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Neuseenclassics vor dem Aus? Sparkasse stellt Sponsoring ein

Radsport Neuseenclassics vor dem Aus? Sparkasse stellt Sponsoring ein

Droht dem teilnehmerstärksten Amateur-Radrennen Mitteldeutschlands das Aus? Nach dem Rückzug der Sparkasse Leipzig als Titelsponsor der Neuseenclassics steht Organisationschef Ronny Winkler vor einer Herkulesaufgabe. Bis Mitte März muss er die entstandene Etatlücke von 80.000 Euro zusammenkratzen.

Steht das Traditionsrennen Neuseenclassics in diesem Jahr vor dem Aus?

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Droht dem teilnehmerstärksten Amateur-Radrennen Mitteldeutschlands das Aus? Nach dem Rückzug der Sparkasse Leipzig als Titelsponsor der Neuseenclassics steht Organisationschef Ronny Winkler vor einer Herkulesaufgabe. Bis Mitte März muss der 39-Jährige die entstandene Etatlücke von 80.000 Euro zusammenkratzen. „Es gibt ein Bekenntnis der Stadt Leipzig und des Landkreises Leipzig zum Rennen“, sagt Winkler. „Ich bin überzeugt, dass wir die Neuseenclassics retten können, wenn alle an einem Strang ziehen.“ Derzeit befindet er sich in Gesprächen mit vier potenziellen Geldgebern – alle hatten sich bisher noch nicht als Sponsor engagiert.

Die Sparkasse, die sich noch im November zur 2016er-Ausgabe bekannte, machte nur einen Monat später überraschend einen Rückzieher. „Die mit dem Umzug nach Leipzig verbundenen Erwartungen an Teilnehmerzahl und Zuschauerresonanz“ hätten sich „nicht erfüllt“, hieß es auf LVZ-Anfrage. Winkler hofft, dass die Verantwortlichen ihr Engagement zumindest zum Teil weiterführen. Plan B ist eine Crowdfounding-Kampagne – eine Art Spendensammeln im Internet. „Das wäre die allerletzte Chance“, so Winkler.

Neben der klaffenden Lücke im Etat – 2015 betrug er 250 000 Euro – bereitet dem Orga-Chef die Terminüberschneidung mit dem Velothon in Berlin Sorgen. Dort werden ebenfalls am 19. Juni um die 10 000 Menschen erwartet. Für die Neuseenclassics wird es dadurch schier unmöglich, die Teilnehmerzahl aus dem Vorjahr (1800/Plus 35 Prozent) zu toppen. Mit rund 1500 Pedaleuren wären die Veranstalter schon zufrieden.

Unklarheit herrscht auch noch bei der Streckenführung. Der Zwenkauer Stadtrat erteilte dem Verlauf des Jedermann-Rennens durch den Ort vergangene Woche eine Absage. Begründung: Man habe „nichts“ von dem Rennen, Ausflügler und Gottesdienstbesucher würden behindert. „So geht Tourismus nicht“, „mehr als peinlich“ oder „kleinkariertes Zwenkau“, schrieben User daraufhin auf der Facebookseite der Neuseenclassics. 2014 war das traditionsreiche Rennen, das in der DDR als „Rund um die Braunkohle“ Bekanntheit erlangte, von Zwenkau an die Alte Messe umgezogen. Möglicherweise sind die Stadträte deswegen immer noch verschnupft.

„Insgesamt fehlt im Neuseenland eine gemeinsame Idee und Strategie, wie Sportthemen nachhaltig zur Tourismusentwicklung beitragen können, da ist vieles nicht homogen. Wenn jede Kommune einzeln entscheidet, dann wird der touristisch relevante Sport in dieser Region abgeschafft oder entwickelt sich gar nicht erst“, sagt Winkler zu dem Politiker-Votum. Allein 1000 der Neuseenclassics-Teilnehmer hatten vergangenes Jahr in Leipzig und Umgebung übernachtet – alles potenzielle, künftige Touristen. „Es ist bitter“, sagt Winkler, „der Radsport ist in Deutschland im Aufwind, aber das Sponsoring und die Relevanz im Tourismusmarketing entwickeln sich komplett gegensätzlich.“ Wie es mit den Neuseenclassics weitergeht, wird sich in den kommenden Wochen entscheiden.

Thomas Fritz und Frank Schober

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