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RB: Nie war Morys so wertvoll wie heute

RB: Nie war Morys so wertvoll wie heute

Alexander Zorniger ist ein Mann der offenen Worte, beherzigt das alte Sprichwort: Von der Lunge auf die Zunge. In Bezug auf seinen Stürmer Matthias Morys sagt der RB-Coach sinngemäß: In den Füßen und Beinen schlummert mindestens die 2. Liga, weiter oben verjüngt sich das Ganze Richtung Oberliga.

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Matthias Morys (r.) hilft gegen Fabian Wetter (Kiel) hinten aus.

Quelle: Christian Nitsche

Aktuell bringt der vom Coach besonders kritisch gesehene 26-Jährige Beine und Birne zusammen, ist ein Hoffnungsträger für die heutige Partie (19 Uhr) beim VfL Osnabrück.

Zorniger und Morys kennen sich seit Jahren, kreuzten mehrfach und zuletzt in Großaspach die Klingen. Hier der detailversessene Trainer, da der selbstverliebte und ab und an zur Selbstüberschätzung neigende Fußballer. Hier der Übungsleiter, der mit riesigem Elan Karriere machen will und wohl auch macht. Da der hochbegabte Sprinter, der nicht vollends verinnerlicht hatte, dass Qualität von Qual kommt.

Dass der Coach dennoch wie eine Eins auf den Stürmer steht, zeigt die Tatsache, dass er ihn immer und überall "Matze" nennt. Nur Spieler, die es ins Herz des Trainers geschafft haben, bekommen liebliche Kürzel. Siehe "Matze" Morys und "Dome" (Dominik) Kaiser.

Ja, der Matze. Der pfeilschnelle Außenstürmer kam Anfang 2013 auf Wunsch des Trainers vom Regionalligisten SG Sonnenhof Großaspach nach Leipzig - mit halbjähriger Verspätung. Zorniger hätte seine Hassliebe gern schon bei seinem eigenen Wechsel im Sommer 2012 in den Turnbeutel gepackt. Weil der Trennungsschmerz der Schwaben groß war, verzichtete der Fußball-Lehrer auf das Mitbringsel. Im Winter wurde der Großaspacher Schmerz mit langen Scheinen erträglich und der Transfer vollzogen.

Nach einigen bewegten Monaten, in denen sich das Duo Zorniger/Morys aufeinander zu und voneinander weg bewegte, ein Stammplatz in diesem Spannungsfeld aber nie herausschaute, sind beide mittlerweile ein Herz und eine Seele. "Matze spielt und trainiert jetzt so, wie ich mir das vorstelle", sagt Trainer Zorniger. "Immer bei der Sache, immer hellwach, mutig im Eins gegen Eins und bissig in der Rückwärtsbewegung." Folge: Seit vier Wochen ist der Geläuterte gesetzt, läuft auch heute an der Bremer Brücke auf.

So ganz scheint Morys sich und dem Trainer nicht zu trauen. "Es läuft ganz gut, kann aber noch viel besser laufen. Ich kann und muss noch mehr für die Mannschaft leisten." Musik in den Ohren jedes Chefs. Klar ist: Morys hat den Gong gehört, bringt Anspruch und Wirklichkeit in Einklang, gehörte bei den Siegen gegen Kiel und Stuttgart zu den besten Rasenballern. Wie sehr die Wertschätzung gestiegen ist, zeigte die Aufarbeitung der 0:1-Pleite in Elversberg. Sowohl Oberboss Ralf Rangnick als auch Zorniger erklärten die Blamage mit dem verletzungsbedingten Fehlen des schnellsten RB-Profis.

Das Rennpferd Matze ist dank der heilenden Hände von Physiotherapeut Alexander Sekora unten rum topfit. Und auch weiter oben stimmt es. "Wir wollen in Osnabrück nachlegen. Und wenn es kurz vor Schluss 1:1 steht, nehmen wir den Punkt mit." Kein Harakiri also wie in Elversberg, als es in letzter Sekunde einschlug. Ach ja: Zorniger bringt die Elf der Vorwoche.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.09.2013

Guido Schäfer

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