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Rechtsextremer Trainer: DOSB übt Druck auf Landessportbund Sachsen-Anhalt aus

Rechtsextremer Trainer: DOSB übt Druck auf Landessportbund Sachsen-Anhalt aus

Leipzig. Wegen eines rechtsextremen Fußball-Trainers übt der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) Druck auf den Landessportbund Sachsen-Anhalt aus.

„Wir haben den LSB gebeten, sich des Falles anzunehmen und Konsequenzen zu veranlassen“, sagte DOSB-Sprecher Christian Klaue am Samstag. DOSB-Präsident Thomas Bach hatte den Landessportbund (LSB) bereits im Juni schriftlich aufgefordert, den Lauchaer Verein BSC 99 zur Trennung von dem Jugend-Trainer zu bewegen. Die Befugnis, die Absetzung des Trainers zu veranlassen, hat der DOSB aber nicht. Der Verein weigert sich bisher, den Übungsleiter zu entlassen.

Der betroffene Trainer gehört zwar nicht der NPD an, sitzt aber seit 2007 für die rechtsextreme Partei im Kreistag des Burgenlandkreises und ist zudem Vorsitzender der NPD-Fraktion im Stadtrat von Laucha. Außerdem kandidiert er auf der NPD-Landesliste für die Landtagswahl 2011. Im April hatte der 52-Jährige erfolgreich gegen seine Abbestellung als Bezirksschornsteinfegermeister geklagt. Das Verwaltungsgericht Halle hob ein Entscheidung des Landesverwaltungsamtes aus dem Jahr 2008 wieder auf. Das hatte den Trainer wegen seiner rechtsextremen Einstellung vom Amt enthoben.

LSB-Präsident Andreas Silbersack kündigte am Sonntag in einem Interview mit MDR 1 Radio Sachsen-Anhalt eine Null-Toleranz-Politik gegen rechtsextreme Trainer in den Sportvereinen des Landes an. Das Thema habe höchste Priorität. Auf der nächsten LSB-Sitzung solle die Satzung geändert werden. Vereine, die rechte Trainer weiter beschäftigen, müssten dann mit Kürzung der Fördergelder und Ausschluss aus dem LSB rechnen.

Silbersack habe offenbar erst nach dem Überfall erfahren, dass der Coach dort den Nachwuchs trainiert. „Dann haben wir sofort reagiert“, sagte er der „Mitteldeutschen Zeitung“. So sei dem BSC in einem Gespräch am 28. Juni in Naumburg deutlich gemacht worden, dass ein rechtsextremer Trainer nicht geduldet werde. Der Brief von Bach habe sich mit diesen Aktivitäten überschnitten, heißt es weiter. Für Sachsen-Anhalts Sportminister Norbert Bischoff sind die Gespräche mit dem Lauchaer Verein „längst überfällig, sie hätten schon früher stattfinden müssen.“ Der hallesche Rechtsextremismus-Experte Torsten Hahnel appellierte an die Lauchaer Eltern, ihre Kinder nicht mehr zum Training bei diesem Übungsleiter zu schicken.

Hintergrund ist der Überfall auf einen Jugendlichen in Laucha im April. Dabei soll es sich um einen gebürtigen Israeli gehandelt haben, der angeblich von einem 20-Jährigen misshandelt und beschimpft wurde. Nach Informationen der „Mitteldeutschen Zeitung“ gehört der mutmaßliche Täter, gegen den die Staatsanwaltschaft Ende Juli Anklage erhoben hat, dem Verein an, aus dem auch der Trainer stammt. Der Angeklagte wurde inzwischen vom Spielbetrieb suspendiert.

dpa

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