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Regionalliga-Trainer Halata soll Mannschaft in Meuselwitz wiederholt beleidigt haben

Regionalliga-Trainer Halata soll Mannschaft in Meuselwitz wiederholt beleidigt haben

Wie eine Schockwelle erschütterte die Nachricht vom Rauswurf von ZFC-Trainer Damian Halata die hiesige Fußball-Landschaft. Über die Gründe wurde und wird orakelt.

Meuselwitz. Denn sportlich steht Meuselwitz blendend da, hat den Regionalliga-Klassenerhalt praktisch gesichert und zog erst vor Wochenfrist gegen Drittligist Carl Zeiss Jena ins Thüringer Pokalfinale ein – ein Versuch, Licht ins Dunkel zu bringen.

Fakt ist: Am Montag musste Halata zum Rapport bei ZFC-Präsident Hubert Wolf. „Eigentlich nichts Besonderes, weil solche Treffen regelmäßig stattfinden“, sagte der Gefeuerte. Das Treffen barg dann doch Hochbrisantes: Wolf beurlaubte Halata wegen „gravierender Dinge“, die in der Halbzeitpause sowie nach Spielschluss am Sonnabend in Oberneuland vorgefallen sind. Mehr lässt Wolf offiziell nicht durchblicken: „Ich habe auch der Mannschaft einen Maulkorb verpasst, damit wieder Ruhe einkehrt.“

Im Team aber ist der Leidensdruck offenbar so groß, dass einige Details nach außen drangen. „Als ich gelesen habe, dass Damian Halata behauptet, er habe niemanden beleidigt, musste ich lachen“, sagte ein Spieler, der nicht namentlich genannt werden will. „Es ging mehrfach unter die Gürtellinie und zwar nicht nur in Oberneuland.“ In den vergangenen Wochen sei der Coach immer wieder ausgerastet und ausfallend geworden. „Und zwar nicht nur gegenüber dem Team, sondern auch gegenüber Betreuern und Physiotherapeuten.“ Darüber soll Hubert Wolf bereits mehrfach mit dem 48-Jährigen gesprochen haben. Geändert hat sich aber offenbar nichts, was nun zu Konsequenzen führte.

Daran, dass Halata seiner Truppe die Leviten gelesen hat, ließ auch er keinen Zweifel: „Ich habe harte Worte gefunden.“ Als Trainer sei es seine Pflicht und damit legitim, „nach so einer katastrophalen Leistung Klartext zu sprechen“. Was Halata seinem Team genau sagte, verriet er nicht. „Kabine und Bus sind intern. Aber ich habe niemanden beleidigt“, wiederholte er.

Dagegen sprechen hingegen die Aussagen eines Insiders, der ebenfalls nicht genannt werden will. Bereits zur Halbzeit, als es noch 1:1 stand, sei das Team vom Trainer „regelrecht zur Ratte“ gemacht worden. Im Mannschaftsbus soll es dann eskaliert sein. Weitere Details: Fehlanzeige. „Es sind ein paar unschöne Worte gefallen – in der Kabine, während des Spiels und auch danach“, so ZFC-Spieler Richard Baum. „Team und Trainer waren immer mal unterschiedlicher Meinung, was aber nicht schlecht sein muss. Rauswerfen müssen hätte man ihn deswegen nicht gleich.“

Eine Rückkehr auf den Meuselwitzer Trainerstuhl wie 2005, als Halata für einen Tag zurücktrat, oder wie 2007, als er im Jahr davor schon einmal gefeuert wurde, schließt er definitiv  aus. „Nach allem, was hier passiert ist, erübrigt sich diese Frage.“ Was wohl auf Gegenseitigkeit beruht. So äußerte Wolf Bedenken, dass das Team mit Halata  den kaum mehr zu verspielenden Klassenerhalt doch noch vergeigen könnte. Aus ZFC-Kreisen heißt es sogar: „Wenn die Chemie zwischen Trainer und Mannschaft nicht mehr stimmt und sogar gegen den Coach gespielt wird, drohen Pokalniederlage und der Abstieg.“

Angesichts des Halata vorgeworfenen Verhaltens wird nun darüber spekuliert, ob der gebürtige Pole nur aufbrausend oder schlichtweg berechnend ist? Denn laut Wolf führt Halatas Weg nun geradlinig zum 1. FC Magdeburg (FCM): „Es gibt wenig Zufälle im Leben. Schon vor einem Jahr hatten wir dieses Thema, als in Magdeburg ein Trainerposten frei wurde. Und jeder weiß, dass das Damians größter Wunschtraum  ist.“

Dass Halata seinen Rauswurf provoziert haben könnte, dementierte er und antwortete mit einem klaren „Nein“ auf die Frage nach Avancen auf den Trainerstuhl an der Elbe. Allerdings wollen ihn zwei Leute bereits am Sonntag in Magdeburg gesehen haben. Von einem Treffen will der FCM nichts wissen. „Das ist mir nicht bekannt“, so Sprecher Stephan Lietzow, der das Interesse an Halata weder dementieren noch bestätigen wollte. „Als ehemaliger FCM-Spieler und erfolgreicher Trainer kommt er in Frage, aber derzeit haben für uns Klassenerhalt und Besetzung der Position des Sportdirektors Priorität.“

Thomas Haegeler/Jörg Wolf

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