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Nussbaum: „Kein zurück“ – Stadt von RB-Deal überrascht

SSV Markranstädt Nussbaum: „Kein zurück“ – Stadt von RB-Deal überrascht

Die Zukunft des SSV Markranstädt ist ungewiss. Hauptsponsor und Schatzmeister Holger Nussbaum zieht sich zurück. Die Stadt ist überrascht von einem Pachtvertrag mit RB Leipzig.

Holger Nussbaum will hinwerfen.

Quelle: Norman Rembarz

Wie geht’s weiter beim SSV Markranstädt? Das wollten auch die Spieler der Oberligamannschaft wissen und baten deshalb Schatzmeister Holger Nussbaum zum Gespräch. Der Unternehmer stand am Mittwoch Rede und Antwort und bekräftigte noch einmal: „Es gibt für mich kein Zurück.“ Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 10. Juni wird er mit seinen Vorstandskollegen zurücktreten. Spieler und Mitglieder befürchten nun eine Finanzkrise. Nussbaum ist nicht nur Schatzmeister, sondern auch einer der Hauptsponsoren. Sein Rückzug könnte Vorbild für andere Geldgeber sein, so die Bedenken.

Nussbaum und seine Mitstreiter befinden sich im Streit mit der Stadt Markranstädt. Kernpunkt des Konflikts ist die Höhe des Betriebskostenzuschusses für das Stadion am Bad. Die Stadt hatte ihre Beteiligung in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt erhöht. Überwies die Verwaltung 2012 noch 115.000 Euro, waren es für 2014 bereits 150.000 Euro. Für dieses Jahr haben die Finanzexperten im Rathaus aber den Rotstift angesetzt. Sie wollen ihre Unterstützung um 35.000 Euro kürzen.

Die Begründung: Die Betriebskostenabrechnungen von 2012 und 2013 hätten gezeigt, dass die nun veranschlagte Summe mehr als ausreichend sei, teilte die Stadt mit. Für 2014 habe der Verein noch keine Zahlen vorgelegt. „Die Unterlagen werden derzeit von unserem Steuerberater geprüft“, sagte SSV-Präsident Andreas Stammkötter. Ende des Monats soll die Aufstellung fertig sein. Die Stadt will die Papiere prüfen und bei Bedarf nachjustieren.

„Sollten die Abrechnung der Betriebskosten eine Unterdeckung aufweisen, wird ein Ausgleich in Abstimmung mit dem Stadtrat geprüft und gegebenenfalls geleistet“, heißt es in einer Mitteilung vom Donnerstag. Die Verwaltung stellt aber auch klar: „Mit den Steuermitteln werden die Sportstätten unterhalten und nicht eine Fußballmannschaft des Vereins finanziert.“ Mit anderen Worten: Alle Belege werden genau unter die Lupe genommen.

Rathaus: „Müssen an Pacht von RB beteiligt werden“

Überrascht zeigten sich die Rathausmitarbeiter, dass der SSV Markranstädt von RB Leipzig Geld für die Stadionnutzung durch die U 23 erhält. „Eine Unterverpachtung hätte einer Zustimmung bedurft“, sagte Stadtsprecherin Heike Helbig. In den kommunalen Unterlagen habe das zuständige Dezernat aber keine Mitteilung des SSV gefunden. An den Einnahmen aus der Unterverpachtung müsste die Stadt auch beteiligt werden, so Helbig. Der SSV zahle nur den symbolischen Betrag von einem Euro pro Jahr für die Nutzung der Sportanlagen.

Die U 23 von RB trägt bereits seit mehreren Jahren öffentlich ihre Spiele in der Kleinstadt am Rand von Leipzig aus. Nach dem Aufstieg in die Oberliga in dieser Saison war sie komplett für ihre Heimspiele nach Markranstädt umgezogen. In den Jahren zuvor nutzen die Roten Bullen in der Landesliga vor allem für Risikospiele das Stadion am Bad.

Der Konflikt mit der Stadt war für Nussbaum nur ein Grund jetzt hinzuwerfen. Seine Person werde von verschiedenen Seiten in Frage gestellt, sagte er. Auch von Intrigen ist die Rede. Die Situation erinnert an 2011. Damals war Nussbaum nach einem Alleingang des damaligen Vorstandes in Sachen Trainerfindung schon einmal zurückgetreten, gab aber kurz darauf sein Comeback. Eine Wiederholung schließt er dieses Mal aus. „Meine Entscheidung ist endgültig“, so der Hebebühnen-Unternehmer.

Mannschaft vor Umbruch

Die Oberligamänner kämpfen derweil noch um den Aufstieg in die Regionalliga. Einen direkten Aufstiegsplatz können sie nur noch theoretisch erlangen. Denkbar ist noch der Umweg über die Relegation. Sollte das Team auch diese Möglichkeit verpassen, steht ein Umbruch bevor. Nur 30 Prozent der Mannschaft, so Nussbaum, besitzt auch für die kommende Spielzeit einen Vertrag für die Oberliga. Der Rest, vor allem die Führungsspieler, hätten nächste Saison nur einen für die vierte Liga gültigen Kontrakt.

Nussbaum glaubt trotzdem weiter an Oberliga-Fußball in Markranstädt. Trainer Heiko Weber sei noch für ein Jahr gebunden. Vor allem mit Talenten aus den zahlreichen aufgelösten zweiten Mannschaften höherklassiger Vereine solle ein Neuanfang gelingen. Matthias Roth

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