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Nicky Adler: Langfristig gehört Aue in die 2. Liga

Interview Nicky Adler: Langfristig gehört Aue in die 2. Liga

Sechstligist SG Taucha erwartet am Sonntag (13 Uhr) im Sachsenpokal-Viertelfinale Erzgebirge Aue. Der Drittligist kommt mit dem gebürtigen Leipziger Nicky Adler. Wir sprachen mit dem 30-jährigen Stürmer, der bei Rotation und VfB Leipzig begann, später für 1860 München, Nürnberg, Duisburg, Osnabrück, Burghausen und Sandhausen spielte.

Nicky Adler

Quelle: dpald

Leipzig. Sechstligist SG Taucha erwartet am Sonntag (13 Uhr) im Sachsenpokal-Viertelfinale Erzgebirge Aue. Der Drittligist kommt mit dem gebürtigen Leipziger Nicky Adler. Wir sprachen mit dem 30-jährigen Stürmer, der bei Rotation und VfB Leipzig begann, später für 1860 München, Nürnberg, Duisburg, Osnabrück, Burghausen und Sandhausen spielte.

Im großen DFB-Pokal haben Sie Bundesligist Eintracht Frankfurt rausgeworfen, jetzt geht es im kleinen Cup zum Sachsenliga-Schlusslicht...

...was wir sehr ernst nehmen. Um auch nächstes Jahr solche Highlights zu erleben, müssen wir den Landespokal gewinnen. Unterklassige Gegner sind oft unangenehm, wir müssen konzentriert unseren Job machen. Ich glaube, gegen Taucha habe ich zuletzt in der D-Jugend gespielt.

Im Drittliga-Derby beim CFC gab’s einen 2:1-Sieg mit einem Adler-Treffer, dem zweiten der Saison. Rundum glücklich?

In so einer Atmosphäre das entscheidende Tor zu machen, ist natürlich ein wunderbareres Gefühl. Wichtiger war aber der Erfolg für die Mannschaft nach sechs sieglosen Partien. Das nehmen wir mit, nach Taucha und dann in den Heim-Knüller gegen Dynamo Dresden.

Nach vielen Zweitliga-Jahren gingen Sie von Sandhausen nach Aue. Warum?

Aus privaten Gründen. Ich lebe in Scheidung, wollte zurück in den Osten. Aue ist für mich ein Stück Heimat und Familie. Mein Vater kommt aus der Nähe von Zwickau, mein Onkel wohnt in Johanngeorgenstadt, ich kenne viele im Verein. Ich bin dankbar, dass der Wechsel geklappt hat, habe auch nur mit Aue gesprochen. Außerdem wollte ich schon immer mit Pavel Dotchev arbeiten.

Was zeichnet den Trainer aus?

Er ist fachlich und menschlich spitze, sehr kommunikativ, analysiert gut. So etwas habe ich bisher nur bei Rudi Bommer erlebt. Ich hatte auch Trainer, die ihre Spieler wie eine Ware behandelt haben.

Aue hat ein ganz neues Team, ist trotzdem Siebenter. Zufrieden?

Ja. Ich hatte gehofft, dass wir oben mitspielen, erwarten konnte man das nicht. Wir haben viele sehr junge Leute, mit Männel, Tiffert und mir aber auch gestandene. Der Geist im Team ist super, es macht Spaß.

Zu Großaspach auf Relegationsplatz drei sind es nur drei Punkte.

Es wäre vermessen, vom Aufstieg zu sprechen. Wir sind nicht stabil, haben beim Letzten in Bremen 0:4 verloren, es kann schnell nach unten gehen, siehe Rostock oder Kiel. Aber langfristig gehört Aue in die 2. Liga. Das wäre auch für mich ein Traum. Ich habe rund 170 Zweitliga-Spiele, bräuchte noch eine Saison für die 200. Dann wäre der Deckel drauf.

Acht Ost-Vereine in Liga drei elektrisieren die Fans. Was sagen Sie zur Begeisterung?

Wenn man die Zuschauerzahlen in Sandhausen und beim FSV Frankfurt mit denen in Dresden oder Magdeburg vergleicht, ist das schon enorm. Auch in Aue wird fast nur über den FC Erzgebirge geredet, er ist für viele Menschen Lebensinhalt und Lebensgefühl. Fußball ist hier fast Religion.

Warum haben Sie in zwölf Profi-Jahren nie im Osten gespielt?

Es gab schon früher Angebote aus Aue, ich wäre auch beinahe mal in Cottbus gelandet. Aber es passte nie. Als ich 2013 in einer Halbserie neun Zweitliga-Tore für Sandhausen schoss, hat mein Berater bei RB Leipzig vorgefühlt. Dort passte ich wegen meines Alters nicht in das auf Jugend angelegte Konzept. Verständlich.

Wie sind die Kontakte in Ihre Geburtsstadt, Sie wurden ja in Probstheida beim VfB groß?

Zuletzt habe ich mir das Lok-Pokalspiel gegen Zwickau angeschaut, Heiko Scholz war mal mein Co-Trainer in Duisburg. Ich hoffe, dass er den Aufstieg schafft, verfolge aber auch RB. Bundesliga-Fußball in Leipzig wäre fantastisch. Sensationell, was bei RB entstanden ist, solche Möglichkeiten hätte ich mir als 18-Jähriger gewünscht.

Sie kickten auch in DFB-Nachwuchsteams. War für Sie mehr möglich?

Mehr geht immer, weniger auch. In Nürnberg unter Hans Meyer habe ich ein halbes Jahr Bundesliga und Europacup gespielt, bei seinem Nachfolger musste ich lernen, dass schnell alles anders kommen kann. Aber ich bin insgesamt zufrieden und etwas stolz, dass ich auch im 13. Profi-Jahr noch voll im Saft stehe und den meisten Verteidigern davonlaufe.

Plant man mit 30 schon die Zeit nach der Karriere?

Ich habe Abitur, in München Einzelhandelskaufmann gelernt, besitze die B-Lizenz als Trainer. Nebenbei studiere ich, werde Sportfachwirt. Ich stelle mich breit auf, möchte bei einem Verein arbeiten. Aber einige Jahre will ich noch spielen.

Von Interview: Steffen Enigk

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