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Profi-Boxer Stieglitz bleibt WBO-Weltmeister - 6000 Zuschauer feiern in Leipzig den Titel

Profi-Boxer Stieglitz bleibt WBO-Weltmeister - 6000 Zuschauer feiern in Leipzig den Titel

Den besten Eindruck hinterließ Isaac Ekpo mit seinen geschmeidigen Tanzeinlagen beim musikalisch untermalten Einmarsch zum Ring in der Leipziger Messehalle. Die folgenden 12 WM-Runden gegen den alten und neuen Supermittelgewichts-Weltmeister Robert Stieglitz waren karge Boxkunst.

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Robert Stieglitz bleibt Weltmeister des Verbandes WBO im Supermittelgewicht.

Quelle: Jens Wolf

Leipzig. Nach dem einstimmigen Punktsieg für den Titelverteidiger aus Magdeburg mit zweimal 118:110 und 119:109-Richterstimmen spendierten rund 5000 Zuschauer spärlichen Beifall. „Das war nicht mein bester Kampf - aber Hauptsache, ich habe meinen Titel verteidigt“, meinte Stieglitz nach dem Fight in der Nacht zum Sonntag treffend.

Von den großspurigen Ankündigungen des Afrikameisters Ekpo - „Ich bin eine Granate, ein Löwe. Ich schlage Stieglitz in der 7. Runde k.o.“ - blieb in der Realität nichts übrig. Der Nigerianer, früher Fußball-Torwart, hatte nur einen - zugegebenermaßen gefährlichen - Schlag im Repertoire. Ansonsten drehte er sich immer weg, duckte ab, klammerte und schob. Aber das beherrschte Stieglitz auch. US-Ringrichter Edward Cotton hatte Schwerstarbeit zu verrichten, er war nass-geschwitzt wie die Hauptdarsteller.

Der Titelverteidiger hatte wenigstens ein paar Mal die klareren Treffer und in Runde vier, acht und neun seine besten Momente. Mit dem einstimmigen Punktsieg schloss er das „beste Jahr“ seiner Karriere mit drei gewonnenen WM-Kämpfen ab. Jetzt könnte mal wieder ein Kampf gegen den Berliner Arthur Abraham auf dem Programm stehen. Es wäre die dritte Auflage und wohl so etwas wie ein Zuschauer-Magnet. Allerdings muss der manchmal etwas unberechenbare Abraham am kommenden Wochenende in Oldenburg im Italiener Giovanni De Carolis noch eine Hürde aus dem Weg räumen.

„Sollte er gewinnen, werde ich mich gleich danach mit dem Abraham-Management zusammensetzen, um die Modalitäten eines Kampfes zu klären. Wir haben zwar noch andere Optionen, aber der Abraham-Kampf hätte Priorität. Er könnte nach Ablauf der nächsten drei Monate stattfinden“, meinte Stieglitz-Manager Ulf Steinforth. In später Nacht beglückwünschte er seinen Schützling am Buffet in der Messehalle eins dazu, die Aufgabe gegen „den unbequemen und eklig boxenden Ekpo mit sehr viel Professionalität“ gelöst zu haben.

Nächster Kampf in Magdeburg?

Gut möglich, dass der WM-Kampf Nummer drei zwischen Stieglitz und WBO-Pflichtherausforderer Abraham in Magdeburg stattfindet, wo der in Armenien geborene Berliner im März eine bittere Niederlage durch technischen K.o. in der vierten Runde gegen Titelträger Stieglitz hinnehmen musste. Allerdings steht bis zum angestrebten Rematch nicht nur noch der Erfolg Abrahams in Oldenburg aus. Vor allem müssen sich die Manager einigen, welcher Fernsehsender überträgt: SAT.1 von Stieglitz oder die ARD von Abraham. „Da ist Musik drin in den nächsten Wochen“, meinte Steinforth zu den bevorstehenden Konsultationen.

Im Rahmen der Leipziger WM versuchte sich der etwas großspurig daherkommende Schwergewichtler Manuel Charr („Diamond Boy“), auch für einen Rückkampf zu empfehlen. Der in Köln lebende Profiboxer mit libanesischen Wurzeln will unbedingt noch einmal Witali Klitschko vor die Fäuste bekommen, gegen den er im Vorjahr bei seiner Niederlage durch technischen K.o. nach vier Runden keine Chance hatte. Charr besiegte in Leipzig den hartgesottenen Haudegen Denis Baktow durch technischen K.o. nach sechs Runden. Der nach Punkten deutlich zurückliegende Russe konnte wegen einer Handverletzung nicht mehr weiterboxen.

Andreas Zellmer, dpa

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