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Querelen im Hochschulsport der Uni - ehemalige Mitarbeiter besorgt um die Qualität

Querelen im Hochschulsport der Uni - ehemalige Mitarbeiter besorgt um die Qualität

Unzufriedene Kursleiter, Unterschriftenaktionen, Briefe an die Uni-Leitung: Am Hochschulsportzentrum der Uni Leipzig rumort es. Übungsleiter und ehemalige Mitarbeiter fürchten um die Qualität des Bewegungsangebots.

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Sigrun Schulte (rechts)

Quelle: dpa

Leipzig. Im Fokus der Kritik steht dabei die Leiterin des Zentrums für Hochschulsport (ZfH), Sigrun Schulte.

Ihr ehemaliger Mitarbeiter Holger Ludewig bemängelt: "Durch die schlechte Kommunikation im ZfH gehen viele engagierte Übungsleiter verloren. Das schlägt sich auf das Angebot für die Studierenden nieder." Mit Mühe und Not finde der laufende Hochschulbetrieb in den Turnhallen und auf den Sportplätzen statt. "Schritte nach vorn gab es in den letzten Jahren nicht", kritisiert Ludewig.

In einem der LVZ vorliegenden Brief an die Uni-Spitze sind weitere Ex-Mitarbeiter zudem der Ansicht, dass an ihrer einstigen Arbeitsstätte "scheinbar willkürlich und ohne konstruktive Gespräche" Personal ausgetauscht werde. Die Leitung des ZfH bezeichneten sie in dem Schreiben als einen "sozialen Brennpunkt". Der Brief klingt wie ein Hilferuf nach Veränderung.

Seitdem Leiterin Schulte 2006 nach Leipzig kam, haben acht Angestellte am ZfH aufgehört oder die Stelle gewechselt. Momentan sind wieder zwei Posten unbesetzt. Im Dezember war das ZfH wegen Krankheit sogar nur mit Frau Schulte und der Sekretärin besetzt.

Doch die angezählte Leiterin relativiert die Gründe für die Personal-Fluktuation. Nach ihrer Ansicht sind Mitarbeiter altersbedingt oder wegen eines Elternzeitvertretungsvertrags ausgeschieden. Zudem ergänzt sie: "Mitarbeiter hatten befristete Verträge für zwei Jahre, weil nicht überall die Voraussetzungen stimmten." Sie selbst kümmere sich um ihr Personal, habe auch mit den Ehemaligen häufig Gespräche geführt. "Ich kann mir keinen Vorwurf machen."

Doch egal, aus welchen Gründen, Fluktuation und fehlendes Personal im ZfH bedeuten einen Qualitätsverlust für die rund 250 Übungsleiter, die mit ihren Angeboten etwa 5000 Studenten betreuen. So erklärt Ex-Übungsleiter Maik Wittfoth: "Wenn die Mitarbeiter nicht verfügbar sind, dann fehlen den Übungsleitern Ansprechpartner für ihre Kursarbeit." Aus Ärger mit der Leitung kehrte er vor drei Jahren dem Hochschulsport den Rücken. Andere taten es ihm gleich. Ausgeschiedene Übungsleiter nannten in einem Brief an die Uni-Leitung "fehlende Motivation" und "Nichtbeachtung" als Gründe für ihren Rückzug. Auch Wittfoth unterschrieb.

Sigrun Schulte habe hingegen keine unzufriedenen Töne vernommen: "Niemand von ihnen ist an mich herangetreten." Die ZfH-Leiterin habe zwei Mails an alle Übungsleiter geschrieben und darin nach der Zufriedenheit sowie Wünschen gefragt. Negative Antworten laut Chefin Schulte: keine. Gleichzeitig verweist sie auf aktuelle empirische Untersuchungen aus Forschungsarbeiten. Darin haben Studenten dem Leipziger Hochschulsport gute Noten gegeben. "Das zeigt, die Teilnehmer sind generell mit unserem Hochschulsport zufrieden. Wir gehören damit vom Ranking her zur Spitzengruppe in Deutschland und stehen gut da."

Ist also alles in Ordnung an der Jahnallee? Ein Beobachter aus dem ZfH-Umfeld sieht das völlig anders: "Auch wenn nach außen alles schön scheint: Hinter der Fassade ist nur noch eine Ruine übrig von dem, was mal war." Kooperationen seien eingestellt worden, mit der HTWK, mit der Landeskonferenz Hochschulsport Sachsen (LHS), mit Vereinen wie dem Leipziger Kanu-Club. Auch mit der Sportfakultät gebe es kaum noch Austausch. Derweil hat sich das Uni-Rektorat eingeschaltet, auf die Kritik reagiert und eine Mediatorin im ZfH eingesetzt: Eine Psychologin von der Sportfakultät. Sie soll zwischen Mitarbeitern und der ZfH-Leitung vermitteln.

Gleichzeitig gibt Rektorin Beate Schücking zu, dass das ZfH in der Vergangenheit zumindest zu sehr auf der Stelle trat: "Die Uni-Leitung ist daran interessiert, den Hochschulsport weiterzuentwickeln. Das ZfH hat derzeit Mühe, das umzusetzen", stellt Frau Schücking fest. Es gebe Verbesserungspotenziale. Das Sportzentrum solle ein neues Konzept erarbeiten. "Es muss darum gehen, den Hochschulsport nach vorne zu bringen und diejenigen mit Lebenszeitfunktionen in die Verantwortung zu nehmen", fordert die Rektorin und hält damit an Sigrun Schulte fest. Allerdings wolle das Rektorat im ZfH eine Doppelspitze installieren. Ziel sei auch wieder eine engere Kooperation mit der Sportfakultät.

Bis sich im Zentrum etwas ändert, profitiert offenbar eine andere Bildungseinrichtung von den Querelen an der Jahnallee: die HTWK. "Sie hat einen guten Zulauf an Übungsleitern", weiß der ehemalige ZfH-Mitarbeiter Holger Ludewig. Ein weiterer Pluspunkt der Hochschule im Süden der Stadt: Sie entschädigt ihre Übungsleiter deutlich besser als die Uni. Laut Honorarordnung der HTWK erhalten Übungsleiter dort je nach Qualifikation bis zu 17,50 Euro die Stunde. An der Uni sind es bis zu 8 Euro. Sigrun Schulte kündigte gegenüber der LVZ an, die Übungsleiterhonorare anheben zu wollen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.01.2015

Stefan Schröter

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