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RB-Fußball-Boss Beiersdorfer: Trainingszentrum soll zur neuen Saison stehen

RB-Fußball-Boss Beiersdorfer: Trainingszentrum soll zur neuen Saison stehen

Red-Bull-Fußball-Chef Dietmar Beiersdorfer fliegt zum sonntäglichen RB-Hit gegen Magdeburg ein, würde gerne den zweiten Dreier in Folge sehen. Der Ex-Nationalspieler, 46, über das 2:1 in Kiel, das Amt von Coach Tomas Oral, Menschenführung à la Ernst Happel, das neue Trainingszentrum und Entschleunigung im bekannt schnelllebigen Big Business Profi-Fußball.

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Red-Bull-Fußball-Chef Dietmar Beiersdorfer (l) und RB-Leipzig-Trainer Tomas Oral.

Quelle: dpa

Leipzig. Frage: Nach drei Unentschieden kamen schon leichte Zweifel an der Überlegenheit Ihrer Leipziger Schäfchen auf. Auch bei Ihnen?

Dietmar Beiersdorfer: Nein, absolut nicht. Natürlich wären wir gerne besser gestartet, aber Rückschläge und Geduld gehören im Leben und im Sport dazu. Ich habe Vertrauen in den Trainer und in die Mannschaft.

Eine mit hunderten Profispielen gesegnete Truppe spielt gegen das bitterarme Türkiyemspor Berlin 1:1. Wie kann das sein?

Ich habe nie gesagt, dass die Regionalliga ein Spaziergang wird. Es braucht einfach Zeit, sich auf eine neue Liga einzustellen. Auch die Mannschaft braucht Zeit, sich zu finden. Wir sind die Gejagten, das ist eine riesige Herausforderung. Und es ist ja auch nicht so, dass wir ausnahmslos gestandene Profis geholt haben. Steven Lewerenz, Stefan Kutschke, Carsten Kammlott oder auch Daniel Frahn sind junge Spieler. Die sind noch nicht gefestigt, haben noch nicht viel erlebt, sollen uns in die nächsthöheren Klassen begleiten. Bis dahin ist es ein harter Weg.

Auch für Coach Tomas Oral. Ihm wird ein etwas rauer Umgangston mit den Spielern nachgesagt.

Wird ihm das? Auf dem Platz und in der Kabine fallen auch mal harte Worte, da darf man als Fußballer nicht alles auf die Goldwaage legen. Als ich mit 22 zum HSV kam, war Ernst Happel Trainer. Der hat mich ein paar Mal vor versammelter Mannschaft rund gemacht, da musste ich die Ohren anlegen und mich anschnallen. Sensibel darf man in dem Geschäft nicht sein. Außerdem haben wir Tomas bewusst ausgewählt. Er steht für Ehrgeiz, lebt Ehrgeiz vor, will unbedingt aufsteigen.

Sie waren als HSV-Sportdirektor nicht für Schnellschüsse bekannt, haben einst Ihren Coach Thomas Doll trotz monatelanger Krise gestützt. Schwimmen Sie bewusst gegen den Strom?

Fußball ist extrem schnelllebig, viele Entscheidungen werden aus schwierigen Situation heraus zu schnell getroffen. Wenn ich von einem Trainer überzeugt bin, ändern ein paar Misserfolge daran nichts. Aber klar ist auch, dass kein Trainer der Welt einen Freifahrtschein hat, irgendwann der Erfolg kommen muss.

Wie wichtig war der Last-Minute-Sieg in Kiel?

Unglaublich wichtig. Das Spiel zeigt, dass Moral und Geist in der Truppe stimmen, dass auch die Fitness da ist, Spiele umzubiegen. Nach so einem Erfolgserlebnis geht man ganz anders zum Training und mit einer breiteren Brust ins nächste Spiel. Aber Kiel war nur ein Spiel. Wir müssen uns auf viele Schlachten einstellen, Widerstände brechen.

Die Zuschauerresonanz ist ...

... überraschend gut, das freut uns natürlich. Leipzig erwartet von uns, dass wir attraktiv und erfolgreich spielen. Das ist auch unser Anspruch.

RB Leipzig hat noch keine Heimat, trainiert seit Saisonbeginn auf dem Gelände der Egidius-Braun-Sportschule in Abtnaundorf. Wann rollen die Bagger an, wann werden die avisierten 30 Millionen Euro verbaut?

Schnellstmöglich, wir wollen zur neuen Saison eine Heimat haben. Das Trainingszentrum soll auch dokumentieren wie ernst es uns mit dem Standort Leipzig ist, dass wir gekommen sind, um zu bleiben.

Der Cottaweg steht offenbar ganz oben auf Ihrer Wunschliste.

Das haben Sie gesagt. Ich kann nur so viel sagen, dass die Gespräche laufen und noch keine Entscheidung gefallen ist.

Inwieweit werden hiesige Bauunternehmen von der Investition profitieren?

Red Bull hat eine eigene Baugesellschaft, aber die wird mit Sicherheit keine Fliesenleger und Tapezierer von Österreich nach Leipzig schicken.

Sie haben jüngst Weltstar Thierry Henry zu Red Bull New York geholt. Fristet Monsieur am Big Apple sein Gnadenbrot?

Im Gegenteil, Thierry ist extrem ehrgeizig, hilft den jungen Spielern, hat einen tollen Charakter. Niemand neidet ihm sein Gehalt. Wir hatten auch nur deshalb eine Chance bei ihm, weil er New York liebt, seit 1996 dort Urlaub macht.

Lässt sich so eine Investition refinanzieren?

Zum Teil schon. Es kommen mehr Zuschauer, es werden Henry-Trikots verkauft. Aber Geld ist nicht immer alles. Wir wollen den Fußball in Amerika nach vorne bringen, die Major League Soccer unterstützen. Und natürlich wollen wir auch Erfolg haben, in den Playoffs weit kommen.

Ein anderer Weltstar wird in diesen Tagen und Wochen ein Stück weit demontiert. Haben Sie Verständnis für den etwas rüden Umgang mit Michael Ballack?

Nein, habe ich nicht. Michael hat jahrelang gezeigt, dass er ein großer Spieler und wichtig für die Nationalmannschaft ist. Bei der WM lief es ohne ihn gut und schon wird an ihm gezweifelt. Im Fußball wird sehr schnell vergessen.

Was passiert eigentlich, wenn Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz eines Tages keine Lust mehr auf die Dose und Fußball hat?

Ich komme gerade von einem Business-Meeting in Salzburg und kann Ihnen versichern, dass der Fußball von Red Bull weiter gepusht wird. Das ist ein langfristig angelegtes Projekt.

Interview: Guido Schäfer

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