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Rangnick: "Ich sitze ihm nicht im Nacken"

Rangnick: "Ich sitze ihm nicht im Nacken"

Wenn bei ambitionierten Profi-Clubs ein Trainer-Posten zu besetzen ist, fällt zielsicher sein Name. Ralf Rangnick, 55, seit 2012 Fußball-Chef bei Red Bull, über Begehrlichkeiten, die Entwicklung der RB-Clubs, das Verhältnis zu Rasenball-Coach Alexander Zorniger, 45, und wachsende Akzeptanz des etwas anderen Geschäftsmodells.

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2. Juni 2013, ein Herz und eine Seele: Ralf Rangnick und Alexander Zorniger feiern in Lotte den Aufstieg in die 3. Liga.

Quelle: Picture Point

Frage: Im Sommer waren Sie bei Tottenham Hotspurs und dem FC Everton im Gespräch, danach auf Schalke, jetzt beim HSV. Ehrt oder nervt das?

Ralf Rangnick: Eher letzteres, aber diese Spekulationen gehören ja mittlerweile zum Tagesgeschäft. Es gibt für mich keinen Grund, sich zu verändern. Mein Vertrag bei Red Bull läuft noch zwei Jahre. In den letzten 14, 15 Monaten haben wir in Salzburg und bei RB Leipzig vieles angeschoben. Die Entwicklung ist in beiden Standorten absolut positiv.

Ihr Beginn ging 2012 in Österreich in die Hose. War die Salzburger Pleite in der Champions-League-Qualifikation gegen Hobby-Fußballer aus Luxemburg ein Erweckungserlebnis?

Ich hätte dieses Erlebnis gegen Düdelingen nicht gebraucht, um zu sehen, dass wir einiges ändern müssen.

RB Salzburg spielt laut österreichischen Medien jetzt einen fantastischen Fußball, ist Erster in der Liga, hat sich für die Gruppenphase der Europa League qualifiziert. Zufrieden?

Die Dinge wachsen langsam zusammen. Wir wollen nun in der Europa League die Gruppenphase überstehen, uns international beweisen und zeigen. Und natürlich auch in der Liga weiter überzeugen.

RB Leipzig hat Tuchfühlung zu den Aufstiegsplätzen, ist aber wechselhaft in den Leistungen. Hat Sie das 0:1 in Elversberg vom Hocker gehauen?

Gegen Elversberg haben mit Matthias Morys und Yussuf Poulsen zwei Spieler gefehlt, die mit ihrer Schnelligkeit und ihrem Durchsetzungsvermögen besondere Elemente in unser Spiel bringen. Gegen Stuttgart hat die Mannschaft dann ja richtig gut gespielt. Wichtig ist in dieser extrem ausgeglichenen 3. Liga, dass man konstant gute Leistungen bringt und regelmäßig punktet. Es hört sich platt an, ist aber so: Jeder kann gegen jeden gewinnen - und verlieren. Wir haben bisher 1,88 Punkte pro Spiel geholt. Das ist vorzeigbar.

Mit einem Sieg in Osnabrück kämen Sie auf zwei Punkte pro Spiel.

Mit einem Zweier-Punkte-Schnitt bist du definitiv oben dabei. In dieser Liga spielen zehn Mannschaften um den Aufstieg und zehn gegen den Abstieg.    

Der Aufstieg soll ...

... möglichst schnell gelingen. Mit zwei direkten Aufsteigern und einem Relegationsplatz ist das Tor größer als in der Regionalliga geworden. Wir müssen aber Tag für Tag und mit aller Macht an unseren Überzeugungen arbeiten.

Legt RB in der Winterpause personell nach?

Wir holen nur jemanden, wenn wir ihn auch für die kommende Saison verpflichten würden. Wichtig ist uns, dass die Stimmung in der Mannschaft so bleibt wie sie seit Monaten ist. Ohne Teamspirit geht nichts.

Gilt das Anforderungsprofil jung, dynamisch und ehrgeizig noch?

Ja, nur mit solchen Jungs können wir den Fußball spielen, den wir spielen lassen wollen.

Wie fühlt sich wohl Alexander Zorniger mit einem Star-Trainer wie Ihnen im Nacken?

Ich sitze ihm nicht im Nacken, sondern auf der Tribüne. Alex ist mit der Mannschaft aufgestiegen, er macht das großartig - und ich bin hochzufrieden. Wenn er mich fragt, helfe ich gerne. Wir tauschen uns regelmäßig aus, die Umsetzung ist aber selbstverständlich seine Sache.

Über 12 000 Zuschauer im Schnitt in der Red-Bull-Arena, Kommentare überregionaler Medien ohne Schaum vorm Mund. Ist die Akzeptanz für RB gewachsen, das Totschlag-Argument Tradition Schnee von gestern?

Wir hatten gegen die U 23 vom VfB Stuttgart fast genauso viele Zuschauer wie das Spitzenspiel der 2. Liga Cottbus gegen Köln. Mir muss keiner mehr etwas vom Kunstprodukt RB erzählen. Dietrich Mateschitz hat es in einem Interview mit Ihnen auf den Punkt gebracht: Der einzige Unterschied zwischen dem FC Barcelona, Bayern München und RB Leipzig ist in 500 Jahren der, dass diese Clubs 600 Jahre alt sind und wir 500 Jahre.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.09.2013

Guido Schäfer

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