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Neuseeländer beim Rugby-Club Leipzig

Neuseeländer beim Rugby-Club Leipzig

Die klassische Rugby-Variante wird mit 15 Akteuren gespielt. Die olympische 7er Version gehört 2016 in Rio wieder zum Programm - sie ist schnell und dynamisch, genau nach dem Geschmack der Fans.

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Familiär und weltoffen: Die Rugby-WG in Markkleeberg mit Benjamin, Christopher, Vater Karsten Heine, Tyrone Parson und Tobias (v.l.) sind ein eingespieltes Team. Auf dem Foto fehlt Youngster Franz.

Quelle: Andre Kempner

Der Leipziger Rugby-Club hält Tradition und Moderne gleichermaßen hoch, setzt auf lokales und internationales Colorit. Der neuseeländische Neuzugang Tyrone Parson hat sofort Familienanschluss gefunden. Am Sonnabend schaut OBM Burkhard Jung in Stahmeln vorbei.

Wenn schon vier Söhne im Haus sind, bringt ein fünfter Junge das Familienoberhaupt nicht um den Schlaf. "Das ist doch egal. Wir verstehen uns alle prima, der Zusammenhalt ist groß", lässt Karsten Heine (heute 48. Geburtstag) nichts auf seine außergewöhnliche WG kommen. Die Bewohner des Domizils in Markkleeberg: Löwen-Judoka Franz (15) sowie die Rugbyspieler Tobias (20/FSJ-Jahr), Christopher (23) und Benjamin (26/beide Studenten) aus dem Heine-Clan, in dem seit gut einem Vierteljahr der Neuseeländer Tyrone Parson (23) lebt. Die Vereins-Verstärkung kam eher zufällig an die Leipziger Adresse.

Die Geschichte kurz erzählt. Ex-Nationalspieler Gerhard Schubert (71) hörte im November aus Brandenburger Kreisen, dass da ein junger Mann Europa kennenlernen möchte und einen geeigneten Rugby-Verein sucht. "Wollen wir das?", fragte Schubert beim RCL-Präsidenten nach. Alle wollten. "Weihnachten hat er schon mit uns gefeiert", erzählt der alleinerziehende Vater Heine. Häusliche Pflichten, da müssen die Kumpel ran - "das klappt mal besser und mal weniger gut", sagt Versicherungsmakler Karsten Heine diplomatisch. Unterm Strich: Hotel-Papa funktioniert, und so lange alle bleiben wollen, bleiben sie. Das gilt auch für Tyrone. Der handwerklich begabte Gast lernt deutsch, arbeitet im Hausmeisterdienst von RCL-Trainer Falk Müller, trainiert auf der Vereinsanlage in Stahmeln. Für das Bundesliga-Team ist Tyrone Parson noch nicht spielberechtigt, aber in der 7er Mannschaft hat er bereits sein Debüt gegeben. Die RCL-Jungs kämpfen im sogenannten DRV-Pokal um den Klassenerhalt im Oberhaus. Momentan sind sie Tabellendritter und liegen aussichtsreich im Rennen. Der deutsche Titelträger wird in der Meisterrunde ermittelt. "Wir haben ein junges, motiviertes Team. Aber übers Knie brechen wollen wir nichts. Uns geht es vor allem darum, die Sportart hier bekannter zu machen", betont Ex-Ringer Karsten Heine, der sich auch noch im Vorstand der Judo-Löwen engagiert.

Für den Außenstehenden mag das Gewühl gewöhnungsbedürftig sein. Wer Rugby anschaut, sieht, dass es oft drunter und drüber geht, Spieler übereinander herfallen, Wirrwarr herrscht, in dem alles erlaubt scheint. Vorurteil. Rugby ist ein Körner zehrendes, gemeinschaftliches Werk nach strengen Regeln. "Es ist ein sehr demokratisches Spiel", bemerkte einst der neuseeländische Schriftsteller Lloyd Jones. Eine Spielwiese auch für verschiedene Sportler-Typen - es sind die Kräftigen ebenso wie die Schmächtigen und Schnellen gefragt. Im Eifer des Gefechts passieren freilich auch unschöne Sachen, der Fußball lässt grüßen. Benjamin Heine und Henry Bernhard haben es am Sonnabend bei der klar gewonnenen Heim-Partie gegen den SC Siemensstadt schmerzhaft erfahren. Ihre Gesichts-Blessuren mussten in der Thonberg-Klinik genäht werden.

Die Neugier auf Rugby live kann schon am Sonnabend gestillt werden. Der RCL empfängt den Veltener RC (15 Uhr). Als Zuschauer angesagt haben sich die Medica-Geschäftsführer Joscha Brunßen und Jörg Brandt. Mit der Klinik wurde jüngst ein Kooperationsvertrag unterzeichnet. Und: "Wir freuen uns auf den Besuch von Burkhard Jung", kündigt RCL-Boss Heine die Stippvisite vom Rathaus-Chef an. Die Themen liegen auf dem Platz und in der Familie. Jung hat bekanntlich vier Kinder.

@www.leipzig-rugby.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.04.2013

Kerstin Förster

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