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Radrennbahn: Leipzig stellt Radfahrer-Bund Ultimatum

Jahrelanger Streit Radrennbahn: Leipzig stellt Radfahrer-Bund Ultimatum

Ist dies das Ende eines mehr als anderthalb Jahre schwelenden Konflikts? Oder geht die Hängepartie um die Leipziger Radrennbahn in die nächste Runde? Bis zum 2. November soll er die Anlage „besenrein“ an die Kommune übergeben.

Die Radrennbahn in Leipzig ist in einem schlechten Zustand.

Quelle: Alexander Bley

Leipzig. Nachdem die Stadt Leipzig dem Sächsischen Radfahrer-Bund (SRB) 2014 den Mietvertrag über die Radrennbahn gekündigt hatte und der Landesverband seine Berufung nach erfolgloser Klage vor drei Wochen zurückgezogen hatte, stellt die Stadt dem SRB nun ein Ultimatum: Bis zum 2. November soll er die Anlage in Kleinzschocher „besenrein“ an die Kommune übergeben.

„Mit diesem Angebot kommen wir dem Radfahrerbund entgegen“, sagt Sportamts-Leiterin Kerstin Kirmes. Denn die Stadt verzichte darauf, den Abriss von Toilettenhäuschen durchzusetzen. Ein solcher Abriss würde den Verband wohl finanziell überfordern, erklärt Kirmes. Auf eines will die Stadt laut der Sportamtsleiterin aber nicht verzichten: eine Entschädigung für entgangene Einnahmen der vergangenen eineinhalb Jahre.

Beim SRB sei das Ultimatum noch nicht eingegangen, teilt dessen Präsident Holger Tschense mit. Eine Räumung bis zum 2. November hält er aber für unmöglich, da sein Verband noch keine Lokalität aufgetrieben habe, in der bahntypisches Material gelagert werden könnte, das sich derzeit noch an der Windorfer Straße befindet. „Wenn wir in Leipzig keine Möglichkeit finden, werden wir es von hier abziehen“, droht Tschense. Seiner Meinung nach agiere die Stadt in der Angelegenheit völlig planlos.

Frustriert über die Entwicklung zeigt sich der langjährige SRB-Geschäftsführer Wolfgang Schoppe, der sich gewünscht hätte, dass sich die Richter vor Ort ein Bild machen, statt vom Schreibtisch aus zu entscheiden. „Der SRB hat immer versucht, den Trainings- und Wettkampfbetrieb aufrecht zu halten, tolle Veranstaltungen organisiert, seit 1991 über 800 Wettkämpfe durchgeführt“, so der 74-Jährige. Einen Dank für diese Tätigkeit hätten die Radsport-Funktionäre von der Stadt nie erhalten.

„Wir wurden aber immer vom Sportamt unterstützt, bis der von uns hoch geschätzte Leiter Siegwart Karbe in den Ruhestand eintrat“, so Schoppe weiter: „Es ist leider Tatsache, dass es von da an immer mehr bergab mit der Zusammenarbeit ging. Mit seiner Nachfolgerin ist der Tiefpunkt erreicht.“ Leider müsse der SRB jetzt die Container mit Motoren für Steherrenen und Bahnräder räumen – samt aller Materialien, die dem Leipziger Radsport dienen. „Eine Katastrophe“, so Schoppe.

Zu den Schadensersatzansprüchen verweist Tschense auf den Richterspruch zur Klageabweisung: Demnach seien gegenseitige Ansprüche abgegolten. „Notfalls müssen wir dann noch einmal vor Gericht gehen“, sagt Tschense. Trotz Prozesskosten von mehreren hundert Euro und dem erfolglosen Einschalten von OBM Burkhard Jung – er hielt sich aus dem Rechtsstreit heraus – scheint die unendliche Geschichte um die Radrennbahn an der Windorfer Straße immer noch nicht auserzählt. Das nächste Kapitel folgt eventuell Anfang November.

Von Christian Dittmar

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