisher wohlwollend begleiteten Fan-Kampagne „Pyrotechnik legalisieren" entzog Dynamo die Unterstützung. „Was nun in Dortmund passiert ist, zerstört das vertrauensvolle Miteinander", erklärte der Dynamo-Geschäftsführer am Mittwoch. „Die Vorkommnisse beim Spiel in Dortmund haben jegliche Basis für ein vertrauensvolles Miteinander was die Unterstützung der Kampagne betrifft, zerstört."

Ein Problem sieht Oppitz auch in der Tatsache, dass die Gewalttäter, die eigentlich keine Fans von Dynamo seien, die Bühne des Clubs für ihre Aggressionen und Gewaltgelüste missbrauchen. „Wir wollen das Bewusstsein schaffen für den Selbstreinigungsprozess, doch man muss ganz klar sagen, dass der Einzelne Angst hat, sich gegen diese extrem gewaltbereiten Leute allein zu stellen", sagte Oppitz.

Am Dienstag hatten Dynamo-Anhänger durch Pyrotechnik, Böller und Störversuche mit Laserpointern drei Spielunterbrechungen herbeigeführt. Vor, während und nach der Partie lieferten sich gewaltbereite Dynamo-Fans zudem Auseinandersetzungen mit der Dortmunder Polizei, die anschließend berichteten, noch nie so ein Ausmaß von Gewalt erlebt zu haben - und das trotz der jährlichen Revier-Derbys des BVB gegen Schalke 04. Zudem richteten Dresdner Chaoten im Dortmunder Stadion Schäden in sechsstelliger Höhe an, demolierten Toiletten und Imbissstände und rissen rund 200 Sitzschalen aus ihrer Verankerung.

Dynamo, das seit den Ausschreitungen im Relegationsspiel in Osnabrück ohnehin unter Beobachtung durch den DFB steht und in dieser Saison bereits 27.000 Euro für das Verhalten der Fans zahlen musste, rechnet mit empfindlichen Strafen. „Ich kann mir durchaus vorstellen, dass wir Spiele ohne Fans bestreiten müssen", sagte Volker Oppitz. Er hofft aber auch, dass die Polizei einzelne Gewalttäter identifizieren kann. Von diesen wolle sich der Club wie in der Vergangenheit schon erprobt, zumindest einen Teil der Geldbußen zurückholen.

Oppitz kritisierte aber auch die mangelhaften Einlasskontrollen im Dortmunder Signal-Iduna-Park. Viele Fans seien kaum oder gar nicht kontrolliert worden. Dies sei aber keinesfalls eine Entschuldigung für das Verhalten der Chaoten, so Oppitz, der zugibt, dass es gar nicht möglich sei, alle bengalischen Fackeln und Böller herauszufiltern.

Die Dresdner Grünen forderten am Donnerstag gar eine offizielle Entschuldigung des amtierenden Bürgermeisters Dirk Hilbert (FDP) bei seinem Dortmunder Amtskollegen. „Das wäre eine notwendige Geste", sagte der Grüne Fraktionsvorsitzender Jens Hoffsommer. Das Problem mit gewaltbereiten Hooligans sei nicht nur das Problem des Vereins, es sei ein Problem der Stadt. „Wer in der Bundesliga spielt, braucht auch eine bundesligareife Fankultur", so Hoffsommer, der eine Diskussion über die kommunalen Zuschüsse für Dynamo fordert.

Laut einer Studie der TU Dresden vom Juli befanden bereits vor den Vorfällen in Dortmund 61 Prozent der representativ Befragten, dass die SG Dynamo Dresden einen schlechten Ruf habe. Ebenso viele meinten, dass sich dieser Ruf auf das Image der Stadt auswirke. Überraschend gering sei dagegen der Rückhalt, den der Verein laut Umfrage in der Stadt genieße. Nur 32 Prozent der Dresdner fühlten sich dem Verein "stark oder eher verbunden", so das Ergebnis der Umfrage.

Die Zahlen ließen erwarten, dass die jüngsten Krawallen das Image des Vereins bei den eigenen Bürgern weiter beschädigen, teilte die TU Dresden mit. Die Bürger hätten demnach Angst um ihr Image in Deutschland und im Ausland.

sl / dpa

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