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Plauderstunde mit Sport-Legenden

Eröffnung der Ausstellung „Hall of Fame des deutschen Sports“ Plauderstunde mit Sport-Legenden

Eine perfekte Gelegenheit für Autogrammsammler und Sport-Nostalgiker plus eine Lektion in Demokratie: Wer die Plauderei mit Turn-Olympiasiegerin Karin Büttner-Janz,  DDR-Sprint-Star Renate Stecher und Segel-Legende Jochen Schümann am Montagnachmittag verfolgt hat, wurde gut unterhalten.

Plauderstunde mit Sport-Legenden: Ex-LVZ-Sportchef Winfried Wächter mit Karin Janz, Renate Stecher und Jochen Schümann (v. l.).

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Die drei Sportler – insgesamt Gewinner von acht olympischen Goldmedaillen! – waren zur Eröffnung der Ausstellung „Hall of Fame des deutschen Sports“ am Montag in den Promenaden am Hauptbahnhof gekommen.  Alle drei sind Mitglied dieser „Hall of Fame“, was sie geschlossen als große Ehre empfinden. Karin Büttner-Janz (65): „Das ist eine besondere Anerkennung, es geht ja über den Tod hinaus.“ Renate Stecher (67):  „Obwohl die Erfolge lange zurückliegen, wird man noch verehrt, das ist schön.“ Jochen Schümann (63) empfindet „unheimlichen Stolz“. Und dann gab es in der von Ex-LVZ-Sportchef Winfried Wächter launig moderierten Runde die berühmten „Schmankerl“, die solche Veranstaltungen immer zieren.

Da verrät die noch immer zierliche Ex-Turnerin, dass sie genau so gerne Abfahrtsläuferin geworden wäre. „Skifahren ist meine Leidenschaft. Ich fahre noch heute schwarze Pisten.“ Wächter: „Am Fichtelberg?“ Büttner-Janz: „Viel zu flach. Ich bin schon die Streif in Kitzbühel gefahren.“ So geht es munter weiter. Schümann, Seemann wie aus dem Bilderbuch und reif für eine Rolle im Traumschiff, hatte als Kind mit Segelsport nichts am Hut. „Ich wusste gar nicht, dass das olympisch ist.“ Der Werklehrer in der Schule habe ihn für Bootsbau begeistert. „Und wenn man einmal ein Boot hat, muss man auch segeln.“

Renate Stecher schließlich muss von Olympia 1972 erzählen. Da war sie als Doppelolympiasiegerin (100 und 200 Meter) Schlussläuferin der DDR-Sprintstaffel und wurde von BRD-Läuferin Heide Rosendahl, einer Weitspringerin,  überholt. „Das müssen sie jetzt nicht extra  noch mal sagen, das weiß doch jeder“, scherzt Frau Stecher mit Wächter, um dann zu erzählen: „Das wurde ein Politikum. Und ich wurde viel darauf angesprochen. Das hatte auch Vorteile, denn ich wurde oft zu Gesprächen eingeladen. Übrigens, 1976 haben wir vor der BRD die Staffel gewonnen, da wurde nicht so viel Theater gemacht.“

Und schon ist das weite Feld der Politik erreicht. Dass Gustav-Adolf „Täve“ Schur auch bei der zweiten Nominierung für die „Hall of Fame“ durchfiel, ist für manchen ein Politikum. Über die Aufnahme stimmen alle lebenden Mitglieder der „Hall of Fame“ ab. Schümann, Büttner-Janz und  Stecher hätten für Täve gestimmt, erzählen sie. „Es ist ein demokratischer Prozess, da muss man eine Mehrheit kriegen. Wenn man die nicht bekommt, muss man das akzeptieren“, sieht Jochen Schümann den Fall nüchtern. Die beiden Damen nicken.

Noch ein Einwurf der Ex-Sprinterin. Wenn sie junge Athleten, auch Spitzenathleten, treffe, fällt ihr auf, dass von denen sie kaum jemand kennt. „Die jüngere Generation weiß nicht, was wir geleistet haben. Das ist kein gutes Zeichen“, sagt  Renate Stecher. „Ich würde mir mehr Traditionspflege wünschen.“ Die „Hall of Fame“ ist dafür ein Baustein. Immerhin.

Die Ausstellung ist noch bis Sonnabend in den Promenaden am Hauptbahnhof zu sehen. Das Buch mit den Biografien der aktuell 110 Mitglieder (die am Montag neu aufgenommenen Magdalena Neuner und Michael Schumacher stehen schon drin!) kostet 5 Euro. 

Uwe Köster

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